Manifest zur individuellen Moral in der Klimakatastrophe

Die einzelne Person ist gefragt.

Nachdem die große Politik nichts ändert, die Mehrheit der Bevölkerung dem Ölwahn huldigt und Parteien wählt, die die Klimakatastrophe nicht verhindern, ist der Focus auf das Verhalten der einzelnen Person zu richten.

Für die einzelne Person ergibt sich die Frage, ob sie an diesem Projekt der Zerstörung und Tötung mitmachen möchte. Die Alternativen ergeben sich im individuellen Rahmen. Wenn die einzelne Person nicht will, dass andere an der Hitze sterben, kann sie als Vorbild beim Ausstoß von Treibhausgasen mit einer Änderung ihres Lebensstils die Alternativen zeigen. Es gab in der Geschichte immer wieder Menschen, die keine Mitläufer waren. Franz Jägerstätter verweigerte den Nationalsozialisten die Unterstützung. Verantwortung heißt Antwort geben auf die Frage: Hast du mitgemacht, als die Mehrheit mit der Hitze andere getötet haben?

Wer ist es, der fragt?

Es gibt bei den monotheistischen Religionen einen Schöpfergott, der fragen kann: Was hast du getan? Auch die Kinder oder die nächsten Generationen können fragen: Was hast du getan? Im Hinduismus und im Buddhismus kommt die Frage: Hast du anderen Leid zugefügt? Für Atheisten gibt es die Frage im Hier und Jetzt: Wie geht es dir, wenn du anderen Leid zufügst? Diese Frage stellt sich aber für jede Person: Wie geht es dir, wenn du anderen Leid zufügst?

Was ist in einer individuellen Moral zu tun?

1. Die Person kann pflanzenbasierte Nahrungsmittel konsumieren. Die Fleischproduktion stößt CO2, Methan und Lachgas aus. Die Milch und die Milchprodukte sind ohne Fleischproduktion nicht möglich. Jede Kuh muss jedes Jahr ein Kalb werfen, das dann gemästet und geschlachtet wird. Wer die Treibhausgase nicht ausstoßen möchte, greift zu pflanzenbasierten Nahrungsmittel aus Hülsenfrüchten wie Soja, Linsen, Erbsen, Bohnen und Süßlupinen.

2. Wer nicht will, dass andere Menschen an der Hitze sterben, kann öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Sie sind meistens mit Solar- Windstrom und Wasserkraft betrieben. Das Fahren mit anderen reduziert den Ausstoß von Treibhausgasen. Es gibt auch am Land Busse, Bahn, Park and Ride und Mobilitätsdienste mit E-Autos. Man kann auch das E-Auto mit anderen teilen oder andere mitnehmen.

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Papa Franziskus: Kain, wo ist dein Bruder? Die Moral in Zeiten der Erhitzung

Der Ethiker und Moralphilosoph Josef Bordat beschäftigt sich seit Jahren mit der Moral in der Klimakrise. Ein zentrales Rundschreiben von Papst Franziskus war Laudato Si‘. Bordat schreibt in seiner Untersuchtung „Zur Konzeption von Verantwortung und Technik in Laudato si‘“ über den zentralen Begriff „Verantwortung“ und stellt die Frage, ob dies nicht zu einer Überforderung des Menschen und eine uneinlösbare Verantwortungshybris kommen kann. Interessant ist die Lösung.

Josef Bordat: „Seit dem Versagen Kains in der Sorge um seinen Bruder Abel („Bin ich der Hüter meines Bruders?“, Gen 4, 9) und der damit grob missachteten Pflicht des Menschen gegenüber Gott ist die Verantwortung auch ein Kernkonzept für eine Moralität, die in jüdisch-christlicher Tradition steht – immer mit der Grenze, dass dem Menschen nicht zugemutet werden darf, in seinem „Hüteramt“ die Gebote Gottes zu brechen.“

Wer hat konkret die Verantwortung?

Josef Bordat: „Hier holt Papst Franziskus in Laudato si‘ den Begriff ab: Analog zum Liebesgebot lassen sich die Verantwortung gegenüber Gott, gegenüber dem Nächsten und gegenüber mir selbst unterscheiden, wobei mit der Verantwortung gegenüber den Mitmenschen, die noch gar nicht leben (im Zuge der so genannten „intergenerationalen Gerechtigkeit“) rasch das besagte Problem der Überforderung auftritt. Wie geht Franziskus damit um? Der Papst sieht die Verantwortung zunächst als eine Haltung, die Einzelne eingedenk konkret erfahrbarer Not annehmen sollen. So braucht es „Dramen unserer Brüder und Schwestern“ (Nr. 25), so wird Verantwortung „zugewiesen“ von denen, die hier und jetzt „die schlimmsten Folgen zu tragen haben“ (Nr. 161) oder auch die Gefahr des Aussterbens bereits existierender Arten (Nr. 42), um das Verantwortungsbewusstsein (oder auch das „Verantwortungsgefühl“, Nr. 25) zu wecken, so werden spezifische „Verantwortungsträger“ benannt, die zum Handeln aufgerufen sind (Nr. 129, Nr. 135), insbesondere der „Politiker“ (Nr. 181) oder der „Verbraucher“ (Nr. 206). Hier geschieht eine konkrete Zuschreibung, die zu überschaubaren Verantwortlichkeitsstrukturen führt.“

In der Verantwortung vor Gott, dem die Erde gehört, sind wir eingebunden. Auch wenn die Klimawandelfolgen später eintreten?

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