Niko Paech: Befreiung vom Überfluss

Niko Paech ist Volkswirt und lehrt an der Universität Siegen als Professor im Bereich der Pluralen Ökonomik. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem Umweltökonomie, Ökologische Ökonomie und Nachhaltigkeitsforschung. Sein Buch heißt Befreiung vom Überfluss – ein Update.

1. VIDEOs mit Niko Paech: Wir fahren an die Wand, es scheitert das moderne Zeitalter, eine Politik der Konkursverschleppung. Es gibt romantische Fortschrittserzählungen. Wir werden weniger Konsum, weniger Techniknutzung und weniger Verkehr haben. 08.05.2026

2. VIDEO mit Niko Paech: Um das Klimaziel von 2°C zu erreichen und gleichzeitig globale Gerechtigkeit walten zu lassen, ergäbe sich eine Tonne CO2 Äquivalenten pro Kopf auf ein Jahr. Das wird ein prägnant geringeres Wohlstandsniveau sein. Ein Rückbau. Halbe Arbeitszeit. Verringerung des Realeinkommens.
1. Suffizienz, Formen der Genügsamkeit als Abwurf von Ballast und als Befreiung von Überfluss. Wiedergewinnung von mehr Übersichtlichkeit.
2. Subsistenz, das Eigenmachen, die Eigenarbeit, die Selbstversorgung. Nutzungsdauer erhöhen.
3. Gut funktionierende Regionalwirtschaft, ökologischer Landbau, Manufaktur, Abermalsreparatur, Gemeinschaftsproduktion. Auto teilen.
4. Industrie wird weniger produzieren und Produkte herstellen, die länger halten, mit Fortschritt in der Technik.
(Interview für den Katholikentag 22.05.2026)

Hoimar von Ditfurth: Die Folgen sind einschneidend

Der Klimawandel und seine Auswirkungen waren schon 1978 ein Thema. In der ZDF-Sendung „Querschnitt“ (Eine Art Vorgängersendung von Leschs Kosmos) hat ihn Hoimar von Ditfurth erklärt. Er zitiert Berechnungen, dass 2050 die Durchschnittstemperatur etwa 2 bis 3 Grad mehr betragen wird. Das sind auch heute schon die neuesten Berechnungen. Wenn wir unser Gehirn nicht einsetzen, wird die Menschheit aussterben.

Für die Schule: 2050 kommt die Durchschnittstemperatur, wenn nichts dagegen passiert, etwas 2 bis 3 Grad: https://schule.zdf.de/video/hoimar-von-ditfurth-querschnitt-1978-ueber-co2-und-klimawandel-100

Harald Lesch über Hoimar von Ditfurth, die Geschichte der Klimaforschung und die politischen Ziele.

Globale Temperaturentwicklung

Nahezu-Echtzeit-Updates wichtiger globaler Klimavariablen vom Copernicus Klimawandeldienst (C3S). Die aktuelle Oberflächenlufttemperatur sehen wir hier: https://pulse.climate.copernicus.eu/. Es gibt die absolute Temperatur und die abweichende Temperatur zum Durchschnitt der vergangenen Jahre (Anomalien). März 2024:

Copernicus ist das Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union. April 2024:

Copernicus: 2033 erreichen wir global 1,5°C

Copernicus berechnet die Daten der Temperaturerhöhung und veröffentlichte 22.2.2024 das neue Ergebnis: Wir erreichen nach diesen Daten die globale Erwärmung von 1,5°C im September 2033.

Im Jänner 2024 erreichte die globale Erwärmung einen geschätzten Wert von 1.26°C. Wenn der 30-Jahre Trend weiter anhält, wird die globale Erwärmung die 1.5°C Marke im September 2033 – in neun Jahren – erreichen.

Der Globus bei 1,5°C Erwärmung, dargestellt im Copernicus Atlas https://atlas.climate.copernicus.eu/atlas

Das Erreichen einer globalen Erwärmung von 1,5 °C – ein im Pariser Abkommen vereinbarter Grenzwert – scheint eine sehr ferne Realität zu sein, aber es könnte näher sein, als Sie denken. Experten gehen davon aus, dass dies zwischen 2030 und Anfang der 2050er Jahre der Fall sein wird. Sehen Sie, wo wir jetzt stehen und wie schnell wir die Grenze erreichen würden, wenn die Erwärmung im heutigen Tempo anhalten würde.

Copernicus ist das Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union, das sich mit unserem Planeten und seiner Umwelt zum größtmöglichen Nutzen aller europäischen Bürger befasst. Es bietet Informationsdienste auf der Grundlage von satellitengestützter Erdbeobachtung und In-situ-Daten (Nicht-Weltraumdaten) an.

Quelle: Copernicus

(Verwenden Sie in Copernicus den Schieberegler, um zu erkunden, wie sich die Schätzung im Laufe der Zeit ändert.)

ERAS bringt Daten, die höher als 1,5 gehen

Es gibt auch eine Temperaturentwicklung, die über das 1,5C Paris Limit geht. In der Grafik sehen wir in grün die vorindustrielle Basisline (1850-1900), in gelb das 1,5C Paris Limit.

Und was macht das neue Jahr 2024, eingezeichnet in Rot? Die 2-Grad-Marke knacken.
(Quelle: @eliotjacobson, Daten von ERAS)

Das CO2 steigt

Das hängt auch mit der CO2 Emission zusammen, die auf 428 ppm gestiegen ist. Der vorindustrielle Wert war 280 ppm. Das ist eine Steigerung um 148 ppm.
(Quelle: Mauna Loa Hawaii, 11.2.2024)

Meeresoberflächentemperatur steigt

Um das Bild voll zu machen, kann man auch die Meeresoberflächentemperatur sich zu Gemüte führen https://climatereanalyzer.org/clim/sst_daily/

Wenn die Meeresoberfläche immer wärmer wird, gibt es immer weniger Fische. Die Korallen sterben. Das Arktiseis und das Schelfeis in der Antarktikeis schmelzen schneller, der milde Golfstrom kippt, der Meeresspiegel steigt. Es verringert sich der Sauerstoff. Kein Fischfang mehr. Hunger breitet sich an den Küsten aus.

https://www.wwf.de/themen…/meere-kuesten/klima-und-meer