Niko Paech: Genügsamkeit ist Stärke

Prof. Niko Paech sieht eine Notwendigkeit in der Stärkung des Handwerks und des ökologischen Landbaus.
Niko Paech ist Volkswirt und lehrt an der Universität Siegen als Professor im Bereich der Pluralen Ökonomik. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem Umweltökonomie, Ökologische Ökonomie und Nachhaltigkeitsforschung. Er ist einer der führenden Wachstumskritiker im deutschen Sprachraum. Der VCÖ (Verkehrsclub Österreichs) interviewte ihn: https://vcoe.at/news/details/niko-paech-direkt-gefragt

Ruinöses Konsumieren

Er sagt, dass das ruinöse Konsumieren nicht zum Menschenrecht deklariert werden soll. Das Projekt der Moderne sei gescheitert. Es ist an den Auswirkungen des modernen Lebensstil gescheitert. Weil es sich auf Freiheit konzentriert und Verantwortung vergisst. Die radikale Selbstverwirklichung für alle begründet diese schlimme Entwicklung ins Chaos.

Niko Paechs Konzept erinnert an Ingolfur Blühdorn, der in seinen Büchern „Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit. Warum die ökologische Transformation der Gesellschaft nicht stattfindet“ und „Unhaltbarkeit. Auf dem Weg in eine andere Moderne“ das Scheitern des ökoemanzipatorischen Projekts beschreibt.

Untergang der Zivilisation

Die entsprechenden materiellen Mittel an Mobilität, Konsum, Technologie etc. besiegeln den Untergang der Zivilisation. Auch technologische Lösungen versagen.

Quelle: https://vcoe.at/news/details/niko-paech-direkt-gefragt Das Gespräch führte Petra Sturm und Bernhard Hochleitner

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Droht der Zusammenbruch?

Man kann neugierig sein, wie die Jahre 2024 und 2025 werden. Sie sind anscheinend die Höhepunkte oder Wendepunkte für die Industrieproduktion und die Nahrungsmittelproduktion.
Die neue Studie „Neukalibrierung der Wachstumsgrenzen“ wirbelt einigen Staub auf.

Die Studie ist eine Berechnung, keine Vorhersage. Es kann besser werden und es kann schlechter werden. Es werden jedoch die vielen Daten verwendet, die weltweit seit Jahrzehnten verfügbar sind.

Es gibt zwei Ergebnisverläufe. Die in der Graphik dargestellten gepunkteten Linien stellen den ursprüngliche Business-as-usual (BAU) Verlauf dar. Die durchgängigen Linien stellen den neu berechneten Verlauf dar.

  • Wir sehen rot die Industrieproduktion, die 2024 einen Knick nach unten macht.
  • Die Nahrungsmittelproduktion (grün) steht dem nicht nach und macht auch 2024 einen Knick nach unten. Beide erholen sich nicht, sondern verlaufen steil nach unten. 2100 sind sie auf dem Niveau von 1900. Wobei die Bevölkerungszahl 2100 höher ist als 1900. Da beginnen ca. 2070 die Hungerjahre.
  • Die Bevölkerungszahl (orange) hat 2027 einen Höhepunkt und geht dann nicht steil, aber stetig nach unten.
  • Die anhaltende Verschmutzung (blau, z.B. Plastik) nimmt stetig zu, erreicht 2090 einen Höhepunkt und sinkt dann leicht.
  • Die nicht erneuerbaren natürlichen Ressourcen (rosa) sinken seit 1970 stark und erreichen 2025 eine stetige sinkende Kurve und gehen ca. 2075 in eine flache Kurve über.

Ich bin neugierig, wie die Jahre 2024 und 2025 werden. Sie sind anscheinend die Höhepunkte oder Wendepunkte für die Industrieproduktion und die Nahrungsmittelproduktion.
Wir können, wie Ulrike Herrmann bemerkt, den Übergang zu einer Überlebenswirtschaft mit kluger Rationierung der Ressourcen schaffen oder wir überlassen es und es kommt zu einer 3 Grad Erwärmung, und wie es Hans Joachim Schellnhuber bemerkt, zu einem Kollaps der Zivilisation. Ich denke, es ist Zeit in allen Bereichen etwas zu unternehmen und keine Ausreden mehr machen.

Studien-Quelle deutsch: https://zukunft0.blog/2023/11/23/die-industrieproduktion-sinkt-2025-rapid/#more-1457
Studien-Quelle original: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jiec.13442
Titel: Recalibration of limits to growth: An update of the World3 model
Arjuna Nebel, Alexander Kling, Ruben Willamowski, Tim Schell
First published: 13 November 2023, https://doi.org/10.1111/jiec.13442
Editor Managing Review: Ichiro Daigo
© 2023 The Authors. Journal of Industrial Ecology published by Wiley Periodicals LLC on behalf of International Society for Industrial Ecology.
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