Gesunde Ernährung

Menschen mit vegetarischer Ernährung erkranken seltener an verbreiteten Krebsarten, berichtet die bisher größte Studie zu fleischloser Kost und Krebs.
https://de.euronews.com/gesundheit/2026/02/27/grosse-studie-vegetarische-ernahrung-senkt-risiko-fur-mehrere-krebsarten

Vegetarian diets and cancer risk: pooled analysis of 1.8 million women and men in nine prospective studies on three continents
https://www.nature.com/articles/s41416-025-03327-4

Die große Langzeitstudie von 1,8 Millionen Menschen über 16 Jahren wurde in Nature veröffentlicht.

Sie untersuchten 1.645.555 Fleischesser, 57.016 Geflügelesser, 42.910 Pescetarier, 63.147 Vegetarier und 8.849 Veganer in 9 Kohorten (Großbritannien, USA, Taiwan, Indien).

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 16 Jahren traten folgende Krebserkrankungen auf: 4504 Mund- und Rachenkrebs, 1308 Speiseröhrenkrebs (Plattenepithelkarzinom), 2105 Speiseröhrenkrebs (Adenokarzinom), 3578 Magenkrebs, 30528 Kolorektalkrebs, 2970 Leberkrebs, 8030 Bauchspeicheldrüsenkrebs, 3077 Lungenkrebs (bei Nichtrauchern), 61368 Brustkrebs, 11220 Endometriumkarzinom, 8076 Eierstockkrebs, 45946 Prostatakrebs, 7193 Nierenkrebs, 6869 Blasenkrebs, 11651 Non-Hodgkin-Lymphome, 4658 multiples Myelom und 7306 Leukämie. Mithilfe der multivariablen Cox-Regression wurden kohortenspezifische Hazard Ratios (HRs) und 95%-Konfidenzintervalle (KIs) geschätzt. Die Ergebnisse wurden anschließend mittels Metaanalyse zusammengeführt.

Ergebnisse: Im Vergleich zu Fleischessern hatten Geflügelesser ein geringeres Risiko für Prostatakrebs (0,93; 0,88–0,98),

Pescetarier ein geringeres Risiko für Darmkrebs (0,85; 0,77–0,93), Brustkrebs (0,93; 0,88–0,98) und Nierenkrebs (0,73; 0,58–0,93),

Vegetarier ein geringeres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs (0,79; 0,65–0,97), Brustkrebs (0,91; 0,86–0,97), Prostatakrebs (0,88; 0,79–0,97), Nierenkrebs (0,72; 0,57–0,92) und multiples Myelom (0,69; 0,51–0,93), jedoch ein höheres Risiko für Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre (1,93; 0,88–0,98). 1,30–2,87),

und Veganer hatten ein höheres Risiko für Darmkrebs (1,40; 1,12–1,75).

Schlussfolgerung: Vegetarische Ernährung könnte das Risiko für verschiedene Krebsarten beeinflussen. Die Übertragbarkeit dieser Ergebnisse sollte jedoch mit Vorsicht betrachtet werden.

Fazit:

Dieses Konsortium umfasst den Großteil der weltweit verfügbaren prospektiven Daten zu vegetarischer Ernährung und Krebsrisiko. Unter den untersuchten Personen, die mehrheitlich in Großbritannien oder den USA lebten, wiesen Geflügelesser ein geringeres Risiko für Prostatakrebs auf.

Pescetarier waren mit einem geringeren Risiko für Darm-, Brust- und Nierenkrebs verbunden.

Vegetarische Ernährung ging mit einem geringeren Risiko für Bauchspeicheldrüsen-, Brust-, Prostata- und Nierenkrebs sowie multiples Myelom einher, jedoch mit einem höheren Risiko für Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre.

Vegane Ernährung war mit einem höheren Risiko für Darmkrebs verbunden, obwohl die Fallzahl unter Veganern gering war. Zukünftige Forschung sollte die mögliche vermittelnde Rolle von Stoffwechselfaktoren und Nährstoffmängeln untersuchen und insbesondere bei Veganern und in Bevölkerungsgruppen außerhalb Westeuropas und Nordamerikas weitere Daten erheben. Die Generalisierbarkeit der Ergebnisse sollte mit Vorsicht betrachtet werden, da die Ernährung und Nährstoffaufnahme von Vegetariern und Nicht-Vegetariern innerhalb und zwischen Bevölkerungsgruppen erheblich variieren können.

Soll bei veganer Ernährung Vitamin B12 konsumiert werden?

Ja, Veganer sollen Vitamin B12 über Nahrungsergänzungsmittel oder angereicherte Lebensmittel zu sich nehmen, da es fast ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt. Eine zuverlässige Supplementierung ist wichtig. um einen Mangel zu vermeiden.

Wichtige Informationen zur B12-Versorgung:

  • Empfehlung: Tägliche Einnahme von Präparaten (Tabletten, Tropfen, Spray) wird empfohlen. Die DGE empfiehlt eine Aufnahme von 6 µg pro Tag für Veganer.
  • Alternativen: Angereicherte Lebensmittel (Pflanzenmilch, Zahnpasta) können helfen, reichen aber oft nicht als alleinige Quelle aus.
  • Risiko: Ein Mangel tritt oft schleichend auf, da der Körper B12-Speicher besitzt. (Nervenschäden und Blutarmut)
  • Kontrolle: Eine jährliche Blutuntersuchung (idealerweise Holo-TC-Wert) wird empfohlen. 

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