
Ein Holzbrand und der dabei entstehende Holzrauch sind erheblich gesundheits- und umweltschädlich. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass Holzfeuer als Naturprodukt harmlos sind, stufen Umwelt- und Gesundheitsbehörden wie das Umweltbundesamt Deitschland die Belastung durch Holzverbrennung als gravierendes Problem ein. (Umweltbundesamt UBA)
Ich bin hin und her gerissen. Viele gute Freundinnen und Freunde heizen seit Jahren mit Holz. Es war eine Umstellung von Erdgas oder Erdöl auf eine natürliche Ressource. Auch wir heizten lange mit Pellets. Dann habe ich mich über die gesundheitlichen Auswirkungen des Holzbrandes informiert und wir haben unseren Pelletsofen weggegeben. Jetzt haben wir eine Wärmepumpe und doch noch einen kleinen Holzofen, den wir vielleicht ein bis zweimal im Jahr benutzen.
Wenn ich die gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Holzbrandes bedenke, dann müsste ich auch den kleinen Holzofen weggeben und meine Freundinnen und Freunde informieren.
Die Auswirkungen des Holzbrandes sind gravierend:
Der Rauch aus der Holzverbrennung ist ein komplexes Gemisch aus giftigen Gasen und winzigen Partikeln, dessen Toxizität laut Studien mit Dieselruß vergleichbar ist. (Deutsches Grünes Kreuz)
Lungengängiger Feinstaub (PM2.5): Diese Partikel dringen tief in die Lungenbläschen und von dort in die Blutbahn ein. Sie begünstigen Atemwegserkrankungen wie Asthma und chronische Bronchitis (COPD). Jüngere Studien (z.B. der European Respiratory Society) zeigen eine messbar raschere Abnahme der Lungenfunktion bei Ofennutzern. (Biermann Medizin)
Herz-Kreislauf-System: Feinstaub löst im Körper Entzündungsprozesse aus, die das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle massiv erhöhen. (SWR Wissen)
Krebserregende Stoffe: Bei unvollständiger Verbrennung entstehen hochgiftige Stoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Benzol, Formaldehyd und Dioxine. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) untermauert das deutlich erhöhte Krebsrisiko in Wohngebieten mit hoher Holzrauchdichte. (Luft Köln)
Innenraumbelastung: Schadstoffe gelangen nicht nur durch den Schornstein nach draußen, sondern auch beim Öffnen der Ofentür und durch minimale Undichtigkeiten direkt in die Raumluft des Wohnzimmers. (ARD Mediathek)
Eine gute Übersicht bietet der WWF in seiner Untersuchung „Wie Holzverbrennung den Klimawandel befeuert“ zu den Auswirkungen auf die Klimakatastrophe.
Hoher CO₂-Ausstoß: Pro erzeugter Wärmeeinheit setzt Holz kurzfristig mehr CO₂ frei als Öl oder Gas. Es dauert Jahrzehnte bis Jahrhunderte, bis nachwachsende Bäume dieses CO₂ wieder binden.
Rußpartikel (Black Carbon): Ruß hat eine bis zu 3200-mal stärkere Klimawirkung als CO₂. Diese dunklen Partikel lagern sich unter anderem in der Arktis ab, absorbieren Sonnenlicht und beschleunigen die Eisschmelze.
Waldökologie: Der immense Hunger nach Brennholz führt zu einer Übernutzung der Wälder. Dadurch verlieren Wälder ihre Funktion als natürliche CO₂-Senken, Hochwasserschutz und Kühlzonen.
Ich bin noch immer vorsichtig, die Freundinnen und Freunde zu informieren. Vielleicht würden sie ein Umstellen auf Wärmepumpen andenken?
