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  • Klimarat fordert einen autofreien Tag

    Monatlichen autofreien Tag einführen

    In allen größeren Städten soll es jeden Monat einen verpflichtenden autofreien Tag für alle geben, ausgenommen sind Fahrten für Notfälle sowie Einsatzfahrzeuge. So werden zum einen Vorteile von autofreien Innenstädten erlebbar gemacht (u. a. weniger Lärm, bessere Luft, freie und sichere Straßen für Fußgänger und Fahrradfahrende und auch schnelleres Vorankommen von Einsatzfahrzeugen) und zum anderen Möglichkeiten geschaffen, unsere Alltagsgewohnheiten aktiv zu hinterfragen beziehungsweise neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Zum Ausgleich soll der öffentliche Verkehr höher getaktet fahren und kostengünstiger oder kostenfrei verfügbar sein.

    Kerosinsteuer einführen!

    Österreich soll sich für eine EU-weite Umsetzung einer Kerosinsteuer (auf der gesamten Flugstrecke) einsetzen. Dadurch könnten die Preise für Flugtickets den wahren Klimakosten angenähert werden und so das Flugverkehrsaufkommen verringert werden. Es lohnt sich dann auch eher, alternative Treibstoffe zu entwickeln. Die Einnahmen aus der Kerosinsteuer sollten dafür genutzt werden, Infrastruktur für die Erzeugung von erneuerbarer Energie und für den (internationalen) Bahnverkehr (insbesondere Nachtzugverbindungen) zu errichten. Dem eventuellen Verlust von Arbeitsplätzen in der Flug-Branche stehen neue Arbeitsplätze durch Investitionen in erneuerbare Energie und öffentlichen Verkehr gegenüber.

    Die Forderungen des Österreichischen Klimarates

    Allgemeine Empfehlungen
    Quelle: https://klimarat.org/

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  • Gebrauchst du Ausreden?

    Thomas Brudermann bringt in seinem Buch „Die Kunst der Ausrede“ 25 Ausreden, die Menschen gebrauchen, um nichts zur Erhaltung der Natur und unserer Lebensgrundlagen zu tun. Es ist Zeit, auf Ausreden zu verzichten.

    Hier 15 von 25 Ausreden zum klimafreundlichen Handeln und Gegenargumente:

    1. Ich habe Angst. OK das ist arg. Aber: Wenn Angst lähmt, bringt uns das nicht weiter, Zweckoptimismus schon.
    2. Ich weiß alles. Ganz sicher. Aber: Informierte Menschen wissen um die Wichtigkeit, neuen Erkenntnissen aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Man lernt nie aus.
    3. Es ist zu komplex. Jedoch: Sollten wir mit dem komplexen, schwer verstehbaren Klimasystem nicht besser sehr vorsichtig umgehen?
    4. Ich hatte ja gute Absichten. Jedoch: das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Gute Absichten führen nur in Kombination mit Kompetenz und Wissen zu guten Ergebnissen.
    5. Ich bin zu bequem. Dann steht dem Urlaub auf dem Balkon statt der Karibik nichts im Wege.
    6. Ich bin für die Misere nicht verantwortlich. Ethiker vertreten die Ansicht, dass Mitwissen zu Mitverantwortung führt.
    7. Die anderen machen ja noch weniger. Aber: Die anderen werden immer klimafreundlicher.
    8. Aber in China … Ja, in China sind die Menschen weit weniger klimaschädlich unterwegs als hier.
    9. Ich kann und will es nicht mehr hören. Aber: Wir würden alle lieber etwas anderes hören. Wer klimafreundlich handelt, muss sich nicht die Vorwürfe anhören.
    10. Sicher ist nur der Tod. Aber eine Wahrscheinlichkeit von 80, 90 oder 99 Prozent ist trotzdem ziemlich hoch.
    11. Ich genieße Katastrophen und Klimapartys. Aber: Ich genieße das Ausbleiben von Katastrophen.
    12. Neue Technologien werden das Klima retten. In Kombination mit neuen Technologien kann ich mich klimafreundlicher verhalten, wenn ich will. Technologien alleine reichen nicht aus.
    13. XY hat gesagt … Aber: Zum Lügen gehören immer zwei – einer, der lügt, und einer, der es glaubt. Plus: es ist nicht verboten, klüger zu werden.
    14. Klimaschutz schadet der Wirtschaft und damit uns. Aber: Der Verzicht auf Klimaschutz schadet langfristig mehr.
    15. Ich habe noch genügend andere Gründe. Aber: für wichtige Entscheidungen braucht es nur einen Grund.

    Das Buch „Die Kunst der Ausrede. Warum wir uns lieber selbst täuschen statt klimafreundlich zu leben“ von Thomas Brudermann ist im oekom Verlag erschienen.

    Quellen: www.klimapsychologie.com

  • 1.5 Grad erreicht!

    Wir brechen jetzt schon 1,5 Grad! Wenn das so weitergeht, werden wir bald 2, dann 3 Grad Erwärmung haben. Das wäre ein Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen. Das sind reine Messungen, keine Ideologie.

    Der Statistiker Grant Foster hat fünf Datensätze zusammengefasst und kam zu einem neuen Ergebnis. Er schreibt: Bereits im Jahr 2011 habe ich zusammen mit Stefan Rahmstorf (Foster & Rahmstorf 2011, im Folgenden FR11) einen Artikel verfasst, in dem wir die globale Temperatur angepasst haben, um (so gut wir konnten) den Einfluss von Faktoren zu beseitigen, von denen wir wussten, dass sie nur vorübergehend waren und nicht menschengemacht. Konkret handelt es sich dabei um Vulkanausbrüche (deren Aerosole den Planeten abkühlen), die El-Niño-Südoszillation (ENSO, die die Welt in ihrer positiven El-Niño-Phase erwärmt und in ihrer negativen La-Niña-Phase abkühlt) und Sonnenschwankungen (wenn die Sonne heißer oder kälter ist, so auch die die Erde). Diese exogenen Faktoren führen dazu, dass die globale Temperatur schwankt, aber nicht wirklich etwas bewirkt; durch die Beseitigung ihres Einflusses wird der Teil der globalen Erwärmung klarer.

    Ich habe meine Methode hierfür aktualisiert und den Zeitraum, den sie abdeckt, erweitert, daher möchte ich einige der Änderungen an der Methodik mit Ihnen teilen. Aber bevor ich das tue, komme ich gleich auf den Punkt. Es werden viele Schwankungen der globalen Temperatur entfernt, so dass die jährlichen Durchschnittswerte seit 1950 für fünf wichtige globale Temperaturdatensätze wie folgt aussehen:

    Quelle: Open Mind von Grant Foster

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  • Ein lebenswertes Österreich: Klimarat-Forderungen zugespitzt

    Stoppt das Öl! Die Letzte Generation Österreichs fordert, auf den Klimarat zu hören. Beim Lesen der Forderungen des Österreichischen Klimarates merkt man, dass sie angesichts der neueren Entwicklung, der riesigen Erhitzung und der ganz schlimmen Katastrophen sehr wichtig sind. Aber man muss die Forderungen griffig machen. Das musste ich wegen der Dringlichkeit machen:

    Gegen den Zusammenbruch

    1. Beschließt sofort ein Grundrecht auf Klimaschutz!
    2. Schafft die klimaschädlichen Subventionen sofort ab!
    3. Erhöht die CO2-Bepreisung um 200% je Tonne CO2!
    4. Gebt den Klimabonus jenen, die es brauchen und die Energie sparen!
    5. Schult die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in regenerative Branchen um.
    6. Klärt alle über den kommenden Zusammenbruch auf!

    Schafft erneuerbare Energien

    • Steigt jetzt auf erneuerbare Energiequellen um!
    • Erhöht die Energieeffizienz und reduziert den gesamten Energieverbrauch!
    • Beschließt endlich das Klimaschutzgesetz für alle Länder und Gemeinden!
    • Baut Windkraftanlagen in allen Bundesländern!
    • Baut Solarthermie, Geothermie und Wärmepumpen!
    • Regelt die Energiepreise sozial und gerecht!
    • Schluss mit den Subventionen für fossile Energie!
    • Nutzt jede versiegelte Fläche zur Energiegewinnung!
    • Baut Photovoltaik als Schattenspender!
    • Installiert auf jedem Dach Photovoltaik!
    • Baut Solarstraßen!
    • Baut Schwammstädte!
    • Baut jede Gemeinde zur Sonnengemeinde um!
    • Bestraft klimaschädliche Investitionen!
    • Gebt Geld für klimafreundliche Investitionen!
    • Gebt Geld für Forschung an fossilfreien Technologien!
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  • Just Stop Oil: Cressie Gethin verteidigt ihre Aktion

    In Großbritannien läuft ein Prozess gegen die Klimaaktivistin und Musikstudentin Cressie Gethin. Der bekannte BBC-Fernsehmoderator Chris Packham kam überraschend als Zeuge zum Prozess gegen die Just Stop Oil-Unterstützerin, der eine zehnjährige Haftstrafe droht

    Der BBC-Fernsehmoderator und angesehene Naturforscher Chris Packham sagt heute im Krongerichtsprozess gegen die Just Stop Oil-Unterstützerin Cressie Gethin aus. Er hat eine Erklärung veröffentlicht, in der er Cressies Vorgehen unterstützt.

    Heute, Mittwoch, der 14. Februar 2024, ist der achte Tag des Prozesses gegen Cressie wegen öffentlicher Belästigung. Sie erscheint am Isleworth Crown Court vor Richter Duncan. Cressie, 22, eine Musikstudentin aus Hereford, muss bei einem Schuldspruch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen.

    Cressie kletterte am 20. Juli 2022 auf ein Autobahnportal über der M25, zwei Tage nachdem die Netto-Null-Strategie der Regierung für rechtswidrig erklärt wurde und einen Tag nachdem Großbritannien mit 40,3 Grad Celsius die höchste Temperatur aller Zeiten verzeichnete, ein Meilenstein, den Wissenschaftler zuvor angenommen hatten unmöglich. [1] [2]

    Bevor Packham das Crown Court in Isleworth betrat, sprach er mit Medienvertretern. Er machte heute diese Bemerkung:

    „Wegen Cressie und anderen Just Stop Oil-Demonstranten saß ich schwitzend auf der Straße M25. Hatte ich Unannehmlichkeiten? Nun, das ist ein relativer Wert. Ich kam zu spät zur Arbeit, aber mein Haus brannte nicht ab. Ich ertrank nicht in einer Überschwemmung, wurde nicht durch eine Hungersnot vertrieben oder wurde als Klimaflüchtling von meiner Familie getrennt. Ich saß gerade auf der M25, einer Position, die ich und Millionen andere jeden Tag im Jahr einnehmen. Nicht wegen der Demonstranten, sondern weil unser Verkehrssystem aufgrund einer Panne oder eines tragischen Unfalls kaputt, überlastet oder ins Stocken geraten ist.“

    Cressie Gethin: Denken Sie an die tödliche Hitzewelle von 40 °C, an den Obersten Gerichtshof, der die rechtswidrige Klimapolitik der Regierung aufdeckte, und an die Tausenden von Menschen, die an Hitzschlag starben.

    „Also habe ich meine ‚Unannehmlichkeiten‘ für immer genutzt … Ich habe mir die Beweggründe der Demonstranten vorgestellt, warum sie ein so großes körperliches Risiko eingegangen sind und darüber hinaus das Risiko einer Inhaftierung eingegangen sind. Ich stellte mir vor, wie verängstigt sie gewesen sein mussten, als sie an einem Gerüst festhielten. Ich habe auch über ihre Botschaft nachgedacht und darüber, wie sie in einer rekordverdächtigen Hitzewelle – in der die Netto-Null-Politik unserer Regierung ihren Zweck nicht erfüllt – dafür gelobt werden sollten, dass sie einen lebenswichtigen Alarm ausgelöst haben. Ich kam zu dem Schluss, dass meine „Unannehmlichkeiten“ völlig gerechtfertigt waren.“

    „Ich gehe vor Gericht, um Cressie Gethin zu unterstützen, weil ich nicht glaube, dass sie ein faires Verfahren bekommt. Ich denke ebenso wie die UN, dass die britischen Protestgesetze und die Verurteilung von Demonstranten ungerecht und drakonisch sind und im Widerspruch zu unseren grundlegenden Menschenrechten stehen. Ich denke, wir sind Zeugen unverhältnismäßiger, rachsüchtiger Hexenverfolgungen, die darauf aus sind, einige der mutigsten Menschen der Gesellschaft zu bestrafen, nur weil sie gezwungen sind, darum zu kämpfen, die Wahrheit zu sagen. Diese Prozesse sind beschämend, erniedrigend und undemokratisch. Ich fordere den Richter, die Staatsanwaltschaft und ihre Zeugen heraus: Gehen Sie nach Hause und erzählen Sie jemandem, den Sie kennen: einem Sohn, einer Tochter, einem Neffen oder einer Nichte, die unter 25 Jahre alt ist, was Sie heute getan haben, und fragen Sie sie dann, ob sie stolz auf Sie sind ‚”.

    Quelle: https://juststopoil.org/2024/02/14/chris-packham-is-surprise-trial-witness-for-just-stop-oil-supporter-facing-a-ten-year-sentence/

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  • Die Dramatik hat sich enorm zugespitzt

    Der Linzer Moraltheologe Michael Rosenberger setzt sich seit Jahrzehnten für Umweltschutz ein – und fordert wie Papst Franziskus eine „kulturelle Revolution“.

    DOMRADIO.DE: Ihr frisch erschienenes Buch heißt „Eingebunden in den Beutel des Lebens: Christliche Schöpfungsethik“. Das ist ein weites Feld, das wir mit Ihnen beleuchten wollen. Was ist denn der Beutel des Lebens?

    Michael Rosenberger (Moraltheologe und Buchautor): In der Bibel wird von diesem Beutel des Lebens gesprochen, im Alten Testament. Da handelt es sich um einen uralten Brauch, wenn ein Herdenbesitzer die Hirten mit seiner Herde auf Wanderschaft geschickt hat. Es waren ja damals weite Strecken, die mit den Herden zurückgelegt wurden. Dann hat man vorher die Tiere gezählt und für jedes der Tiere hat man in diesen Beutel des Lebens einen Stein hineingelegt. Und wenn die Hirten dann nach einem halben Jahr oder nach einem Jahr mit der Herde zurückkamen, dann wurden zunächst einmal die neugeborenen Tiere abgezogen. Und anschließend hat man verglichen, ob die Zahl der Tiere und die Zahl der Steine im Beutel des Lebens übereinstimmen.

    Und das finde ich eigentlich ein sehr schönes Bild, weil es ausdrückt, dass jedes Tier, jedes Individuum kostbar ist, dass es zählt und dass die Hirten damit auch aufgefordert sind, sehr, sehr sorgsam mit den einzelnen Tieren umzugehen, damit sie tatsächlich dann alle wieder zu ihrem Besitzer zurückbringen können.

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  • Keine Ausreden mehr!

    Thomas Brudermann bringt in seinem Buch „Die Kunst der Ausrede“ 25 Ausreden, die Menschen gebrauchen, um nichts zur Erhaltung der Natur und unserer Lebensgrundlagen zu tun. Es ist Zeit, auf Ausreden zu verzichten.

    Hier 10 von 25 Ausreden zum klimafreundlichen Handeln:

    1. Klimaschützen nützt mir nichts. (Nutzen für mich) Aber: Weniger Fleisch und aktive Mobilität fördern die Gesundheit. Urlaub in der Nähe stärkt die lokale Wirtschaft. Wenn mir das nicht nützt, dann schadet es zumindest nicht.
    2. Ich entscheide mich gerade für das, was gut genug ist. Aber: Ich kann auch mit begrenzter Rationalität klimafreundlich sein.
    3. Ich weiß, es ist falsch, aber ich verliere dabei etwas. Aber: Man kann kognitive Dissonanz beheben, indem man sein Verhalten ändert. Klimafreundliches Verhalten fühlt sich gut an.
    4. Morgen. Nächsten Monat. Nächstes Jahr. Irgendwann. (Ein letztes Mal) Aber: Etwas aufzuschieben hat uns selten glücklich und zufrieden gemacht.
    5. Es ist zu spät. (Erlernte Hilflosigkeit) Aber: Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun. Es ist nie zu spät, Klimawandel abzumildern.
    6. Ich bin kein grüner Öko-Freak. (Identität, Werte) Aber: Das verlangt ja auch niemand.
    7. Dann müsste ich ja meine Gewohnheiten ändern. (Erlerntes Verhalten) Aber: Gewohnheiten sind zwar sehr stabil, hängen aber von der Umgebung ab, die sich oft ändert.
    8. Ich habe schon genug andere Sorgen. Aber: Klimawandel wirkt verstärkend auf andere Sorgen.
    9. Ich bin doch umweltfreundlich. (im Großen und Ganzen) Aber: Klimaschädliche Taten werden nicht durch umweltfreundliche Taten aufgehoben.
    10. Ich bezahle den Schaden. Aber: Besser ist es, den Schaden erst gar nicht anzurichten. Nicht alles kann mit Geld geregelt werden und die besten Dinge im Leben können nicht mit Geld gekauft werden.

    Quellen:
    Thomas Brudermann: www.klimapsychologie.com
    Thomas Brudermann, Die Kunst der Ausrede, Warum wir uns lieber selbst täuschen, statt klimafreundlich zu leben. oekom Verlag
    Lied „Kumm ma mit kane Ausreden mehr“ André Heller, Wolfgang Ambros

  • Profil: Was wurde eigentlich aus den Forderungen des Klimarats?

    Leonore Gewessler

    „Setzt die Forderungen um!“ Die Letzte Generation Österreich fordert von der Bundesregierung, dass die Forderungen des Klimarates umgesetzt werden.

    Vor über einem Jahr kam es zu einem Treffen von Klimarat und Ministerin Leonore Gewessler. Diese präsentierte dabei eine Antwort von 123 Seiten auf die 93 Forderungen des Klimarates.

    Das profil schrieb damals: „profil hat das Dokument einer Auswertung unterzogen. So viel vorweg: Umgesetzt ist noch kaum etwas, vieles wird versprochen – und für das seit Jahren überfällige Klimaschutzgesetz heißt es weiterhin lapidar: „derzeit noch in politischer Verhandlung“.“

    Die Auswertung und das damaliges Ergebnis von Christina Hiptmayr und Franziska Dzugan (profil) : Es sind 28% der Forderungen sind teilweise umgesetzt, 2 Forderungen sind tatsächlich umgesetzt, für 14% der Klimarats-Empfehlungen fühlt sich der Bund nicht zuständig, in mindestens 2 Fällen dürften sich die Klimaräte gefrotzelt fühlen, 16% der Forderungen stoßen auf Ablehnung, in 4 Fällen hat man sich wortreich um eine Antwort gedrückt, 19% der Vorschläge sind in Arbeit.

    Quelle, 04.12.22: https://www.profil.at/wissenschaft/was-wurde-eigentlich-aus-den-forderungen-des-klimarats/402282383
    Antwort des Klimaministeriums auf die Forderungen des Klimawandels Dez. 2022: https://www.bmk.gv.at/dam/jcr:438f077e-1e72-4710-b270-8b3e9b8950be/BMK_Klimarat_Antworten_UA.pdf

    Das war vor einem Jahr, Dezember 2022. Inwiefern seit dem viel mehr umgesetzt wurde, müsste man das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) in der Wiener Radetzkystraße 2 fragen, und die Antworten auswerten. Man kann auch zusätzlich selber recherchieren. Wer hilft mir?

    Eine gute lesbare Übersicht über die Forderungen das Klimarates bringt „Moment“. https://www.moment.at/story/was-fordert-der-klimarat
    Der Klimarat ist hier: https://klimarat.org/

  • Was tun, wenn der Zusammenbruch kommt?

    Prof. Jem Bendell

    Man muss beides sehen: Ich kann etwas gegen die Klimakatastrophe tun, auf politischer und persönlicher Ebene. Und ich kann auch in den Abgrund sehen, erkennen, dass ein Zusammenbruch auf uns zukommt und mich an diesen Zusammenbruch anpassen, politisch und persönlich.

    Im ersten Fall ist es sinnvoll jene Organisationen und Parteien zu unterstützen, die die Klimakrise bewältigen wollen und man kann sinnvollerweise im persönlichen Bereich nachhaltige Ziele verfolgen.

    Im zweiten Fall, in den Abgrund zu sehen und zu erkennen, dass ein Zusammenbruch der Zivilisation auf uns zukommt, ist es sinnvoll, sich auf ein Überleben im Zusammenbruch und in der Zeit danach vorzubereiten.

    Prof. Alison Green

    Das haben einige begonnen wie der emeritierte Professor für Nachhaltigkeitsführung an der University of Cumbria, UK, Jem Bendell und die Professorin Alison Green von der Arden University, Coventry, UK. Alison Green ist eine britische Kognitionspsychologin. Sie ist ehemalige Pro-Vizekanzlerin an ihrer Universität und verließ diese herausragende Karriere in der Wissenschaft, um sich hauptberuflich als Klimaaktivistin zu engagieren.

    Jem Bendell erkannte, nachdem er in einem Forschungsjahr die Klimadaten mit anderen Wissenschaftlern untersucht hat, dass wir einem globalen Kollaps zusteuern. Er schrieb die Studie „Deep Adaption“, in Deutsch: „Tiefe Anpassung„, die sehr bekannt und heftig diskutiert wurde. Nach seinem zweiten Buch Breaking Together, „eine freiheitsliebende Reaktion auf den Zusammenbruch“ (zum frei herunterladen) im Mai 2023 gab er seine Stelle als ordentlicher Professor auf und gründete eine regenerative landwirtschaftliche Schule in Indonesien. Er spielt auch Andachtsmusik.

    Jem Bendell schreibt:

    Vor dem Sommer 2023 war ich ordentlicher Professor für Sustainability Leadership und Gründer der Initiative for Leadership and Sustainability (IFLAS) an der University of Cumbria. Ich war außerdem Gründer des Deep Adaptation Forum und Mitbegründer der International Scholars’ Warning on Societal Disruption and Collapse.

    Ein großer Wandel in meiner Karriere begann im Jahr 2017, als ich mir ein Jahr Zeit nahm, um die neuesten Klimawissenschaften zu studieren, und das Papier „Deep Adaptation“ veröffentlichte, das viral ging. Ein anständiges Profil von mir erschien 2023 im GQ Magazine.

    Nach der Veröffentlichung meines Buches Breaking Together im Mai 2023 (als kostenloser Download erhältlich) beschloss ich, meine Anstellung als ordentlicher Professor in Großbritannien aufzugeben.

    Im Alter von 50 Jahren betrete ich einen neuen Lebensabschnitt,s in dem der Aufbau einer regenerativen Farmschule in Indonesien und das Spielen von Andachtsmusik für Gruppen mein Hauptaugenmerk sein werden. Darüber hinaus schreibe ich Aufsätze über die Bereitschaft und Reaktion auf Zusammenbrüche, halte gelegentlich Vorträge, Kurse oder Interviews und veröffentliche Newsletters.

    „You can contact me via this form. You can receive a 6 monthly update from me by subscribing here.“
    Wenn Sie mich dabei unterstützen könnten, weiterhin solche Essays zu schreiben, wäre ich Ihnen dankbar.

    Trotz der falschen Darstellung meiner Person durch reformistische Umweltschützer, die leider Versuche, den Zusammenbruch der industriellen Konsumgesellschaften abzumildern, marginalisieren, habe ich nie ein kurzfristiges Aussterben der Menschheit vorhergesagt und befürworte seit über 25 Jahren weiterhin CO2-Reduzierungen und natürliche Reduzierungen. Ich habe mich für eine umfassendere Agenda zur Schadensminimierung eingesetzt, die über die Aufgabe sozialer Veränderungen oder das Festhalten an gescheiterten Taktiken, Richtlinien und Ideologien hinausgeht.

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  • Studie: Eine Milliarde Tote durch das Verbrennen von Kohlenstoff

    Professor Richard Parncutt, Graz

    Es ist keine Panikmache, was zwei Forscher in ihrer Metastudie herausgefunden haben. Der eine ist Professor Joshua Pearce, der auf einer Kanadischen Universität forscht und der andere ist Richard Parncutt, der auf der Universität in Graz forscht.

    Sie greifen auf Studien zurück, die versuchten, die durch den Klimawandel verursachten menschlichen Todesfälle auszurechnen und dabei die methodischen Schwierigkeiten zu überwinden. Pearce und Parncutt haben die „Schätzungen der künftigen Zahl menschlicher Todesopfer durch den Klimawandel in jedem Maßstab und an jedem Ort verglichen und synthetisiert“. In ihrem Artikel bringen sie auch Handlungsoptionen für die Energiepolitik.

    Professor Joshua Pearce, Kanada

    Sie gehen wie viele andere Studien von der „1000-Tonnen-Regel“ aus, dass ein Mensch getötet wird, wenn 1000 Tonnen fossiler Kohlenstoff (C) verbrannt werden. Wenn die globale Erwärmung 2°C erreicht oder überschreitet, werden eine Milliarde Menschen sterben.

    Vor allem reichere Menschen, die sehr viel Kohlenstoff verbrennen und damit den Treibhauseffekt immens erhöhen, werden für den Tod von einer Milliarde Menschen verantwortlich sein. Dies sei mit unfreiwilliger oder fahrlässiger Tötung vergleichbar.

    In dem Interview von „Moment“ bringt Parncutt ein Beispiel: „Ich bin Australier. In der Vergangenheit flog ich oft nach Australien. Bei einem solchen Flug wird für jeden Fluggast ca. eine Tonne Kohlenstoff verbrannt, das entspricht ca. vier Tonnen CO2. Nach der 1000-Tonnen-Regel töte ich ein Tausendstel von einem Menschen, wenn ich nach Australien fliege. Das entspricht einer Lebenszeitverkürzung von ca. einem Monat. Das ist ja unglaublich. Und deshalb sind diese Art von Vergleichen politisch, glaube ich, sehr interessant.“
    Ach wenn die globalen Emissionen stark reduziert werden, sterben noch immer Menschen.
    Im August 2021 warnte UNICEF, dass über eine Milliarde Kinder einem extremen Risiko für die Auswirkungen der Klimakrise ausgesetzt seien (Laut dem Children’s Climate Risk Index):

    Die Forderungen dieser Metastudie:
    STOPP: Jegliche Erzeugung von Energie mit fossilen Brennstoffen muss sofort gestoppt werden, etwa um 90% bis 2030.
    ENERGIEEINSPARUNG: Eine verbesserte Energieeffizienz und eine rationelle Energienutzung sollten durch staatliche Programme unterstützt werden: Industrie, Landwirtschaft, Transport, nachhaltige Städte, Wohnungen, Haushalt, Industrie- und Entwicklungswelt.
    ENTWICKLUNG DES ENERGIEMIX: Vollständiger Ersatz von kohlenstoffreichen Brennstoffen (Kohle, Erdgas, Erdöl) durch kohlenstofffreie Brennstoffe (Wasserstoff, Strom) aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasserkraft, Windkraft, Geothermie, Biomasse und vor allen Solarenergie. Politische Instrumente sind handelbare Emissionsrechte, Steuergutschriften, Subventionen, Vorschriften wie Einspeisetarife für die Erzeugung erneuerbaren Energien.
    KOHLENSTOFFABFALLMANAGEMENT: Entwicklung von Techniken zur Entwertung kohlenstoffintensiver Brennstoffe wie Kohlenstoffsteuern und technische Mittel zur Abscheidung und Speicherung von CO2 wie der Kohlenstoffbindung im Boden.

    Richard Parncutt spricht auch Klartext: Es geht auch um Schuld. Schuld ist ein wichtiger gesellschaftlicher Mechanismus. Indem sie Gerechtigkeit fördert, kann sie auch Leben retten. Wenn wir das Recht auf Leben von anderen Menschen nicht berücksichtigen, sind wir diesbezüglich schuldig. Wir sind keine Mörder, aber wir sind Leute, die bewusst den Tod von anderen Menschen mitverursacht haben. Wenn wir diese Wahrheit erkennen, haben wir die Chance, die globalen Emissionen signifikant und nachhaltig zu bremsen.

    Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass möglicherweise stärkere Maßnahmen erforderlich sind als die schrittweise Dekarbonisierung wie in der Vergangenheit:

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