
Stärkung des Handwerks und des ökologischen Landbaus.
Der VCÖ interviewte den Volkswirt Niko Paech, der einer der führenden Wachstumskritiker im deutschen Sprachraum ist.
https://vcoe.at/news/details/niko-paech-direkt-gefragt
Ruinöses Konsumieren
Das ruinöse Konsumieren sollte nicht zum Menschenrecht deklariert werden. Das Projekt der Moderne ist gescheitert. Es ist an den Auswirkungen des modernen Lebensstil gescheitert. Es konzentriert sich auf Freiheit und vergisst Verantwortung. Radikale Selbstverwirklichung für alle begründet die Entwicklung.
Niko Paechs Konzept erinnert an Ingolfur Blühdorn, der in seinen Büchern „Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit. Warum die ökologische Transformation der Gesellschaft nicht stattfindet“ und „Unhaltbarkeit. Auf dem Weg in eine andere Moderne“ das Scheitern des ökoemanzipatorischen Projekts beschreibt.
Untergang der Zivilisation
Die entsprechenden materiellen Mittel an Mobilität, Konsum, Technologie etc. besiegeln den Untergang der Zivilisation. Auch technologische Lösungen versagen.
Quelle: https://vcoe.at/news/details/niko-paech-direkt-gefragt Das Gespräch führte Petra Sturm und Bernhard Hochleitner
1. VIDEOs mit Niko Paech: Wir fahren an die Wand, es scheitert das moderne Zeitalter, eine Politik der Konkursverschleppung. Es gibt romantische Fortschrittserzählungen. Wir werden weniger Konsum, weniger Techniknutzung und weniger Verkehr haben. 08.05.2026
2. VIDEO mit Niko Paech: Um das Klimaziel von 2°C zu erreichen und gleichzeitig globale Gerechtigkeit walten zu lassen, ergäbe sich eine Tonne CO2 Äquivalenten pro Kopf unf Jahr. Das wird ein prägnant geringeres Wohlstandsniveau sein. Ein Rückbau. Halbe Arbeitszeit. Verringerung des Realeinkommen.
1. Suffizienz, Formen der Genügsamkeit als Abwurf von Ballast und als Befreiung von Überfluss. Wiedergewinnung von mehr Übersichtlichkeit.
2. Subsistenz, das Eigenmachen, die Eigenarbeit, die Selbstversorgung. Nutzungsdauer erhöhen.
3. Gut funktionierende Regionalwirtschaft, ökologischer Landbau, Manufaktur, Abermalsreparatur, Gemeinschaftsproduktion. Auto teilen.
4. Industrie wird weniger produzieren und Produkte, die länger halten, mit Fortschritt in der Technik.
Interview für den Katholikentag 22.05.2026
Konsum reduzieren
Vermeiden des dekadenten Luxus, der niemand fehlen würde, aber maximalen Schaden verursacht. Gründe:
1. Nicht leistungsgerecht, weil er durch maschinelle Plünderung entsteht, nicht durch eigene Arbeit.
2. Er steigert nicht die Lebensqualität nach einer Sättigung, er degeneriert zur Reizüberflutung und Überforderung.
3. Technologischer Fortschritt lässt sich nicht von den Schäden entkoppeln.
4. Die Deindustrialisierung Europas lässt sich nicht aufhalten. Möglich bei überlebensfähige, resiliente Versorgungs- und Lebensstile. Verrringerte Konsum- und Verkehrsansprüche.
Schlimme Wachstumstreiber
1. Rücksichtslose Steigerung individueller Freiheiten und Begehrlichkeiten
2. Zuwächse an Arbeitsproduktivität
Maximaler ökologischer Schaden beim Verkehr
1. Flüge
2. PKW Verkehr
3. Gütertransport aus Asien
4. Kreuzfahrten
Abhängigkeiten von Versorgungsketten
Suffizienz. Genügsamkeit. Entrümpelung unseres Lebens
Nutzungsdauerverlängerung
Geinschaftsnutzung
Herstellung eigener Produkte
Grenzen von Wirtschaft und Technik
Technische Innovation ist Ersatzreligion. Sie verlagern die Schäden. Gewissensberuhigung. Alibi für des Weges ins ökologische Chaos.
Alternative Minderheiten
Daseinsformen, die mit Postwachstumsökonomie harmonieren. Die Mehrheit unterlassen nichts von sich aus. Sie wird vom Wachstum durch die physische Knappheit gelöst. Gesetze der Ökologie und der Physik.
Politische Rahmenbedingungen
1. Individuelle CO2-Bilanzen,
2. autofreie Städte und Sonntage,
3. ein Flächenmoratorium,
4. Verbot von Kreuzfahren und des Gütertransports per Flugzeug,
5. Rückbauprogramme für Flughäfen, Autobahnen und überflüssige Industrien,
6. Abbau von Subventionen für Agrarbetriebe, die eine bestimmte Größe überschreiten,
7. verlängerte Garantiefristen und Ahndung geplanter Obsoleszenz (Verschleiß),
8. Eindämmung des Akademisierungswahns zwecks Stärkung des Handwerks und des ökologischen Landbaus,
9. Reparatur- und Selbstversorgungswissen als schulisches Pflichtfach,
10. harte Einschränkungen der Digitalisierung.
Vorzeigen
Handwerkliche und künstlerische Betätigung. Autonomeres und stressfreieres Dasein.
Genügsamkeit als Stärke.
Souverän im 21. Jahrhundert ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht.
Niko Paech ist Volkswirt und lehrt an der Universität Siegen als Professor im Bereich der Pluralen Ökonomik. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem Umweltökonomie, Ökologische Ökonomie und Nachhaltigkeitsforschung.
Sein Buch heißt Befreiung vom Überfluss – ein Update. Eine Wachstumsökonomie für das 21. Jahrhundert. ISBN: 978-3-98726-139-8, Hardcover, 144 Seiten, Erscheinungstermin: 03.04.2025, Ernst Ulrich von Weizsäcker schrieb das Vorwort.
BUCHBESCHREIBUNG: Meine Smartwatch, mein Auto, mein Haus: Konsum und das Streben nach »mehr« dominieren unsere Gesellschaft. Niko Paech forderte 2012 in »Befreiung vom Überfluss« eine radikale Abkehr von diesem Weg. Er warnte vor den falschen Versprechen »grünen« Wachstums und prognostizierte, dass trotz aller Klimagipfel und »nachhaltigen« Produkte die Zerstörung der Umwelt weiter voranschreiten würde. Und er behielt recht. Sein legendäres Manifest prägte die Debatte über den Kapitalismus. Nun liegt es in einer aktualisierten Auflage vor, die von Fridays for Future über Pandemie bis zur wachsenden Politikverdrossenheit neue Entwicklungen einbezieht. Paechs Gedanken sind heute aktueller denn je. Er zeigt, wie eine Postwachstumsökonomie ökologisch verträglicher, stabiler und sozial gerechter sein kann. In einer erschöpften Welt bietet Paech eine Vision der Genügsamkeit, die nicht Verzicht, sondern Befreiung bedeutet.
