Warnung im zweiten Weltkrieg vor CO2

Professor Hermann Flohn

Mitten im zweiten Weltkrieg, beschäftigte sich der damals junge deutsche Meteorologe Hermann Flohn im Reichsamt für Wetterdienst mit der Frage, wie Menschen das Klima verändern. Er erforscht die Wirkung von Städten, Stauseen und Wäldern auf das lokale Mikroklima und die Industrie-Emissionen wie CO2, aber auch Staub und Ruß. Angesichts der Komplexität der Zusammenhänge warnte Flohn 1941: „Mit einem Fortschreiten dieser sehr langsamen Erhöhung der Temperatur … muss gerechnet werden. Damit wird aber die Tätigkeit des Menschen zur Ursache einer erdumspannenden Klimaänderung, deren zukünftige Bedeutung niemand ahnen kann.“

Hermann Flohn (1912 – 1997) gehörte auf dem Gebiet der Klimaforschung zu den Pionieren. Er hat die Möglichkeit eines menschengemachten Klimawandels bereits in seiner Habilitation 1941 beschrieben, und in seinem Aufsatz „Die Tätigkeit des Menschen als Klimafaktor“ für die Zeitschrift für Erdkunde veröffentlicht.

Er schildert 1994 im Süddeutschen Rundfunk die Entdeckung des menschengemachten Klimawandels durch die Wissenschaft. Er erinnert an den Chemiker Guy Steward Callendar, der ihn motivierte, sich mit dem CO2 stärker zu befassen. 1971 gab es eine Konferenz auf einer Insel in der Nähe von Stockholm, bei der Physiker aus aller Welt sich intensiv über die Erderwärmung austauschten. Die UNO Organisation
World Meteorological Organization (WMO) hat 1979 eine Konferenz einberufen. Hermann Flohn war zur Vorbereitung in Genf. Er „war erstaunt, dass dies so rasch und intensiv vor sich ging. … konnte es mir eigentlich nicht vorstellen, dass dieses Thema schon 1991 nachher in Rio zu einer politischen Weltkonferenz führte.“ Skeptisch war er, weil die Materie für die Politiker eine langfristige Perspektive erforderte, die Politik nicht so leicht aufbringt. Das bewahrheitete sich in den nächsten Jahrzehnten.

Quellen: SWR Hermann Flohn
More: History in American Institute of Physics.
Mehr: Bayerische Akademie der Wissenschaften
Wikipedia Hermann Flohn