Die Industrieproduktion sinkt 2025 rapid

Diese Studie ist eine Berechnung, keine Vorhersage. Es kann besser werden und es kann schlechter werden. Es werden jedoch die vielen Daten verwendet, die weltweit verfügbar sind. Es gibt zwei Ergebnisverläufe. Die in der Graphik dargestellten gepunkteten Linien stellen den ursprüngliche Business-as-usual (BAU) Verlauf dar. Die durchgängigen Linien stellen den neu berechneten Verlauf dar.

  • Wir sehen rot die Industrieproduktion, die 2024 einen Knick nach unten macht.
  • Die Nahrungsmittelproduktion (grün) steht dem nicht nach und macht auch 2024 einen Knick nach unten. Beide erholen sich nicht, sondern verlaufen steil nach unten. 2100 ist sie auf dem Niveau von 1900.
  • Die Nahrungsmittelproduktion (grün) steht dem nicht nach und macht auch 2024 einen Knick nach unten. Beide erholen sich nicht, sondern verlaufen steil nach unten. 2100 ist sie auf dem Niveau von 1900. Wobei die Bevölkerungszahl 2100 höher ist als 1900. Da beginnen ca. 2070 die Hungerjahre.
  • Die Bevölkerungszahl (orange) hat 2027 einen Höhepunkt und geht dann nicht steil, aber stetig nach unten.
  • Die anhaltende Verschmutzung (blau, z.B. Plastik) nimmt stetig zu, erreicht 2090 einen Höhepunkt und sinkt dann leicht.
  • Die nicht erneuerbaren natürlichen Ressourcen (rosa) sinken seit 1970 stark und bilden 2025 eine stetige sinkende Kurve und gehen ca. 2075 in eine flache Kurve über.

Man kann neugierig sein, wie die Jahre 2024 und 2025 werden. Sie sind anscheinend die Höhepunkte oder Wendepunkte für die Industrieproduktion und die Nahrungsmittelproduktion.

Wir können, wie Ulrike Herrmann bemerkt, den Übergang zu einer Überlebenswirtschaft mit kluger Rationierung der Ressourcen schaffen oder wir überlassen es und es kommt zu einer 3 Grad Erwärmung, und wie es Hans Joachim Schellnhuber bemerkt, zu einem Kollaps der Zivilisation. Ich denke, es ist Zeit in allen Bereichen etwas zu unternehmen und keine Ausreden mehr machen.

Die Studienautoren schreiben:

Nach 50 Jahren gibt es immer noch eine anhaltende Debatte über die Studie „Limits to Growth“ (LtG). In diesem Artikel wird das World3-03-Modell von 2005 neu kalibriert. Die Eingabeparameter werden geändert, um besser zu empirischen Daten zur Weltentwicklung zu passen. Zur Berechnung und Optimierung verschiedener Parametersätze wird ein iteratives Verfahren eingesetzt. Dieser verbesserte Parametersatz führt zu einer World3-Simulation, die im kommenden Jahrzehnt den gleichen Überschwing- und Kollapsmodus zeigt wie das ursprüngliche Business-as-usual-Szenario des LtG-Standardlaufs. Der Haupteffekt der Neukalibrierungsaktualisierung besteht darin, dass die Spitzenwerte der meisten Variablen angehoben und um einige Jahre in die Zukunft verschoben werden. Die Parameter mit den größten relativen Veränderungen beziehen sich auf die Lebensdauer des Industriekapitals, die Verzögerung bei der Übertragung von Schadstoffen und die Entwicklungszeit für städtisch-industrielles Land.

Quelle: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jiec.13442
Titel: Recalibration of limits to growth: An update of the World3 model / Neukalibrierung der Wachstumsgrenzen: Ein Update des World3-Modells
Arjuna NebelAlexander KlingRuben WillamowskiTim Schell
First published: 13 November 2023, https://doi.org/10.1111/jiec.13442
Editor Managing Review: Ichiro Daigo
© 2023 The Authors. Journal of Industrial Ecology published by Wiley Periodicals LLC on behalf of International Society for Industrial Ecology.
This is an open access article under the terms of the Creative Commons Attribution License, which permits use, distribution and reproduction in any medium, provided the original work is properly cited.

„Die Industrieproduktion sinkt 2025 rapid“ weiterlesen

Wie die Zukunft aussehen könnte

Langsam stellen wir uns auf die Zukunft ohne Erdöl und Erdgas um. Es wird eine Welt mit vielen Schatten spendenden🌳, mit Sträuchern und Blumen, Gemüsepflanzen und Obstbäumen. Statt Erdöl und Erdgas bekommen wir die Energie von der Sonne.

Die Häuserfassaden sind begrünt, die Fenster sind dreifach verglast, wir haben Photovoltaik am Dach, durch die uns die Sonne Strom liefert. Wärme kommt von der Wärmepumpe, einige haben Erdwärme. Im Winter kommt Strom von den Windrädern. Der Regen wird in Zisternen gesammelt.

Die Kleidung ist reine Baumwolle, das Flusswasser ist frei von Mikroplastik, es gibt kaum Zucker, aber viele schmackhafte Öle, es gibt kaum Fleisch, aber eiweißhaltige Pflanzen und wohlriechende Kräuter und Gewürze.

Wir haben bald ein e – 🚗, das wir zum Transport benötigen, das leise ist, nicht stinkt und das wenig Reparaturen braucht. Große Strecken fahren wir entspannt mit dem Zug, gerne auch mit dem Regionalbus. Ich gehe auch zu Fuß und sehe dabei viel mehr. Oder ich fahre locker mit dem E-Bike. Das hält mich gesund.

Ja, so könnte die Zukunft aussehen. So wird sie aussehen, wenn wir den Wohlstand erhalten wollen.

Die großen Krisen der Menschheit

Hamasterroristen verleugnen die Sinnlosigkeit.

Der 24. Februar 2022 mit dem Überfall auf die Ukraine, der 7. Oktober 2023 mit dem Massaker der Hamas und der heißeste Sommer 2023 seit tausenden von Jahren ist eine harte Wende in der Menschheitsgeschichte. (Man kann auch noch die Pandemie dazu nehmen.)

Es wirkt ähnlich wie ein Weltkrieg auf unsere Mentalität. Der starke Einschnitt führt zu einer Spaltung der Menschheit (1), zu einer neuen Sicht auf das Gewaltphänomen (2) und als drittes zu einer psychischen Abwehr gegen notwendige Veränderungen (3).

  1. Der Krieg ist zurück und benötigt eine Erinnerung an die Kriegsregulierungen und eine ethische Überprüfung.
  2. Die Ansteckung mit der Gewalt muss neu gedacht werden. Der Nationalismus mit den Feindbildern fördert nach innen und nach außen die Aggression. Gewalt wird nachgeahmt und Feindbilder werden verstärkt.
  3. Die Leugnung des Notwendigen: Die notwendigen Änderungen beim menschengemachten Treibhauseffekt werden geleugnet. Die Notwendigkeit der Rüstung wegen dem Angriff des Imperiums Russland kann nicht übergangen werden. Der Kampf gegen den aggressiven und antisemitischen Islam kann nicht links liegen gelassen werden. Die Kunst der Ausreden erreicht eine wachsende Blüte.

Diese drei Bereiche, Krieg, Gewalt und Leugnung hängen zusammen, aber müssen genauer durchdacht werden.

Regionale Entwicklung im Wienerwald

Liebe Freundinnen und Freunde der Zukunft auf der Erde!
Ich lade euch herzlichst zu unserem nächsten Arbeitskreis Zukunft der Erde am Mittwoch, 22.11. 2023, 18:00, Café Corso, Pressbaum, Niederösterreich ein.
Es geht um die Liebe zum Leben und die Begeisterung für gute Bedingungen.
Am vorletzten Mittwoch haben wir vor allem folgende Themen besprochen: Biodiversität und Staudenknöterich, FoodCoops, individueller öffentlicher Verkehr und Radwege.
Einige wollen zur Biodiversität weiterarbeiten, andere zu den Mikro-Öffis. Aber auch andere Themen werden aktuell sein.

Genauerer Rückblick auf die Themen und mehr Informationen:

  1. Biodiversität ist gefährdet, auch durch den Staudenknöterich. Er stammt ursprünglich aus Asien und ist eine 3-4 m hohe Staudenart, die sich vor allem an freien Ufern und Straßen verbreitet. Dort führt sie zur Erosion des Erdreichs, zum Aufbrechen der Straße und lässt durch ihren dichten Wuchs keine anderen Pflanzen zu. Romana Kalt hat schon sehr viel zur Aufklärung beigetragen. Info bei der AGES, Land Steiermark, Wikipedia, Europäische Union.
  2. Zu Food Coop und Bauernmärkte gibt es unterschiedliche Erfahrungen. Das Bedürfnis nach regionalen Lebensmitteln ist da, aber die Konsumenten machen oft keine Wochenpläne und besuchen die Supermärkte dann, wenn sie gerade etwas brauchen. Food-Coop im B.R.O.T. hat aber vieles auf Lager. Info: BROT, FoodCoops, Food-Coop-Pressbaum, Manfried Faber.
  3. Öffentlicher Verkehr: Er ist mit dem Radverkehr und dem Zu-Fuß-Gehen die Alternative zum Verbrenner und auch zum Elektroauto. In Niederösterreich gibt es in einigen Regionen individuelle und öffentliche Verkehrsangebote, „Mikro-Öffis“. In unseren Gemeinden gab es mit VOR schon Absprachen und es gab auch Planungen, wo Kleinbusse Stationen haben können. Leider wurde das Konzept aus finanziellen Gründen ad Acta gelegt. Mikro_ÖV gibt es in fast allen Bundesländern. Neu: Gemeinden werden ab sofort für solche „Mikro-ÖV“-Projekte mit bis zu 80.000 Euro jährlich unterstützt. Info: KOMMUNAL; Klimaministerium, VCÖ (PDF), Michael Sigmund, Rudi Mlinar.
  4. Der Radweg durch das Pressbaumer Zentrum ist in Planung. Mit der EVN, die Fernwärme bauen will, soll auch die Stromleitung und das Wassernetz erneuert werden. Info: Elisabeth Reinthaler, Radlobby: Katja Bohländer.

Nächster Arbeitskreis ist also am Mittwoch, 22.11. 2023, 18:00, Café Corso

Davor, am Dienstag, 21.11.2023 fahre ich mit Hans-Peter zu einer Veranstaltung nach St. Pölten über nachhaltige Gemeindeentwicklung und „Klimaschutz gemeinsam umsetzen“. Mit dem Zug um 14:42 ab Tullnerbach Pressbaum. Vielleicht möchte wer von euch mitfahren. Gleich.wandeln.
Liebe Grüße
Hannes

Wenn Sie nicht an den Klimawandel glauben wollen, müssen Sie diesen Text lesen

Der Psychologe und Nachhaltigkeitsforscher Thomas Brudermann schrieb auf Twitter: Habe für Focus Online über Klimawandelverleugnung geschrieben. Wie erwartet hat meine Mailbox schon freundlichere Tage gesehen.

Ich habe seinen Artikel mir angesehen und fand ihn sehr hilfreich, die jetzige Situation zu verstehen. Er beginnt mit der Feststellung, dass die Klimaforscher schockiert sind, dass ihre Befürchtungen viel früher Realität wurden. Das Jahr 2023 brachte Hitzerekorde, Starkregen, Überflutungen und große Waldbrände. Aber immer mehr Menschen verfallen den Klimawandelleugnern.

In den Sozialen Medien heißt es immer mehr „Klimahysterie“ und „Alles Blödsinn und Betrug“. Einige fragen sich: Ist diese Realitätsverweigerung nicht völlig absurd?

Für den Psychologen ist die Zunahme von Klimaleugnungs-Extremen mit der Zunahme von Sichtbarwerden der Klimawandelfolgen nicht überraschend. Es deckt sich mit den Studien zur Verhaltenswissenschaft.

Es ist angesichts der Zunahme der Extremereignisse wahrnehmbar, dass die Warnungen der Klimaexperten zutreffen. „Wie viele Beweise braucht es noch?“ könnte man fragen. Das könnte doch alle überzeugen.

Brudermann dazu: „Tja. Falsch gedacht.“

Er bringt drei Treiber der Verleugnung:

  1. Erstens, sogenannte „Bestätigungsfehler“ (engl.: Confirmation Bias)
  2. zweitens die gestiegene Politik- und Wissenschaftsskepsis in der Bevölkerung
  3. drittens die Hyperaktivität aggressiver Wissenschaftsverleugnungsorganisationen, die ihre Botschaften gut auf Weltbilder und Lebenseinstellungen abstimmen.

Zum Ersten: Menschen lieben das, was ihre Meinung bestätigt. Beispiele, die ihre Meinung ins Wanken bringt, ist schmerzhaft und benötigt kognitive Energie.

Zum Zweiten: Jene, die sich als Verlierer in der Gesellschaft sehen, lehnen sehr oft Politik und Wissenschaft ab. Begonnen hat das in der Zeit der Pandemie, als sich verschiedene wissenschaftsfeindliche und politikfeindliche Gruppen herauskristallisiert haben. Die haben mit dem Klimathema ein neues Betätigungsfeld gefunden.

Das Spektrum der verschiedenen Weltbilder haben da ihre Leugnungen herausgebildet: das konservative, das nationale und das wirtschaftsliberale Weltbild. Brudermann verweist auf den Kommunikationsexperten Carel Mohn: Wenn Weltbilder und Fakten in Konflikt geraten, dann unterliegen die Fakten.

Zum Dritten: Es gibt dann die „hyperaktiven, beinahe aggressiv-nervösen“ Verleugner-Organisationen, die diese Weltbilder benutzen. Das sind private Medien und Lobbyverbände der fossilen Firmen, die Skepsis der Menschen mit ihren Lügen bedienen und ihre Weltbilder bestätigen.

Quelle: Focus.de

Quelle: https://www.focus.de/earth/experten/kolumne-von-thomas-brudermann-wenn-sie-nicht-an-den-klimawandel-glauben-wollen-muessen-sie-diesen-text-lesen_id_230076571.html

Theodor Seidels Kommentar dazu finde ich sehr erhellend:
Umweltschutz

Es wäre wirklich schlimm, wenn wir uns getäuscht hätten mit der menschengemachten Klimaerwärmung. Dann hätten wir 2050 begrünte Innenstädte mit richtig sauberer Luft zum Atmen. Lärm und Gestank wäre nicht mehr vorhanden. Wir hätten keine Massentierhaltung mehr und würden gesünder leben, weil Fleischkonsum unattraktiv ist. Der Regenwald wäre in seiner ganzen Pracht und Nutzen immer noch vorhanden. Die Ozeane wären sauberer, wir würden erneuerbare Energie zum Nulltarif beziehen und nicht das Geld den Ölmultis in den Rachen schmeißen. Wir hätten wieder gute Böden weil es nur noch ökologische Landwirtschaft gibt. Ja, die Folgen wären schlimm, wenn wir uns getäuscht hätten.
https://www.focus.de/230076571?commentId=f02fcc02-00fe-4cc8-ab53-d4fa8e12ad4a

Klimaforscher Schellnhuber: Das System beginnt unruhig zu werden

https://science.apa.at/power-search/10985960308859029263

Die gegenwärtige geologische Epoche, das seit rund 12.000 Jahren andauernde Holozän, sei klimatisch von unglaublicher Stabilität geprägt gewesen. Nun scheine sich das zu ändern, das Klimasystem beginne unruhig zu werden. „Ganz gleich, wohin Sie schauen, die Kurven verlassen den normalen Bereich“, sagte der Forscher, der mit 1. Dezember den Posten des Generaldirektors beim Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg (NÖ) übernimmt.

Schellnhuber wurde mit seiner Forschung zu „Tipping Points“, den Kippelementen, bekannt. Dabei handle es sich um Elemente im Klimasystem, die nach und nach in einen anderen Zustand gestürzt werden könnten, wenn die Erde sich erwärmt. Zu diesen Kippelementen zählt etwa das Abschmelzen des Meereises in der Arktis, des Grönländischen Eisschildes und das Auftauen von Permafrostböden. Außerdem die zunehmenden Waldbrände in den gemäßigten Klimazonen, die steigende Trockenheit im tropischen Regenwald sowie die sich verlangsamende Atlantische Umwälzströmung, die sich wiederum auf den Monsunregen negativ auswirkt.

„Klimaforscher Schellnhuber: Das System beginnt unruhig zu werden“ weiterlesen

Unleugbare Dringlichkeit

Paul M. Zulehner zum Apostolischen Schreiben Laudate Deum von Papst Franziskus.

Acht Jahre nach der Veröffentlichung der epochalen Enzyklika Laudato si (2015) redet Papst Franziskus der Welt neuerlich ins Gewissen. Es drängt ihn seine tiefe Besorgnis um den Erhalt unseres gemeinsamen Hauses. Auf den Klimawandel, in welchem er eine der größten Herausforderungen für die globale Gemeinschaft sieht, werde in fahrlässiger Weise unzulänglich reagiert. Das werde unvorhersehbare ökologische und soziale Folgen zeitigen, vor allem für die am meisten gefährdeten Menschen.

Fundierte Diagnose

Wie schon in Laudato si setzt der Papst an den Beginn eine fundierte Diagnose der Lage des Weltklimas. Er stützt sich dabei auf die neuesten Berichte des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) aus den Jahren 2021 und 2023, denen rund 34.000 wissenschaftliche Studien zugrunde liegen. Aus diesen übernimmt er den „sense of urgency“ – die hohe Dringlichkeit, mit der umgehend gehandelt werden müsse. Denn die Welt steuere auf kritische Kipppunkte zu; diese sind „für mindestens Hunderte von Jahren unumkehrbar“: das Ansteigen der Temperatur der Ozeane, das Abschmelzen der Pole, das Schmelzen der Eisschilde, die Veränderung der Meeresströmungen, das Abholzen der tropischen Regenwälder und das Auftauen des Permafrostbodens in Russland“ (15).

Leugner und Spötter

In scharfen Worten zeigt der Papst Unverständnis gegenüber jenen, welche den „anthropogenen“, also von Menschen verursachten Klimawandel leugnen. Solche unerleuchtete Leugner ortet er auch in der katholischen Kirche (14). Neben dem Leugnen stört den Papst auch  ein unverantwortlicher Spott, der dieses Thema als etwas bloß Ökologisches, „Grünes“, Romantisches darstellt, das oft von wirtschaftlichen Interessen ins Lächerliche gezogen wird: „Geben wir endlich zu, dass es sich um ein in vielerlei Hinsicht menschliches und soziales Problem handelt.“ (58)

Das ist der Link zum Text Laudato Deum:

https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2023-10/wortlaut-laudate-deum-exhortation-papst-franziskus.html

„Unleugbare Dringlichkeit“ weiterlesen

Die Botschaft an die Zauderer

Es wird immer dringender. Starkregen, Überschwemmungen, Dürre, Hitze, Insektensterben bringen Krankheit, Armut und Tod. Das CO2, das ihr in die Atmosphäre schaufelt, bleibt die nächsten 500-1000 Jahre in der Atmosphäre. Das erhitzt jede Sekunde die Luft und die Meere. Ganze Landstriche werden unbewohnbar.

Ihr Zauderer, ihr treibt alle mit euren Treibhausgasen und Insektiziden in den Untergang und beschreibt es als Paradies.

Hört damit auf!

Es gibt keinen Planeten B.

Ihr Zauderer, ihr macht Versprechungen, aber zerstört weiter die Lebensgrundlagen von Tieren, Pflanzen und uns Menschen.

Hört damit auf!

Ihr Zauderer, ihr bringt mit eurem CO2 und eurem Methan Überschwemmungen, Hitze und Dürre. Wegen eurer Dürre brennen die Wälder wie Zunder. Wegen eurer Zauderei wird fruchtbarer Ackerboden zerstört.

Hört damit auf!

Ihr Zauderer, ihr lenkt mit eurem Streit und eurem BlaBla von der Erhitzung ab, werft immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre und zerstört die Häuser und die Äcker.

Hört endlich damit auf!

Ihr Zauderer, entscheidet euch für den Mut, die Informationen zu suchen, zu sehen und zu lesen. Helft mit, eine lebenswerte Zukunft zu bauen.

Entscheidet euch für den Mut und handelt.

Klimastreik am Freitag, 15.9.2023

Es wird immer dringender. Klimademonstration weltweit und in Pressbaum.

Mit 300 bis 500 Hitzetoten rechnet die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit heuer in Österreich. Das wäre ein deutlicher Anstieg, verglichen mit 2022. Da waren es 231Tote.

Der Sommer 2023 hat gezeigt, dass extreme Wetterverhältnisse auch in Europa keine Ausnahme mehr sind. Feuer auf griechischen Inseln, Hitze in Spanien, Hagelstürme in Italien, Fluten und Muren in der Steiermark und Kärnten. Die Folgen der globalen Klimaerhitzung werden bei uns immer spürbarer.

Ich organisiere das mit anderen von Fridays For Future und habe die Demonstration bei der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten angemeldet. Ich lade euch herzlich dazu ein.

Wir fordern die österreichische Regierung auf, mehr zu tun. Die Treibhausgase, die in die Atmosphäre geschaufelt werden, bleiben dort tausend Jahre und erhitzen jedes Jahr die Erdoberfläche. Es gibt Pläne, CO2 und Methan zu reduzieren. Aber laut österreichischem Umweltbundesamt wird Österreich die EU-Klimaziele für 2030 verfehlen. Dabei gibt es einfach umzusetzende Maßnahmen:

  • Alle Bundesländer müssen Windenergie ausbauen.
    Windenergiequote für jedes Bundesland
    Säumige Bundesländer zahlen mehr.
    Die Winterlücke von Strom mit Windenergie schließen
  • Altbau-Häuser dämmen und Luft-Luft-Wärmepumpen einbauen. Ein typischer Altbau braucht ohne Dämmung 4-mal so viel Heizenergie wie mit Sanierung.
  • Güterverkehr weg von der Straße auf die Schiene.
  • Ein neues Klimaschutzgesetz, das Kinder wirklich schützt.
  • Von den Landesregierungen fordern wir einen massiven Ausbau von Radwegen – statt Autobahnen.
  • Verbot von Insektiziden
  • Verbot von Plastikverpackung, Pfand auf Plastikflaschen
  • Ausbau des Stromnetzes
  • Geschwindigkeitsbeschränkung 100 / 60 /40
  • Keine neuen Straßen
  • Keine neuen Supermärkte
  • Renaturieren

Quellen: Fridays For Future Austria
Fridays for Future Pressbaum
Link zu Instagram: https://www.instagram.com/p/CwxKYKWqgRy/
Link zu Facebook: https://www.facebook.com/events/688186876506433
Link zu Tiktok https://vm.tiktok.com/ZGJnJSEsK/

Die wahren Extremisten

Viele setzen beim Thema Klimawandel auf Wunschdenken. Ein Gastkommentar von Michael Praschl im Kurier 11.08.2023.

Aktuell werden häufig diejenigen, die sich für wissenschaftlich belegte, überlebenswichtige Klimaschutzmaßnahmen engagieren, als Extremisten bezeichnet – nicht nur die „Klimakleber“, deren Methodik auch ich nicht befürworte. Wer unangenehme Wahrheiten ausspricht, gilt oft als radikaler Extremist.

UN-Generalsekretär Guterres – von Rechtspopulisten bereits als Extremist bezeichnet – spricht solche Wahrheiten aus: „Die aktuelle Klimapolitik führt bis zum Ende des Jahrhunderts zu einer Erderwärmung von 2,8 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Wir rasen sehenden Auges auf eine Katastrophe zu – mit zu vielen, die auf Wunschdenken, auf unerprobte Technologien und Wunderlösungen setzen. Es ist Zeit, aufzuwachen und aufzustehen.“ Er stellt auch die Frage, ob nicht eher die Länder, die weiterhin fossile Brennstoffe produzieren, die echten Klimaextremisten sind. Leider werden die 2,8 Grad Temperaturerhöhung möglicherweise bereits Mitte des Jahrhunderts erreicht.

Im Gegensatz dazu meint beispielsweise die ÖVP wörtlich: „Das gebetsmühlenartige Verteufeln von Verbrennermotoren ist eine reine ideologiegetriebene Verbotskultur von Schein-Klimaaktivisten.“ Nachdem hier die Wissenschaft ignoriert und den Menschen suggeriert wird, dass alles durch Technologie gelöst wird (z. B. E-Fuels) und niemand sein Verhalten ändern muss, kann man das durchaus als extremistisch bezeichnen. Auf das Wissen der vielen hochkompetenten Experten im Klimaschutz-/Verkehrsministerium wird bewusst verzichtet.

Die FPÖ leugnet – wortgleich mit der AfD – entweder den Klimawandel generell (Leugner Typ A), oder den menschlichen Einfluss darauf (Leugner Typ B). Viele lassen sich dadurch tatsächlich ködern, weil sie bei Nichtexistenz der Erderhitzung ja nichts am eigenen Verhalten ändern müssten und auch keinerlei Schuld auf sich geladen hätten. Das würde ich sogar als radikal-extremistisch bezeichnen.

Quelle und Weiterlesen:
https://kurier.at/meinung/gastkommentar/die-wahren-extremisten/402550772

Michael Praschl befasst sich wissenschaftlich mit dem Klimawandel und mit sicherer und nachhaltiger Mobilität

Die Positivdenker liegen falsch

Sagen wir den Stimmungserklärer, den Moodsplainern, den Positivdenkenkern, dass sie falsch liegen, und machen wir uns dann wieder an die Arbeit
Gepostet am 5. August 2023 von jembendell

Während wir von den Auswirkungen des seltsamen Wetters und den Nachrichten über beispiellose Meerestemperaturen auf der ganzen Welt erschüttert werden, sind die Stimmungserklärer in großer Zahl unterwegs. Sie sagen uns, dass wir zu Recht besorgt sind, aber zu Unrecht, wenn wir nicht glauben, dass unsere Lebensweise gerettet werden kann. In unseren Lieblingsnachrichtenagenturen erfahren wir, dass es sowohl moralisch als auch praktisch wichtig ist, positiv zu bleiben, Panik einzudämmen und Verzweiflung zu umgehen. Sie warnen uns davor, Märchen von Veränderung und Erlösung aufzugeben.

Es könnte in Ordnung sein, wenn sie in einer sich selbst schützenden Blase der Täuschung leben wollten. Aber mit ihrem öffentlichen Eintreten unterdrücken sie auf gefährliche Weise den notwendigen Dialog, der uns allen helfen könnte, den Schaden in dieser Zeit der gesellschaftlichen Zerrüttung und des Zusammenbruchs zu verringern.

Die Stimmungserklärer sagen uns, dass Menschen „aufgeben“, wenn sie glauben, dass es „zu spät“ ist. Das ist eine grobe Verallgemeinerung, die auf mehreren Ebenen fehlerhaft ist. Erstens ist es zu spät für was genau? Realisten wissen, dass es zu spät ist, die Privilegien der Experten, Journalisten und politischen Entscheidungsträger aufrechtzuerhalten, die uns sagen, wir sollten hoffnungsvoll bleiben.

Jeder, der über die Werbung für einen grünen Wandel hinausblickt und sich die wissenschaftliche Forschung zu BIP-Wachstum, Energiequellen und Kohlenstoffemissionen anschaut, weiß, dass moderne Gesellschaften weder weiterhin die Ressourcen noch die Energie verbrauchen können, die sie derzeit verbrauchen (siehe Kapitel 3 meines Buches). Zusammenbrechen).

Wer über den allzu konservativen und unterschätzenden IPCC (Intergouvernemental Panel on Climate Change) hinausblickt, weiß, dass das derzeitige Ausmaß der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung großen Schaden anrichtet und eine Eigendynamik besitzt (siehe Kapitel 5 meines Buches „Breaking Together“) ). Nur weil es für industrielle Konsumgesellschaften zu spät ist, weiterhin zu gedeihen oder als Vorbild für alle zu gelten, heißt das nicht, dass es zu spät ist, so viel wie möglich von der Natur und der Menschheit zu retten.

Aber vorerst werden die Stimmungserklärer die Massenmedien dominieren, um herunterzuspielen, was eine globale Erwärmung von 1,5 °C für kleine Inselstaaten bedeutet, sowie das Risiko, dass es innerhalb weniger Jahre nach dieser Erwärmung wahrscheinlich zu mehreren Kornkammerausfällen kommen wird, Kipppunkte sich zu kaskadieren beginnen und andere schwerwiegende Folgen der bestehenden Erwärmung.

Manchmal antworte ich den PR-Profis, die sagen: „Es ist nicht zu spät“, einfach: „Gott sei Dank ist es zu spät“ für ihre Vermeidung, ihre böse Einstellung gegenüber Realisten und ihre Versuche, die bestehende Macht zu stärken.

Jahrelang vermied ich es, allzu konfrontativ mit den Moodsplainern umzugehen. Aber diese Angelegenheit ist ein echtes Leben mit enormen Auswirkungen auf uns alle und nicht nur ein Thema, über das man sich auf selbstbewusste, höfliche Art und Weise auskennen möchte. Es ist an der Zeit, einige Entscheidungen zu treffen und danach zu leben. Lasst uns Gutes tun, andere dazu ermutigen, Gutes zu tun, aber wir sollten nicht abseits stehen, während Menschen mit Macht weiterhin die Realität leugnen und dadurch den potenziellen Schaden vergrößern.

Sagen wir den Moodsplainern, den Stimmungserklärer, dass sie falsch liegen, und kehren wir dann zur eigentlichen Arbeit zurück.

Cassava statt Pizza

Kampf dem Hunger

von Simone Schlindwein vom 24.07.2023

Agrarreform von unten: Edward Mukiibi, der neue Vorsitzende der weltweiten Slow-Food-Bewegung, kommt aus Uganda. Er will die Landwirtschaft in dem ostafrikanischen Land umkrempeln und so zur Ernährungssicherheit beitragen.

Lesen, Rechnen, Landwirtschaft: An seiner Schule lernt Brandon alles über traditionellen Lebensmittelanbau.

Die Sonne brennt. Brandon Wamala kniet im Gemüsegarten seiner Schule und harkt Unkraut. Dem drahtigen Jungen läuft der Schweiß über die Stirn. Die extreme Trockenzeit des vergangenen Jahres in Ostafrika hat auch die Böden in Uganda ausgetrocknet. Der 16-Jährige muss tief graben und die Erde umstechen, um frische Samen aussäen zu können. »Wir haben viel Kompost produziert, damit reichern wir jetzt die Böden an«, erklärt Brandon Wamala. »Mit unseren traditionellen Methoden kann uns auch die Dürre nichts anhaben«, sagt er.

„Cassava statt Pizza“ weiterlesen

Vernünftig, notwendig und um Vieles besser

Die Wende ist einerseits notwendig, andererseits macht sie vieles besser. Wir können es jetzt ändern. Wollen wir es?

Kevin Anderson und Johan Rockström machen es vor:

https://youtu.be/o_FtS_HNbkc ;

https://youtu.be/STzhJPapFW4 ;

Sie verhindern den Klimaschutz

https://www.srf.ch/wissen/klimaerwaermung/bremser-des-klimaschutzes-die-geschichte-der-klimaleugner

Zweifel säen – die Geschichte der Klimaleugner

Zweifel säen – die Geschichte der Klimaleugner

Bremser des Klimaschutzes-Die Geschichte der Klimaleugner

Seit über 30 Jahren ist sich die Klimawissenschaft einig, dass der Klimawandel nicht nur stattfindet, sondern dass er weitgehend menschgemacht ist. Bis heute ziehen Klimaleugnerinnen und -leugner den wissenschaftlichen Konsens in Zweifel – auch in der Schweiz – und bremsen damit den Klimaschutz.

Autor:Klaus Ammann

Dienstag, 25.07.2023, 17:46 Uhr


«Die wissenschaftlichen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Mensch einen erkennbaren Einfluss auf das globale Klima hat.» Dieser eine Satz im zweiten Sachstandsbericht des Weltklimarats der UNO von 1995 hatte es in sich. Erstmals war sich die Klimawissenschaft weltweit einig, dass der Mensch einen Einfluss hat auf den Klimawandel.

Der Mann, der damals die zuständige Arbeitsgruppe im Weltklimarat leitete, der US-amerikanische Klimamodellierer Benjamin Santer, kam in der Folge massiv unter Druck.

Unter anderem von der Erdölindustrie. Diese engagierte selbst Wissenschaftler als Lobbyisten. So wurde Santer vom einst hoch angesehenen emeritierten Physiker Frederick Seitz frontal angegriffen. Seitz hatte die US-Atombombe mitentwickelt und in den 1960er-Jahren die Nationale Akademie der Wissenschaften präsidiert.

Frontalangriff auf den Hauptautor

In einem Meinungsbeitrag im renommierten «Wall Street Journal» vom Juni 1996 schrieb Seitz unter dem Titel «Eine grosse Täuschung über die globale Erwärmung» zum Bericht des Weltklimarats: Der Bericht sei, nachdem er vom Plenum abgesegnet worden war, von gewissen Autoren abgeändert worden und erwecke nun den falschen Eindruck von Einigkeit unter den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Und weiter: «Ich bin nicht in der Lage zu wissen, wer die Änderungen vorgenommen hat; aber der Hauptautor des Berichts, Benjamin D. Santer, muss vermutlich die Hauptverantwortung tragen.»

Mann mit verschräönten Armen vor Monitoren mit Klimadaten

Das war ein harter Schlag für den jungen Klimawissenschaftler – und nicht der einzige. Ein republikanischer Abgeordneter im US-Kongress startete eine Untersuchung gegen ihn. Seine damalige Anstellung beim Lawrence Livermore National Laboratory wurde öffentlich infrage gestellt.

Benjamin Santer verteidigte sich. Im Wall Street Journal antwortete er Frederick Seitz in einem Leserbrief und sezierte dessen Kritik Punkt für Punkt.

Es sei zu keinen Verstössen gegen die Regeln des Weltklimarats gekommen, und diese Regeln entsprächen der Wissenschaftlichkeit, schrieb er und betonte: «Dr. Seitz ist kein Klimawissenschaftler. Er war nicht an der Ausarbeitung des Weltklimarat-Berichts von 1995 über den Stand des Wissens zum Klimawandel beteiligt. Er hat nicht an der Weltklimarats-Sitzung in Madrid teilgenommen, über die er berichtet. Und vor allem hat er vor dem Verfassen seines Meinungsbeitrags keinen der Hauptautoren kontaktiert, um Informationen darüber zu erhalten, wie oder warum nach Madrid Änderungen vorgenommen wurden.»

Die Zweifel waren gesät

Dutzende führende Klimawissenschaftler aus aller Welt unterstützten Benjamin Santer. Die Kritik an ihm und am Weltklimarat IPCC war offensichtlich unbegründet. Doch die Zweifel waren gesät.

Quelle und weiterlesen: https://www.srf.ch/wissen/klimaerwaermung/bremser-des-klimaschutzes-die-geschichte-der-klimaleugner

Sie hören nicht auf die Prophetinnen und Propheten

Man kann aus der Geschichte lernen. Man kann von den israelitischen Propheten lernen. Sie sagten die Katastrophe voraus, wenn sich die Israeliten nicht hochmütig gegen die Mächte aufspielen. Aber die Regierenden und Reichen missachteten die Botschaft der Propheten und das Südreich Israel wie das Nordreich Juda wurden ausgelöscht und die Bevölkerung in die Gefangenschaft geführt.

Die Prophetinnen und Propheten in unserer Zeit warnen seit 40 Jahren vor dem Treibhauseffekt, den wir Menschen mit unserem CO2 und dem Methan hochtreiben. Sie sagen die Katastrophe voraus, wenn sich die Menschen nicht hochmütig gegen die Naturmächte aufspielen. 40 Jahre lang ist es nicht Gott, sondern die Physik, die uns sagt, dass da etwas Schreckliches auf uns zu kommt. Aber die Regierenden und Reichen missachten die Botschaft der Physik und die Menschen auf den Kontinenten werden jetzt der Reihe nach durch die Hitze und die Trockenheit ausgelöscht.

Jetzt merkt ihr’s auch! – Klimakrise in Afrika

Ein Kommentar von Heiner Hoffmann

Während seines Deutschlandurlaubs stellt der Afrika-Korrespondent des Spiegels fest: Nun, da das Gras in den Vorgärten gelb wird, spüren auch hier alle den Klimawandel. Der ist in seiner Wahlheimat längst bittere Realität.

Plötzlich reden alle in Deutschland über den Klimawandel. »Dürre«, »Rekordtrockenheit«, »Unwetter«. Nicht mehr abstrakt sei er, dieser Klimawandel, sondern ganz konkret. Das merke man jetzt auch in Deutschland. Ich habe seit meiner Ankunft vor einer Woche viele solcher Diskussionen gehört und gelesen. Und das gelbe Gras gesehen, das einfach nicht mehr grün werden will. Oder nicht mehr bewässert werden darf, weil das Wasser knapp wird. Die Tage in Hessen haben mich ein wenig an Namibia erinnert, nur dass dort gerade Winter ist. Globale Gesellschaft

Ich lebe in Kenia und berichte von dort über den afrikanischen Kontinent. Das gelbe Gras kommt mir sehr bekannt vor. Ende 2021 war ich in Madagaskar, um über die Hungersnot zu schreiben, damals war der Tenor in vielen Medien: Der Hunger in Afrika ist wieder da. Dabei galt er zwischendurch als fast besiegt. Der Direktor des Welternährungsprogramms sprach von der »ersten klimabedingten Hungersnot«, auch wenn unter Experten umstritten war, ob es sich so monokausal herleiten ließ.

In „Europa trocknen Flüsse und Seen aus, aber in Afrika sterben bereits Tausende Menschen. Zuallererst Kinder, das musste ich in Somalia selbst mit ansehen.“

Quelle und weiterlesen: Spiegel

Bild: Durch Hitze zerstörte Sonnenblumen in Deutschland Foto: Krisztian Bocsi / Bloomberg / Getty Images

Riesige Überflutungen in Saragossa

Die Klimaleugner und die Klimaverzögerer sagen noch immer: Das geht vorüber. Aber sie gehen dabei über Leichen. Es ist die größte Zivilisationskrise – und das schlimmste Gesellschaftsversagen.

Das Treibhaus Erde wird mit CO2 und Methan immer hermetischer abgeschlossen. Wer sind die fossilen Mächtigen und wer unterstützt sie noch weiter in der größten Krise der Menschheit?

Tormenta en Zaragoza. El Barranco de la Muerte. Tercer Cinturón.
Sturm in Saragossa. Die Schlucht des Todes. Dritter Gürtel.
Es ist der Klimazusammenbruch, Climate Breakdown.

Feuerwehrleute versuchen zu helfen.

Klimakleben als letzter Aufschrei

Warum ein Jesuitenpater in den zivilen Widerstand geht und gemeinsam mit Mitgliedern der „Letzten Generation“ als Klimaaktivist die Gesellschaft wachrütteln möchte. Ein Interview mit Pater Jörg Alt, der erklärt, dass Beten alleine in der Klimakrise nicht reichen wird.

Für den deutschen Jesuitenpater Jörg Alt und den oberösterreichischen HTL-Maturanten Jonas Seyr ist eines klar: Die Zeit, um die von der Politik gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen, läuft ab. Das „Klimakleben“ auf Autostraßen mit Staus als Folge bezeichnet der Sozialwissenschaftler Alt als notwendigen symbolischen Akt, sich der fahrlässigen Säumigkeit der Politik buchstäblich in den Weg zu stellen. Geht der Kohlendioxid-Ausstoß im bisherigen Ausmaß weiter, steuert die Welt auf eine Katastrophe zu, alarmiert der junge Klimaaktivist der „Letzten Generation“.

Die globale Erderwärmung bis 2100 unter 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, ist aktuell das wichtigste Klimaziel. Eine neue Studie der Universität Stanford sagt, dass die Grenzen schon weitaus früher erreicht werden. 1,5 °C bereits in den 2030ern und die Schwelle 2,0 °C mit 2060. Wie geht es Ihnen mit solchen Prognosen?

Jörg Alt: Das 1,5-Grad-Ziel schaffen wir sowieso nicht mehr. Also, kein seriöser Wissenschaftler glaubt mehr daran. Mit ganz viel Glück gelingt uns vielleicht noch das 2-Grad-Ziel. Aber wenn man schaut, was die Regierungen der Welt tun, sind wir gerade auf Kurs in eine 2,7 bis 3 Grad heißere Welt. 

Quelle: https://www.dersonntag.at/artikel/klimakleben-als-letzter-aufschrei/

„Klimakleben als letzter Aufschrei“ weiterlesen

Papst: Widerstand kann notwendig sein

Der Jesuit Jörg Alt, der bei der Letzten Generation mitmacht, schreibt als Wort zum Sonntag ein Zitat von Pius XI, anwendbar auf zivilen Widerstand gegen die fossilen Mächtigen:

„Andererseits wurde unter Ihnen auch gesagt, dass, wenn diese Mächte sich gegen Gerechtigkeit und Wahrheit erheben und sogar die Grundlagen der Autorität zerstören, nicht ersichtlich ist, wie jene Bürger verurteilt werden sollen, die sich zusammengeschlossen haben, um sich zu verteidigen und die Nation mit legalen und angemessenen Mitteln gegen diejenigen zu verteidigen, die öffentliche Macht nutzen, um sie in den Ruin zu treiben. (übersetzt von mir, HD)

Die Stelle ist im Vatikanischen Archiv:

“You have more than once recalled to your Faithful that the Church protects peace and order, even at the cost of grave sacrifices, and that it condemns every unjust insurrection or violence against constituted powers.
On the other hand, among you it has also been said that, whenever these powers arise against justice and truth even to destroying the very foundations of authority, it is not to be seen how those citizens are to be condemned who united to defend themselves and the nation, by licit and appropriate means, against those who make use of public power to bring it to ruin”

Es folgen Kriterien zur näheren Bestimmung der Aussage, die nach Meinung von Jörg Alt SJ auch auf Aktionen der @AufstandLastGen anwendbar sind.

„Papst: Widerstand kann notwendig sein“ weiterlesen

Zerstörung der Natur durch Businessparks

In Oberpullendorf im Burgenland wird ein Businesspark gebaut. Ich wandere hin und habe es als Demonstration angemeldet. Wer möchte, kann mitgehen. Wir treffen uns am Mittwoch 5.7.2023 um 12:00 am Kirchenplatz in Oberpullendorf und gehen Richtung Steinberg-Dörfl zur Baustelle des Businessparks und zurück.

Die Zerstörung der Natur schreitet voran mit Auswirkungen auf das Grundwasser, auf die Bienen und auf die Gesundheit. Die Einkaufszentren fördern den Autoverkehr mit noch mehr CO2 Ausstoß und lassen die Zentren veröden.

Es gibt auch ein einfaches, freies, schönes und gutes Leben ohne die fossilen Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle.

Wichtig ist es, die Naturzerstörung zu dokumentieren. Deswegen lade ich ein.

https://www.blop.at/
https://www.facebook.com/blop.oberpullendorf
https://www.facebook.com/andrea.roschek
https://www.facebook.com/events/3483913795201472
https://www.meinbezirk.at/oberpullendorf/c-leute/gruendung-der-initiative-naturraeume-mittleres-burgenland_a6083595#likes

Mit Bus nach Oberpullendorf

Luisa Neubauer: Die Macht der Fossilen

Ein gutes Leben ohne Fossilem ist Befreiung. Die fossile Party ist vorbei. Lasst uns umziehen ins Haus der Freiheit. Ins fossilfreie Haus.

Luisa Neubauer ruft zur Befreiung von der Fossilität auf.

Und doch gibt es immer wieder das Rätsel der wissenden Ignoranz. Die klassische Idee von Aufklärung im Angesicht dieser Klimakrise funktioniert nicht.
Warum ist es bisher nicht gelungen, genug Menschen für echten Klimaschutz zu gewinnen?
Wie ist es gelungen, die Menschen für mehr Klimazerstörung zu gewinnen?
Aus der wissenschaftlichen Natur des Problems hat man geschlossen, dass es durch wissenschaftliche Überzeugung gelöst werden könnte. Das war ein großer Fehler.

Luisa Neubauer nennt das Problem Fossilität, die Macht des Fossilen. Die Fossilität ist auch in uns. Wir leben in zwei Welten. In der Welt der Fossilität und in der Welt der Freiheit von Fossilität.
Wer hat die Macht zu entscheiden, dass die Katastrophe eine Katastrophe ist?

Viele pflegen eine selektive Komplexitätsverweigerung und unterstützen den fossilem Machterhalt.
Wer in der Klimakrise nur recht haben will, der wird nicht gewinnen. Gewonnen wird nicht mit Wissen, gewonnen wird mit Macht und wer die Sehnsüchte der Menschen konstruiert und erzählt.
Mit den Erzählungen belügen und Betrügen uns die fossilen Konzerne. Eine Niederländische Radfirma hat eine Werbung in Frankreich geschaltet, die auch die negativen Seiten des Automobils brachte. Die Werbung wurde wegen der Kritik verboten (VanMoof) .

Man wird gegen die Klimakrise nicht links gewinnen. Sondern mit einem ökologischen Momentum.
Im Treibhaus Erde können wir ein einfaches, freies, schönes und gutes Leben führen ohne Erdöl, Erdgas und Kohle.

Befreiung von fossilen Energieträgern

Die Sommerhitze, die wir jetzt erleben kommt vom menschengemachten Treibhauseffekt. Luisa Neubauer analysierte in einem Vortrag an der Universität Tübingen die Klimakrise. Die fossile Industrie hat es geschafft, den Menschen ein bestimmtes Lebensgefühl zu verkaufen. Ein Gefühl, das auf der Nutzung von fossilen Brennstoffen beruht. Als Beispiel dazu verweist die Klimaaktivistin auf die unzähligen Werbespots, in denen sich Autos durch endlos schöne Landschaften schlängeln, und man ein Gefühl von Freiheit empfände. Dazu wandte sich Neubauer ans Publikum und fragte: „Welcher Umweltflyer könnte dagegen schon ankommen?“
Auch im Film kommen die fossilen Brennstoffe vor: Natürlich rettet James Bond im Aston Martin die Welt. Wie denn sonst? Rettung durch die U-Bahn, Verfolgung auf dem Fahrrad? Lächerlich.

Fossile Macht und „Fossilität“

Diese Übermacht und das andauernde Präsent-sein der fossilen Macht bezeichnet Neubauer als „Fossilität“. Konkret geht es der Klimaaktivistin um den Einfluss der Öl- und Energiekonzerne auf die Politik und deren Verflochtenheit. Die Befreiung aus dieser fossilen Umarmung kann zu einem neuen Lebensstil führen. Mit den Worten „Lasst uns frei sein: Die fossile Party ist vorbei, aber keine Sorge, zu unserer Musik kann man auch tanzen“ endete ihre Rede.

Manche Konservative sind verzweifelt

Konservative Ängste und Scheinheiligkeiten.

Thomas Jakl schreibt in der Presse einen Gastkommentar, der den Nerv mancher Konservativer trifft, die zunehmend sich in einer Sackgasse befinden.
Sie sehen ihre Felle davonschwimmen und werden aggressiv. Sie werden deuten Begriffe wie es die Faschisten machen um und werden in ihrer Aggressivität zu einer Gefahr für die Demokratie.

Die Attacken auf das verhasste „Gutmenschentum“ werden immer wütender und aggressiver. „Vernünftig“ und „aufgeklärt“ ist bei diesen Rundumschlägen nichts.

Thomas Jakl schreibt:

Sie sind ja mittlerweile nahezu austauschbar geworden, die Presseaussendungen und so manche Leitartikel oder Kommentare aus dem konservativen Lager. Stets werden die gleichen Elemente eines Feindbilds skizziert, das in einer Gesamtschau dann die Hauptkonturen des verhassten „Gutmenschentums“ oder – mit süffisant elitärem Touch – auch „Justemilieu“ erkennen lässt.

Klimaaktivisten, Naturschützerinnen, Vertreter einer humanen Flüchtlingspolitik, Befürworterinnen der Diversität, Offenheit und Toleranz (auch in der Kirche), Kritiker des ungezügelten Kapitalismus – sie alle kriegen ihr Fett ab und werden von den konservativen Stimmen pauschalierend durch den Kakao gezogen. Nun, dies ist ein freies Land – und das schließt natürlich Meinungsfreiheit ein. Die Haltungen und Einstellungen des konservativen Lagers sind, selbst wenn man sie aus vollem Herzen ablehnt, als legitim zu akzeptieren.

Die Sprache der Konservativen verfestigt sich jedoch auf einem derartig zunehmend repetitiv-aggressiven Niveau, dass ich den Eindruck habe, diese Autorinnen und Autoren haben wirklich Angst. Sie fürchten um etwas oder fürchten sich vor jemandem. Oder sie werden immer lauter, um etwas von sich wegzuschreien.

Peinliche Larmoyanz
Denn es wird ihnen offenbar zunehmend bewusst, dass ihr verklärt-bemühtes Selbstbild als „vernünftige, aufgeklärte Humanisten“ (so eine dieser Stimmen) oder gar als deklarierte „Christen“ mit ihren Haltungen einfach nicht mehr vereinbar ist. Das wäre dann wohl die Furcht vor dem Verlust einer Larve, die als solche offensichtlich wird. Das tut natürlich weh und macht wütend und laut.

In einem vom konservativen Lager heftig beklatschten Beitrag in der „Neuen Zürcher Zeitung“ beklagt der ehemalige Herausgeber der „FAZ“ Hugo Müller-Vogg: „Wer gegen eine Frauenquote oder das Gendern argumentiert, wer nicht unbegrenzt Flüchtlinge aufnehmen möchte, wer sich gegen eine noch höhere Besteuerung der Reichen ausspricht oder es gar wagt, dem Klimaschutz nicht eindeutig Priorität gegenüber der Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen und der Sicherung von Arbeitsplätzen einzuräumen, der hat einen schweren Stand. Schlimmer noch: Er wird von vielen Medien ausgegrenzt.“

Eine seltsame Mischung aus absurder Überzeichnung und peinlicher Larmoyanz. Später im Text schimmert dann auch die Angst durch: Die freiheitliche, pluralistische Gesellschaft gelte es zu schützen, den „liberalen Kern der Demokratie“. Hier wird die scheinheilige Janusköpfigkeit schon recht deutlich spürbar.

Thomas Jakl (* 1965) ist Biologe und Erdwissenschaftler. Er arbeitete bis 1991 an der Uni Wien, wechselte dann ins Umweltministerium. Inzwischen ist er in leitenden Funktionen im Bereich des Umweltschutzes in verschiedenen nationalen und internationalen Institutionen tätig. U. a. ist er Mitglied des Vorstands des Forums Wissenschaft und Umwelt.. 

https://www.diepresse.com/13437042/konservative-aengste-und-scheinheiligkeiten?fbclid=IwAR1WB6U4TKbvGh6RW72GLtol5derRmt1idQbQfpCbzP3RyxTTMti3UtjO-I

„Manche Konservative sind verzweifelt“ weiterlesen

Zukunftsweisend: Einfaches Leben ist bereichernd

In Pressbaum, NÖ fand eine zukunftsweisende Veranstaltung statt. Hanna Zemlic, eine Schülerin des Wienerwaldgymnasiums brachte die harten Fakten zur Klimakrise und Prof. Helga Kromp-Kolb stellte Handlungsoptionen vor. Die Situation in vielen Ländern wird immer dramatischer: Menschen leiden unter der Dürre, der Trockenheit, dem Starkregen mit den Überschwemmungen, den Hitzewellen und dem Meeresanstieg.

Die Ursache ist der Treibhauseffekt, bei dem immer mehr Treibhausgase die Wärmestrahlen abhalten, ins Weltall zu gehen. Die Verbrennung von fossilen Stoffen wie Erdöl, Kohle und Erdgas erzeugt diese Gase, allem voran CO2 und Methan. Die Sonnenstrahlen kommen jedoch durch und erhitzen die Atmosphäre. Dadurch wird das Klima sehr schnell heiß und chaotisch. Die Natur kann sich nicht so schnell anpassen und viele Tierarten und Pflanzenarten sterben aus. Der gute Boden mit dem Humus wird extrem zerstört und wir verlieren die Lebensgrundlage.

Die Referentinnen sagten auch, was wir dagegen machen können. Einerseits müssen wir uns an die Erhitzung und an die Extremereignissen anpassen. Andererseits müssen wir den CO2- und Methan-Ausstoß auf Null bringen. Damit können wir die Erhitzung hinauszögern. Leider bleibt dieses CO2 für die nächsten 500 bis tausend Jahre in der Atmosphäre und lässt die Wärmestrahlen weiter nicht durch. Umso wichtiger ist, jetzt zu handeln.

In der anschließenden Diskussionen kamen viele Überlegungen auf, die auf ein einfaches und gutes Leben abzielten. Sehr wichtig war, dass viele Jungen mit ihren Wünschen zu Wort kamen. Der Konsens: Ein einfaches Leben kann sehr bereichernd sein. Man kann mit weniger Konsum, weniger Autos, weniger Flugreisen, weniger Fleisch und weniger Statussymbolen glücklich sein und die Zukunft lebenswert gestalten.

Die größte Krise der Menschheit

Wie ist es möglich, dass wir den Kollaps dieser Zivilisation in diesem Jahrhundert riskieren? Wie ist es möglich, dass Eltern und Großeltern ihre Kinder und Enkelkinder in eine Klimahölle schicken? Das tut ja niemand bewusst, oder weil er sie nicht genug liebhat, sondern da sind Mechanismen am Werk, die uns den Eindruck vermitteln, es wird schon nicht so schlimm werden und mit den Mechanismen gelingt es uns, das nicht zu tun müssen, was schon längst notwendig wäre.

Das sagt Professor Reinhard Steurer.

Reinhard Steurer ist Professor für Klimapolitik an der Universität für Bodenkultur in Wien. Seit 25 Jahren beschäftigt er sich mit der politischen Dimension der Klimakrise und der politischen Bedeutung von Ausreden und sogenanntem Scheinklimaschutz in allen Bereichen der Gesellschaft.

Wir brauchen einen ökologischen Handabdruck. Es werden Märchen erzählt. Wir brauchen aber realistische Visionen: Gesund, sauber , innovativ, gerecht, sicher, immer. Was fehlt ist Boykott.

Lange Zeit interessierten sich nur Spezialistinnen und Spezialisten für Steurers Themenfeld. Doch mit der von jungen Menschen angeführten Bewegung „Fridays for Future“, die von Greta Thunberg in Schweden initiiert wurde und weltweit Resonanz fand, rückte Steurers Forschungsfeld Klimaschutz in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Als „Scientist for Future“ unterstützt er Bewegungen wie „Fridays for Future“ und stellt sich auch hinter die Straßenblockaden der „Letzten Generation“. In einem Kommentar im „Standard“ meinte er, er befürworte die Klimabewegungen deshalb öffentlich, weil sie empirisch belegbar ein zentraler Teil der Lösung seien. Und: „Streikende Jugendliche haben die Klimakrise besser verstanden als viele Politikerinnen und Politiker, die sie lösen sollen.“ In ernsten Krisenzeiten sei eine neutrale Wissenschaft im Elfenbeinturm gefährlich für die Gesellschaft, meint Reinhard Steurer. Vor der öffentlichen Debatte scheut er sich als Wissenschafter nicht. Den Kurznachrichtendienst Twitter nutzt er, um über aktuelle Entwicklungen der Klimapolitik zu informieren und wirksamen Klimaschutz einzumahnen. Die große Frage, die ihn antreibe sei, „was sage ich meinen Kindern, wenn sie mich in 20 Jahren fragen: Wie war das damals?“.

  1. ORF Gedanken Reinhard Steurer und die Klimapolitik
  2. ORF Gedanken Reinhard Steurer und die Klimapolitik
  3. Twitter Reinhard Steurer
  4. ORF Im Zentrum Reinhard Steurer: Kinder, Märchen und Zuckerwerk
  5. Youtube Reinhard Steurer Scheinklimaschutz: Eine Bestandsaufnahme zur Klimakrise
  6. Interessant auch: Klimawandel – Der CO2-Beweis | Harald Lesch

Die Ölindustrie macht weiter und weiter und weiter

Der Klimawandel spaltet die Nation: Protestler gegen LKW-Fahrer, Junge gegen Alte. Doch während wir uns die Köpfe einschlagen, lacht sich ein großer Player ins Fäustchen: die Öl-Industrie. Über deren Anteil am Klimawandel spricht kaum jemand. Und das hat Gründe: Reschke Fernsehen zeigt, wie die fossilen Unternehmen uns seit Jahrzehnten mit Milliarden Dollar und Lobbyeinfluss manipulieren. Anja Reschke dreht den Spieß um und blickt in die dunklen Hinterzimmer – zu den Ölmagnaten, Kohlekonzernen, Gasgiganten.

Der Klimaleugner Fritz Vahrenholz wird noch immer herumgereicht. Die Lobby erfindet neue Lügen: Technologieoffenheit und CCS. Astrid Hamker treibt als Lobbyistin die schädlichen CO2 Emission im Treibhaus Erde in die Höhe.

ARD Mediathek: Reschke Fernsehen zur Ölindistrie

Schluss mit dem Plastik

UNO-Konferenz sagt dem Plastik den Kampf an

Unmengen von Plastikmüll belasten das Ökosystem und die menschliche Gesundheit – dem wollen die Vereinten Nationen mit einem globalen verbindlichen Abkommen gegen Plastikverschmutzung ein Ende setzen. Wenn es klappt, wäre es ein epochaler Schritt zu einem nachhaltigen, umweltschonenden Wirtschaften. Darüber wird seit Montag in Paris beraten – Umweltschützer, die Kunststoffindustrie und ölproduzierende Staaten verfolgen dabei aber sehr unterschiedliche Ziele.

28. Mai 2023, 21.56 Uhr

Bis 2024 soll eine Konvention erarbeitet werden, in der verbindliche Regeln und Maßnahmen festgelegt werden, die den gesamten Lebenszyklus von Plastik betreffen. Der UNO-Wunsch ist es, die Umweltverschmutzung durch Plastikabfälle bis 2040 stark einzudämmen. Das Pariser Treffen (29. Mai bis 2. Juni) ist die zweite von fünf zwischenstaatlichen Verhandlungsrunden für ein weltweites Abkommen.

Die Dimensionen sind beachtlich und mit den UNO-Klimakonferenzen (COP) vergleichbar: 1.500 bis 1.600 Delegierte werden erwartet. Allerdings hat die UNO jedoch kurzfristig die Zahl der zugelassenen Beobachter bei den Verhandlungen von fünf auf einen pro Organisation reduziert – was ein organisatorisches Chaos auszulösen droht.

Vermeidung laut Studie möglich

An den Verhandlungen nehmen UNO-Mitgliedsstaaten sowie Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftler und Gewerkschaften teil. Nach der ersten Verhandlungsrunde in Uruguay im Dezember hatten Umweltschützer eine positive Bilanz gezogen, allerdings auch angemerkt, dass sich bereits Gegner eines Abkommens formierten.

Laut einem Bericht des UNO-Umweltprogramms (UNEP) ließe sich die weltweite Plastikverschmutzung bis 2040 um 80 Prozent verringern. Dafür stünden schon jetzt alle Ressourcen bereit. Voraussetzung dafür seien allerdings tiefgreifende politische und marktwirtschaftliche Veränderungen hin zu einer Kreislaufwirtschaft. Die Auswirkungen der Plastikrückstände, die oft in mikroskopischer Größe im Erdreich, in Gewässern sowie dem Organismus von Menschen und Tieren landen, sind laut Wissenschaftlern teils noch nicht erforscht.

Dringender Appell von Greenpeace

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace pochte vor der Konferenz in Paris auf eine ehrgeizige Vereinbarung. Die Produktion von Plastik müsse um 75 Prozent eingeschränkt und letztlich das Plastikzeitalter beendet werden. „Plastik schädigt die menschliche Gesundheit, beschleunigt soziale Ungerechtigkeit, zerstört die Artenvielfalt und heizt die Klimakrise an“, hieß es in einer Erklärung. Mehr als sechs Millionen Tonnen Plastikmüll fielen jedes Jahr in Deutschland an. Weltweit würden jährlich 400 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert.

Eine Installation von Greenpeace in Paris zum Thema Plastikmüll
Greenpeace macht auch in Paris auf Plastikvermeidung aufmerksam

Gemeinsam mit mehr als 150 Organisationen und Wissenschaftlern rief Greenpeace UNEP dazu auf, sicherzustellen, dass das globale Plastikabkommen nicht durch die Einflussnahme der fossilen und petrochemischen Industrie gefährdet wird. Denn die Mitgliedsstaaten zeigten sehr unterschiedliche Ambitionen: Während ölproduzierende Staaten wie Saudi-Arabien Scheinlösungen wie chemisches Recycling propagierten, setzen sich andere Länder für eine Begrenzung der Plastikproduktion ein.

„Schluss mit dem Plastik“ weiterlesen

Das schädlichste Denk­verbot

Regelungen und Verbote helfen uns gegen Gefahren. Auch gegen die Klimakatastrophe.

Ein Passant liegt mit einem Herz­stillstand am Boden.

  • 112 anrufen.
  • Herzdruck­massage, mindestens 100-mal pro Minute, bis die Rettung kommt.

Geht es um Leben und Tod, bleibt keine Zeit für lange Handlungs­anweisungen.

Einfache Regeln erlauben es, in Not schnell zu entscheiden.

Das gilt für Banken­crashs, Herz-Kreislauf-Zusammen­brüche, ins Wasser gefallene Kleinkinder – und für die Klima­katastrophe.

Das schädlichste Denk­verbot in der Klima­debatte? Das Verbot

Die Rezepte der Liberalen in der Klima­politik haben zwei Probleme. Sie funktionieren nicht. Und: Sie sind nicht liberal.

Verbote sind klassische Instrumente, um Ressourcen zu schonen, die Gesundheit von Menschen zu schützen und Krisen zu verhindern. Die Schweiz hat als eines der ersten Länder den Einbau von krebs­erregendem Asbest verboten. Das FCKW-Verbot hat die Ozonschicht gerettet – und damit unzählige Menschen vor Haut­krebs und Erblindung.

Oft heißt es, die Bekämpfung der Klimakrise sei schwierig und überfordernd. Doch eigentlich trifft das nur auf die Folgen und die politische Machbarkeit zu. Denn zur Katastrophen­vermeidung gibt es eine sehr einfache, sehr offensichtliche Lösung: den Verzicht auf fossile Energie.

Wie der stellvertretende Chefredaktor der «Zeit» Bernd Ulrich auf Twitter kürzlich schrieb: «Wenn der Staat uns heute nicht vorschreiben darf, wie wir heizen, dann muss er uns sehr bald vorschreiben, wann wir den Wasserhahn aufdrehen dürfen und wann nicht.»

Ohne Regeln kein Markt. Ohne Staat kein Markt. Es ist peinlich, das schreiben zu müssen. Und ebenfalls – eigentlich selbst­verständlich – gilt: Verbote sind zutiefst liberal, wenn sie verbieten, was unser aller Freiheit zerstört.

Alles andere ist liberaler Kitsch. Nein: unliberaler Kitsch.

Von Elia Blülle (Text) und Niklas Wesner (Illustration), 23.05.2023

Quelle und sehr zu empfehlen: Republik www.republik.ch

Allergien und der Klimawandel

Warum gibt es bei Starkregen mehr allergische Reaktionen? Weil der heftige Regen die Pollen aufplatzen lässt. Starkregenereignisse nehmen mit der Erhitzung im Treibhaus Erde zu. So entstehen kleine Partikel, die noch tiefer in die Lunge kommen und sogar Asthma verursachen. Das wird Gewitterasthma genannt.

Es gibt äußere und innere Ursachen der Allergien. Eine äußere Ursache der Allergien ist der Klimawandel mit der Verschiebung der Jahreszeiten. Frühling und Sommer werden länger. Pflanzen fangen früher an zu blühen und blühen länger.

In der Quarkssendung „Allergien gegen Pflanzen: Haben wir bald alle Heuschnupfen?“ bringt die Moderatorin als Beispiel die Haselblüte. Die Blüte hat sich von März in den Januar verschoben. „Heute blühen Pflanzen schon drei Wochen länger als noch vor 30 Jahren.“ Auch die Pollenkonzentration hat bei einigen Pflanzen zugenommen.

Es kommen aber auch invasive Arten (Neophyten) zu uns. Eine der wichtigsten Pflanzen für Allergiker*innen ist das Beifußblättrige Traubenkraut oder Ambrosia. Es wird sich bis 2050, bedingt durch den Klimawandel, auf ganz Europa ausbreiten. Eine Pflanze Ambrosia setzt bis zu einer Milliarden Pollen frei. Sie sind kleiner als die von anderen Pflanzen und dringen tiefer in die Lunge ein. Leider wird im Jahr 2050 in Europa jeder 2. Mensch eine Allergie haben.

Wer mehr über die
1. umweltbedingten Ursachen (Neben Starkregen, Änderung der Jahreszeiten, Pollenkonzentration, invasive Arten auch Feinstaub, Schadstoffe in der Luft),
2. die inneren Ursachen (z.B. Hygiene, Mikrobiom, Mikroben, Lebensstil, Ernährung von Kindern, Antibiotika in der Nahrung) und
3. die medizinische Hilfe (regelmäßige und kontrollierte Hyposensibilisierung) sehr differenziert hören möchte,
kann das Quarks-Video sich ansehen: Quarks: Allergien gegen Pflanzen: Haben wir bald alle Heuschnupfen?

Die Ursachen für das verstärkte Aufkommen von Allergien und allergischem Asthma sind
1. Klimawandel,
2. Luftschadstoffe und
3. unser über-hygienischer Lebensstil.

Eine Hilfe ist die ärztliche Hyposensibilisierung und die Reduzierung der Treibhausgase auf Null (Siehe Treibhauseffekt)

Photo by cottonbro studio on Pexels.com

Hilfe! Darunter leiden wir

Der NOAA-Index zeigt, wie die Treibhausgasverschmutzung die globale Erwärmung im Jahr 2022 verstärkte. Die National Oceanic and Atmospheric Administration NOAA ist die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten.

Laut dem jährlichen NOAA-Bericht hat die durch menschliche Aktivitäten verursachte Treibhausgasverschmutzung im Jahr 2022 49 Prozent mehr Wärme in der Atmosphäre gespeichert als dieselben Gase im Jahr 1990.

Der NOAA Annual Greenhouse Gas Index (AGGI) erfasst den Anstieg des erwärmenden Einflusses wärmespeichernder Gase, die durch menschliche Aktivitäten erzeugt werden, darunter Kohlendioxid, Methan, Lachgas, Fluorchlorkohlenwasserstoffe und 15 weitere Gase. Diese Abbildung zeigt die Zunahme des Strahlungsantriebs praktisch aller langlebigen Treibhausgase im Vergleich zum Jahr 1750. Auf der rechten Achse ist der AGGI dargestellt, der für das Jahr 1990 auf 1 indexiert ist. Bildnachweis: NOAA Global Monitoring Laboratory

Diese Grafik zeigt auf der linken Achse den im Laufe der Zeit zunehmenden Erwärmungseinfluss von CO2- und Nicht-CO2-Treibhausgasen in CO2-Äquivalenten. Der entsprechende Anstieg des AGGI ist auf der rechten Achse dargestellt. Bildnachweis: NOAA Global Monitoring Laboratory.

Hier sind die globalen durchschnittlichen Häufigkeiten der wichtigsten, gut gemischten, langlebigen Treibhausgase – Kohlendioxid, Methan, Lachgas, CFC-12 und CFC-11 – aus dem globalen Luftprobennetz der NOAA seit Anfang 1979 dargestellt. Diese fünf Gase sind für etwa 96 % des direkten Strahlungsantriebs durch langlebige Treibhausgase seit 1750 verantwortlich. Die restlichen 4 % werden von 15 anderen halogenierten Gasen beigetragen, darunter HCFC-22 und HFC-134a, für die hier auch NOAA-Beobachtungen gezeigt werden . Bildnachweis: NOAA Global Monitoring Laboratory

„Hilfe! Darunter leiden wir“ weiterlesen

Hitze: Wie viel Schwüle halten wir aus?

Nikolas Zimmermann über lebensbedrohliche Schwüle:

Die Kombination von Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit kann lebensbedrohlich für den Menschen sein, weil sich unser Körper bei extremer Schwüle nicht mehr abkühlen kann. Die Verdunstung nimmt nämlich ab, je feuchter die Luft ist. Ein geeignetes Maß dafür stellt die Feuchtkugeltemperatur dar (englisch: wet-bulb temperature).

Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit kann der Schweiß nicht mehr verdunsten und damit kann auch keine Körperwärme abtransportiert werden. Steigt die Feuchtkugeltemperatur auf über 31 Grad, werden die Bedingungen selbst für gesunde, junge Menschen lebensbedrohlich (neue Studie dazu), bislang galten 35 Grad als das theoretische Überlebenslimit für den Menschen (siehe Studie).

Ungewöhnlich hohe Luftfeuchtigkeit kombiniert mit hohen Temperaturen machen den Menschen in Indien, Bangladesch und Pakistan große Probleme.

Diese hohen Temperaturen in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit sind tödlich. 6 Stunden Überlebenszeit bei bestimmten Werten. Die Nachttemperaturen bleiben auch in vielen Teilen über 30 °C. Millionen Menschen schlafen draußen.

Quelle 1 und weitere Informationen: https://uwz.at/de/a/feuchtkugeltemperatur-wie-viel-schwuele-halten-wir-aus
Quelle 2: https://twitter.com/PGDynes/status/1660302247572430850