Der Klimawandel und seine Auswirkungen waren schon 1978 ein Thema. In der ZDF-Sendung „Querschnitt“ (Eine Art Vorgängersendung von Leschs Kosmos) hat ihn Hoimar von Ditfurth erklärt. Er zitiert Berechnungen, dass 2050 die Durchschnittstemperatur etwa 2 bis 3 Grad mehr betragen wird. Das sind auch heute schon die neuesten Berechnungen. Wenn wir unser Gehirn nicht einsetzen, wird die Menschheit aussterben.
Mitten im zweiten Weltkrieg, beschäftigte sich der damals junge deutsche Meteorologe Hermann Flohn im Reichsamt für Wetterdienst mit der Frage, wie Menschen das Klima verändern. Er erforscht die Wirkung von Städten, Stauseen und Wäldern auf das lokale Mikroklima und die Industrie-Emissionen wie CO2, aber auch Staub und Ruß. Angesichts der Komplexität der Zusammenhänge warnte Flohn 1941: „Mit einem Fortschreiten dieser sehr langsamen Erhöhung der Temperatur … muss gerechnet werden. Damit wird aber die Tätigkeit des Menschen zur Ursache einer erdumspannenden Klimaänderung, deren zukünftige Bedeutung niemand ahnen kann.“
Hermann Flohn (1912 – 1997) gehörte auf dem Gebiet der Klimaforschung zu den Pionieren. Er hat die Möglichkeit eines menschengemachten Klimawandels bereits in seiner Habilitation 1941 beschrieben, und in seinem Aufsatz „Die Tätigkeit des Menschen als Klimafaktor“ für die Zeitschrift für Erdkunde veröffentlicht.
Er schildert 1994 im Süddeutschen Rundfunk die Entdeckung des menschengemachten Klimawandels durch die Wissenschaft. Er erinnert an den Chemiker Guy Steward Callendar, der ihn motivierte, sich mit dem CO2 stärker zu befassen. 1971 gab es eine Konferenz auf einer Insel in der Nähe von Stockholm, bei der Physiker aus aller Welt sich intensiv über die Erderwärmung austauschten. Die UNO Organisation World Meteorological Organization (WMO) hat 1979 eine Konferenz einberufen. Hermann Flohn war zur Vorbereitung in Genf. Er „war erstaunt, dass dies so rasch und intensiv vor sich ging. … konnte es mir eigentlich nicht vorstellen, dass dieses Thema schon 1991 nachher in Rio zu einer politischen Weltkonferenz führte.“ Skeptisch war er, weil die Materie für die Politiker eine langfristige Perspektive erforderte, die Politik nicht so leicht aufbringt. Das bewahrheitete sich in den nächsten Jahrzehnten.
Der englische Ingenieur studierte Mechanik und Mathematik, forschte zu Dampf, Druck und Batterien. Bis 1938 sammelte er Temperaturdaten aus aller Welt und sah, dass sich die Temperaturen in den 50 Jahren davor kontinuierlich erhöhten. Er stellte sie in Zusammenhang mit der Erhöhung der CO2 Konzentration dieser Jahre und berechnete einen Temperaturanstieg von 0,003 °C pro Jahr. Seine Arbeit ging in die Wissenschaftgeschichte als Callendar-Effekt ein.
„In seiner Freizeit (!) analysierte er die Temperaturdaten von 200 Wetterstationen weltweit und kam so 1938 zum Schluss, dass sich die Oberflächentemperatur der Erde zwischen 1890 und 1935 um etwa 0,3° erwärmt hat – was im ersten Moment nicht nach sonderlich viel klingt, in der Tat aber einen signifikanten Anstieg darstellt.“
Callendar baute auf die Arbeit einiger Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts auf, darunter Svante Arrhenius und Nils Gustaf Ekholm. Zum Thema globale Erwärmung, Infrarot-Strahlung und das vom Menschen eingebrachte Kohlendioxid veröffentlichte er in den Jahren zwischen 1938 und 1964 zehn größere und 25 kürzere wissenschaftliche Artikel. Andere, wie der kanadische Physiker Gilbert Plass, erweiterten in den 1950er und 1960er Jahren auf Basis von Callenders Arbeit diese Studien.
Dies führte schließlich zu Charles Keelings Messungen am Mauna-Loa-Observatorium ab 1958, die sich als wegweisend für die Weiterentwicklung der Theorie der anthropogenen globalen Erwärmung erwiesen.
Ich bin auf der Spur der Gemeinsamkeiten der Diktatoren und ihrer Zerstörungsagenden.
Die Postmoderne wird eine Moderne der Diktatoren. Die Diktatoren wie Putin, Erdoğan, Trump und Xi Jinping werden die Macht behalten und in Referenden immer wieder gewählt werden. Sie zerstören die Lebensgrundlagen der Zivilisation auf der Erde. Der langsame Kollaps kommt.
Die Diktatoren schaffen das mit ihrer Medienmacht und mit dem Ausschalten der Opposition. Sie schaffen sich schwache Feinde, die sie leicht bekämpfen können. Sie kontrollieren die Richterschaft. Sie umgeben sich mit ihren Oligarchen und reichen Untergebenen. Mit ihren Einheitsparteien ändern sie die Verfassung, damit sie wiedergewählt werden können. Was ihnen noch fehlt, ist eine Dynastie wie in Nordkorea. Putin, Erdoğan, Trump und Xi Jinping wollen Söhne, die ihnen nachfolgen können, wenn sie sterben.
Es gibt physikalische Ergebnisse zur Klimakrise, die schon im 19. Jahrhundert bekannt wurden.
Jean Baptiste Joseph Fourier fragte sich schon im Jahr 1824, warum es im Winter und in der Nacht nicht kälter ist. Den natürlichen Treibhauseffekt mit dem CO2 haben schon die Wissenschaftlerin Eunice Newton Foote 1856 und der Physiker John Tyndall 1862 entdeckt. Svante Arrhenius, der 1903 den Physik-Nobelpreis bekam, erkannte 1895, dass wir durch das Verbrennen der Kohle (später kam Erdöl und Erdgas dazu) auf eine globale Erwärmung von 5 Grad zusteuern. Die Wissenschaftler Rudolf Clausius und Émile Clapeyron kamen 1834 zu dem Ergebnis, dass der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre mit jedem Grad Celsius wärmer um 7% zunimmt.
Schließt euch zusammen! Mir bekannt wurde Susan Solomon, als Papst Franziskus die US-amerikanische Chemikerin und Klimaforscherin vor drei Jahren an die Päpstliche Akademie der Wissenschaften berief. Solomon forscht zur Veränderung der Atmosphäre. Sie war sehr erfolgreich in der Bekämpfung des Ozonlochs und fordert ein Stopp des Verbrennens von Kohle, Erdöl und Erdgas. Menschen sollen sich zusammenschließen und gemeinsam ihre Stimme erheben.
The Observer fragt sie: Eine Lehre aus Ihrem Buch ist, dass, wenn Sie ein gewöhnlicher Mensch sind, der sich über die Klimakrise Sorgen macht, das Wirkungsvollste, was Sie tun können, darin besteht, sich mit anderen zusammenzuschließen, um auf Veränderungen zu drängen.
Susan: Solomon: Ja, das ist mit Sicherheit die größte Wirkung. Es war der Anstoß für so viele Umweltprobleme in der Vergangenheit und hat uns bei diesem Problem bereits in Gang gebracht. Um Himmels willen, geben wir jetzt nicht auf, wir stehen kurz vor dem Erfolg. Das ist die grundlegende Botschaft des Buches.
Interview aus der Zeitschrift The Observer:
Klimawissenschaftlerin Susan Solomon: „Lasst uns jetzt nicht aufgeben – wir stehen kurz vor dem Erfolg“, Autor: Killian Fox
Die US-Atmosphärenchemikerin spricht darüber, warum sie den Pessimismus der meisten Klimawissenschaftler nicht teilt, über die Reparatur der Ozonschicht und warum Jacques Cousteau ihr Held ist.
Susan Solomon wurde in Chicago geboren und wuchs dort auf. Sie promovierte in Atmosphärenchemie an der University of California, Berkeley. Sie ist bekannt für ihre Arbeit in den 1980er Jahren, in der sie feststellte, wie die schützende Ozonschicht der Erde durch vom Menschen hergestellte Chemikalien zerstört wurde. Ihre Studien bildeten die Grundlage des Montrealer Protokolls von 1989 – ein internationales Abkommen, das dazu beitrug, 99 % dieser schädlichen Lösungsmittel zu eliminieren. Solomon ist heute Professorin für Umweltstudien und Chemie am MIT und Autorin von drei Büchern. Das neueste davon, Solvable: How We Healed the Earth, and How We Can Do It Again, (Lösbar: Wie wir die Erde geheilt haben und wie wir es erneut tun können?) wendet Lehren aus früheren Umwelterfolgen auf die Klimakrise an.
Man muss beides sehen: Ich kann etwas gegen die Klimakatastrophe tun, auf politischer und persönlicher Ebene. Und ich kann auch in den Abgrund sehen, erkennen, dass ein Zusammenbruch auf uns zukommt und mich an diesen Zusammenbruch anpassen, politisch und persönlich.
Im ersten Fall ist es sinnvoll jene Organisationen und Parteien zu unterstützen, die die Klimakrise bewältigen wollen und man kann sinnvollerweise im persönlichen Bereich nachhaltige Ziele verfolgen.
Im zweiten Fall, in den Abgrund zu sehen und zu erkennen, dass ein Zusammenbruch der Zivilisation auf uns zukommt, ist es sinnvoll, sich auf ein Überleben im Zusammenbruch und in der Zeit danach vorzubereiten.
Prof. Alison Green
Das haben einige begonnen wie der emeritierte Professor für Nachhaltigkeitsführung an der University of Cumbria, UK, Jem Bendell und die Professorin Alison Green von der Arden University, Coventry, UK. Alison Green ist eine britische Kognitionspsychologin. Sie ist ehemalige Pro-Vizekanzlerin an ihrer Universität und verließ diese herausragende Karriere in der Wissenschaft, um sich hauptberuflich als Klimaaktivistin zu engagieren.
Jem Bendell erkannte, nachdem er in einem Forschungsjahr die Klimadaten mit anderen Wissenschaftlern untersucht hat, dass wir einem globalen Kollaps zusteuern. Er schrieb die Studie „Deep Adaption“, in Deutsch: „Tiefe Anpassung„, die sehr bekannt und heftig diskutiert wurde. Nach seinem zweiten Buch Breaking Together, „eine freiheitsliebende Reaktion auf den Zusammenbruch“ (zum frei herunterladen) im Mai 2023 gab er seine Stelle als ordentlicher Professor auf und gründete eine regenerative landwirtschaftliche Schule in Indonesien. Er spielt auch Andachtsmusik.
Ein großer Wandel in meiner Karriere begann im Jahr 2017, als ich mir ein Jahr Zeit nahm, um die neuesten Klimawissenschaften zu studieren, und das Papier „Deep Adaptation“ veröffentlichte, das viral ging. Ein anständiges Profil von mir erschien 2023 im GQ Magazine.
Nach der Veröffentlichung meines Buches Breaking Together im Mai 2023 (als kostenloser Download erhältlich) beschloss ich, meine Anstellung als ordentlicher Professor in Großbritannien aufzugeben.
Im Alter von 50 Jahren betrete ich einen neuen Lebensabschnitt,s in dem der Aufbau einer regenerativen Farmschule in Indonesien und das Spielen von Andachtsmusik für Gruppen mein Hauptaugenmerk sein werden. Darüber hinaus schreibe ich Aufsätze über die Bereitschaft und Reaktion auf Zusammenbrüche, halte gelegentlich Vorträge, Kurse oder Interviews und veröffentliche Newsletters.
„You can contact me via this form. You can receive a 6 monthly update from me by subscribing here.“ Wenn Sie mich dabei unterstützen könnten, weiterhin solche Essays zu schreiben, wäre ich Ihnen dankbar.
Trotz der falschen Darstellung meiner Person durch reformistische Umweltschützer, die leider Versuche, den Zusammenbruch der industriellen Konsumgesellschaften abzumildern, marginalisieren, habe ich nie ein kurzfristiges Aussterben der Menschheit vorhergesagt und befürworte seit über 25 Jahren weiterhin CO2-Reduzierungen und natürliche Reduzierungen. Ich habe mich für eine umfassendere Agenda zur Schadensminimierung eingesetzt, die über die Aufgabe sozialer Veränderungen oder das Festhalten an gescheiterten Taktiken, Richtlinien und Ideologien hinausgeht.
Roger Hallam: Es ist Zeit für prophetische Führung
Roger Hallam ist Mitbegründer von Extinction Rebellion und von Just Stop Oil. Er ist einer der einflussreichsten Umweltaktivisten weltweit. Man könnte ihn als Drahtzieher der niederländischen Blockaden der A12 in Den Haag bezeichnen, die 27 Tage lang trotz 9.000 Festnahmen dauerten. Dieses Interview wurde ursprünglich im niederländischen Magazin De Volkskrant veröffentlicht. Ich übernehme es von seiner Homepage. https://rogerhallam.com/prophetic-leadership-interview/
Roger Hallam öffnet die Tür: „Ah, der Journalist.“
Sein Wohnzimmer in einer kleinen Wohnung im Süden Londons ist vollgestopft mit einem Klavier, Bücherregalen, zwei Fahrrädern, einem Sessel und einem Sofa mit Bettdecken und Decken darauf – offenbar schläft dort jemand. Die Vorhänge hängen lose auf einer Seite. Hallam bietet Wasser in einer Teetasse mit braunen Rückständen an. „Wie lange möchtest du übrigens reden? Ich habe eine Stunde.‘
Thilo Spahl schrieb einen Gastartikel auf der Plattform Achgut.com:
Wer hat Angst vor der Klimakatastrophe?
Wissen schützt vor Angst. Denn Menschen, die mehr über die Umwelt im Allgemeinen und über das Klima im Besonderen wissen, haben weniger Angst vor dem Klimawandel. Und umgekehrt haben diejenigen, die weniger wissen, mehr Angst.
Immer häufiger begegnet man in den (sozialen) Medien oder auch im persönlichen Umgang Menschen, die ihre Angst vor dem Klimawandel zum Ausdruck bringen. Menschen, die überzeugt sind, wir steckten mitten in einer „Klimakrise“, und die glauben, eine sich zur Apokalypse ausweitende Klimakatastrophe bräche noch zu ihren Lebzeiten über uns herein. Es gibt schon eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen, die versuchten, herauszufinden, was Menschen anfällig für solche Ängste macht. Eine neue Studie widmete sich nun der Frage der Rolle der wissenschaftlichen Kenntnisse.
Viele setzen beim Thema Klimawandel auf Wunschdenken. Ein Gastkommentar von Michael Praschl im Kurier 11.08.2023.
Aktuell werden häufig diejenigen, die sich für wissenschaftlich belegte, überlebenswichtige Klimaschutzmaßnahmen engagieren, als Extremisten bezeichnet – nicht nur die „Klimakleber“, deren Methodik auch ich nicht befürworte. Wer unangenehme Wahrheiten ausspricht, gilt oft als radikaler Extremist.
UN-Generalsekretär Guterres – von Rechtspopulisten bereits als Extremist bezeichnet – spricht solche Wahrheiten aus: „Die aktuelle Klimapolitik führt bis zum Ende des Jahrhunderts zu einer Erderwärmung von 2,8 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Wir rasen sehenden Auges auf eine Katastrophe zu – mit zu vielen, die auf Wunschdenken, auf unerprobte Technologien und Wunderlösungen setzen. Es ist Zeit, aufzuwachen und aufzustehen.“ Er stellt auch die Frage, ob nicht eher die Länder, die weiterhin fossile Brennstoffe produzieren, die echten Klimaextremisten sind. Leider werden die 2,8 Grad Temperaturerhöhung möglicherweise bereits Mitte des Jahrhunderts erreicht.
Im Gegensatz dazu meint beispielsweise die ÖVP wörtlich: „Das gebetsmühlenartige Verteufeln von Verbrennermotoren ist eine reine ideologiegetriebene Verbotskultur von Schein-Klimaaktivisten.“ Nachdem hier die Wissenschaft ignoriert und den Menschen suggeriert wird, dass alles durch Technologie gelöst wird (z. B. E-Fuels) und niemand sein Verhalten ändern muss, kann man das durchaus als extremistisch bezeichnen. Auf das Wissen der vielen hochkompetenten Experten im Klimaschutz-/Verkehrsministerium wird bewusst verzichtet.
Die FPÖ leugnet – wortgleich mit der AfD – entweder den Klimawandel generell (Leugner Typ A), oder den menschlichen Einfluss darauf (Leugner Typ B). Viele lassen sich dadurch tatsächlich ködern, weil sie bei Nichtexistenz der Erderhitzung ja nichts am eigenen Verhalten ändern müssten und auch keinerlei Schuld auf sich geladen hätten. Das würde ich sogar als radikal-extremistisch bezeichnen.
Bremser des Klimaschutzes-Die Geschichte der Klimaleugner
Seit über 30 Jahren ist sich die Klimawissenschaft einig, dass der Klimawandel nicht nur stattfindet, sondern dass er weitgehend menschgemacht ist. Bis heute ziehen Klimaleugnerinnen und -leugner den wissenschaftlichen Konsens in Zweifel – auch in der Schweiz – und bremsen damit den Klimaschutz.
Autor:Klaus Ammann
Dienstag, 25.07.2023, 17:46 Uhr
«Die wissenschaftlichen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Mensch einen erkennbaren Einfluss auf das globale Klima hat.» Dieser eine Satz im zweiten Sachstandsbericht des Weltklimarats der UNO von 1995 hatte es in sich. Erstmals war sich die Klimawissenschaft weltweit einig, dass der Mensch einen Einfluss hat auf den Klimawandel.
Der Mann, der damals die zuständige Arbeitsgruppe im Weltklimarat leitete, der US-amerikanische Klimamodellierer Benjamin Santer, kam in der Folge massiv unter Druck.
Unter anderem von der Erdölindustrie. Diese engagierte selbst Wissenschaftler als Lobbyisten. So wurde Santer vom einst hoch angesehenen emeritierten Physiker Frederick Seitz frontal angegriffen. Seitz hatte die US-Atombombe mitentwickelt und in den 1960er-Jahren die Nationale Akademie der Wissenschaften präsidiert.
Frontalangriff auf den Hauptautor
In einem Meinungsbeitrag im renommierten «Wall Street Journal» vom Juni 1996 schrieb Seitz unter dem Titel «Eine grosse Täuschung über die globale Erwärmung» zum Bericht des Weltklimarats: Der Bericht sei, nachdem er vom Plenum abgesegnet worden war, von gewissen Autoren abgeändert worden und erwecke nun den falschen Eindruck von Einigkeit unter den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
Und weiter: «Ich bin nicht in der Lage zu wissen, wer die Änderungen vorgenommen hat; aber der Hauptautor des Berichts, Benjamin D. Santer, muss vermutlich die Hauptverantwortung tragen.»
Das war ein harter Schlag für den jungen Klimawissenschaftler – und nicht der einzige. Ein republikanischer Abgeordneter im US-Kongress startete eine Untersuchung gegen ihn. Seine damalige Anstellung beim Lawrence Livermore National Laboratory wurde öffentlich infrage gestellt.
Es sei zu keinen Verstössen gegen die Regeln des Weltklimarats gekommen, und diese Regeln entsprächen der Wissenschaftlichkeit, schrieb er und betonte: «Dr. Seitz ist kein Klimawissenschaftler. Er war nicht an der Ausarbeitung des Weltklimarat-Berichts von 1995 über den Stand des Wissens zum Klimawandel beteiligt. Er hat nicht an der Weltklimarats-Sitzung in Madrid teilgenommen, über die er berichtet. Und vor allem hat er vor dem Verfassen seines Meinungsbeitrags keinen der Hauptautoren kontaktiert, um Informationen darüber zu erhalten, wie oder warum nach Madrid Änderungen vorgenommen wurden.»
Die Zweifel waren gesät
Dutzende führende Klimawissenschaftler aus aller Welt unterstützten Benjamin Santer. Die Kritik an ihm und am Weltklimarat IPCC war offensichtlich unbegründet. Doch die Zweifel waren gesät.
Thomas Jakl schreibt in der Presse einen Gastkommentar, der den Nerv mancher Konservativer trifft, die zunehmend sich in einer Sackgasse befinden. Sie sehen ihre Felle davonschwimmen und werden aggressiv. Sie werden deuten Begriffe wie es die Faschisten machen um und werden in ihrer Aggressivität zu einer Gefahr für die Demokratie.
Die Attacken auf das verhasste „Gutmenschentum“ werden immer wütender und aggressiver. „Vernünftig“ und „aufgeklärt“ ist bei diesen Rundumschlägen nichts.
Thomas Jakl schreibt:
Sie sind ja mittlerweile nahezu austauschbar geworden, die Presseaussendungen und so manche Leitartikel oder Kommentare aus dem konservativen Lager. Stets werden die gleichen Elemente eines Feindbilds skizziert, das in einer Gesamtschau dann die Hauptkonturen des verhassten „Gutmenschentums“ oder – mit süffisant elitärem Touch – auch „Justemilieu“ erkennen lässt.
Klimaaktivisten, Naturschützerinnen, Vertreter einer humanen Flüchtlingspolitik, Befürworterinnen der Diversität, Offenheit und Toleranz (auch in der Kirche), Kritiker des ungezügelten Kapitalismus – sie alle kriegen ihr Fett ab und werden von den konservativen Stimmen pauschalierend durch den Kakao gezogen. Nun, dies ist ein freies Land – und das schließt natürlich Meinungsfreiheit ein. Die Haltungen und Einstellungen des konservativen Lagers sind, selbst wenn man sie aus vollem Herzen ablehnt, als legitim zu akzeptieren.
Die Sprache der Konservativen verfestigt sich jedoch auf einem derartig zunehmend repetitiv-aggressiven Niveau, dass ich den Eindruck habe, diese Autorinnen und Autoren haben wirklich Angst. Sie fürchten um etwas oder fürchten sich vor jemandem. Oder sie werden immer lauter, um etwas von sich wegzuschreien.
Peinliche Larmoyanz Denn es wird ihnen offenbar zunehmend bewusst, dass ihr verklärt-bemühtes Selbstbild als „vernünftige, aufgeklärte Humanisten“ (so eine dieser Stimmen) oder gar als deklarierte „Christen“ mit ihren Haltungen einfach nicht mehr vereinbar ist. Das wäre dann wohl die Furcht vor dem Verlust einer Larve, die als solche offensichtlich wird. Das tut natürlich weh und macht wütend und laut.
In einem vom konservativen Lager heftig beklatschten Beitrag in der „Neuen Zürcher Zeitung“ beklagt der ehemalige Herausgeber der „FAZ“ Hugo Müller-Vogg: „Wer gegen eine Frauenquote oder das Gendern argumentiert, wer nicht unbegrenzt Flüchtlinge aufnehmen möchte, wer sich gegen eine noch höhere Besteuerung der Reichen ausspricht oder es gar wagt, dem Klimaschutz nicht eindeutig Priorität gegenüber der Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen und der Sicherung von Arbeitsplätzen einzuräumen, der hat einen schweren Stand. Schlimmer noch: Er wird von vielen Medien ausgegrenzt.“
Eine seltsame Mischung aus absurder Überzeichnung und peinlicher Larmoyanz. Später im Text schimmert dann auch die Angst durch: Die freiheitliche, pluralistische Gesellschaft gelte es zu schützen, den „liberalen Kern der Demokratie“. Hier wird die scheinheilige Janusköpfigkeit schon recht deutlich spürbar.
Thomas Jakl (* 1965) ist Biologe und Erdwissenschaftler. Er arbeitete bis 1991 an der Uni Wien, wechselte dann ins Umweltministerium. Inzwischen ist er in leitenden Funktionen im Bereich des Umweltschutzes in verschiedenen nationalen und internationalen Institutionen tätig. U. a. ist er Mitglied des Vorstands des Forums Wissenschaft und Umwelt..
Wie ist es möglich, dass wir den Kollaps dieser Zivilisation in diesem Jahrhundert riskieren? Wie ist es möglich, dass Eltern und Großeltern ihre Kinder und Enkelkinder in eine Klimahölle schicken? Das tut ja niemand bewusst, oder weil er sie nicht genug liebhat, sondern da sind Mechanismen am Werk, die uns den Eindruck vermitteln, es wird schon nicht so schlimm werden und mit den Mechanismen gelingt es uns, das nicht zu tun müssen, was schon längst notwendig wäre.
Das sagt Professor Reinhard Steurer.
Reinhard Steurer ist Professor für Klimapolitik an der Universität für Bodenkultur in Wien. Seit 25 Jahren beschäftigt er sich mit der politischen Dimension der Klimakrise und der politischen Bedeutung von Ausreden und sogenanntem Scheinklimaschutz in allen Bereichen der Gesellschaft.
Wir brauchen einen ökologischen Handabdruck. Es werden Märchen erzählt. Wir brauchen aber realistische Visionen: Gesund, sauber , innovativ, gerecht, sicher, immer. Was fehlt ist Boykott.
Lange Zeit interessierten sich nur Spezialistinnen und Spezialisten für Steurers Themenfeld. Doch mit der von jungen Menschen angeführten Bewegung „Fridays for Future“, die von Greta Thunberg in Schweden initiiert wurde und weltweit Resonanz fand, rückte Steurers Forschungsfeld Klimaschutz in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Als „Scientist for Future“ unterstützt er Bewegungen wie „Fridays for Future“ und stellt sich auch hinter die Straßenblockaden der „Letzten Generation“. In einem Kommentar im „Standard“ meinte er, er befürworte die Klimabewegungen deshalb öffentlich, weil sie empirisch belegbar ein zentraler Teil der Lösung seien. Und: „Streikende Jugendliche haben die Klimakrise besser verstanden als viele Politikerinnen und Politiker, die sie lösen sollen.“ In ernsten Krisenzeiten sei eine neutrale Wissenschaft im Elfenbeinturm gefährlich für die Gesellschaft, meint Reinhard Steurer. Vor der öffentlichen Debatte scheut er sich als Wissenschafter nicht. Den Kurznachrichtendienst Twitter nutzt er, um über aktuelle Entwicklungen der Klimapolitik zu informieren und wirksamen Klimaschutz einzumahnen. Die große Frage, die ihn antreibe sei, „was sage ich meinen Kindern, wenn sie mich in 20 Jahren fragen: Wie war das damals?“.
Ich maße mir nicht an, dass ich alles weiß. Aber es gibt einige Mitmenschen, die die Naturwissenschaft unbewusst oder bewusst ablehnen. Ein Bekannter sagt von sich, er sei Sozialwissenschaftler und kenne sich in der Naturwissenschaft nicht aus. Trotzdem maßt er sich an, über medizinische Maßnahmen ein Urteil fällen zu können. Oder ein bekannter Psychiater warnt vor der Angstmache der Klimaaktivisten ohne auf die Grundlagen der Physik, der Klimawissenschaften und die Auswirkungen der fossilen Energie im Treibhauseffekt einzugehen.
Die gesicherten Fakten der Physik werden links liegen gelassen. Da gibt es dann diejenigen, die Seminare anbieten, um aus der Angst vor dem Klimawandel wegzulaufen. Da wird dann die Klimakrise klein geredet und die naturwissenschaftliche Arbeit als Panikmache abgewertet. Dadurch bekommen Menschen Scheuklappen und können nichts gegen den realen Klimawandel tun. Das ist so, wie wenn ich einem Tiger begegnen und ein Freund sagt: Das ist ohnehin nur eine Katze. Hab keine Angst. Es kommt das böse Erwachen. Info Treibhaus
Seit 60 Jahren steigt die Temperatur so stark an, wie wir es noch nie gekannt haben. Lange Zeit bis 1900 fiel die Temperatur kontinuierlich. Aber dann kletterte die Temperaturskala steil nach oben. Zwischen 1950 und 1970 stabilisierte sich die Temperatur kurz, weil die Atmosphäre durch die Industrie verschmutzt wurde. Nach der Reinigung der Luft kam es wieder zu einem rasanten Anstieg.
Aber kann man sich auf die Klimaforschung verlassen? Manche behaupteten: „Die berühmte „Hockeyschläger“-Kurve ist eine Fälschung“. Fakt ist aber: Die Aussage der oft kritisierten „Hockeyschläger“-Kurve wird durch viele unabhängige Studien bestätigt. (Zitiert aus: klimafakten.de)
Die Temperatur der letzten tausend Jahre auf der Nordhalbkugel
Die ursprüngliche sogenannte „Hockeyschläger“-Studie aus dem Jahr 1998 war tatsächlich nicht fehlerfrei. Doch eine verbesserte Neuauflage sowie etliche ähnliche Untersuchungen mit historischen Klimadaten aus Korallen, Stalagmiten, Baumringen, Bohr- und Eiskernen bestätigen die ursprüngliche Schlussfolgerung, dass das 20. Jahrhundert das wärmste seit mindestens zweitausend Jahren war und der Temperaturanstieg beispiellos schnell geht.
Die US-Forscher Michael Mann, Raymond S. Bradley und Malcolm K. Hughes veröffentlichten 1999 eine Studie (Mann et al. 1999) für die Baumringe, Eisbohrkerne, Korallen und andere Aufzeichnungen von der Nordhalbkugel der Erde verwendet wurden. Ihre Rekonstruktion ergab, dass die globale Temperatur über die letzten zweitausend Jahre erst allmählich abgenommen hatte, im 20. Jahrhundert aber in einen scharfen Aufwärtstrend gewechselt ist.
Seit etwa 1950 hat die Erdmitteltemperatur in einem Tempo zugenommen, wie es seit mindestens 2.000 Jahren für keine andere 50-Jahres-Periode beobachtet wurde. Mit diesem Phänomen befasst sich die Forschung des Treibhaus-Effektes.