Niko Paech: Genügsamkeit ist Stärke

Prof. Niko Paech sieht eine Notwendigkeit in der Stärkung des Handwerks und des ökologischen Landbaus.
Niko Paech ist Volkswirt und lehrt an der Universität Siegen als Professor im Bereich der Pluralen Ökonomik. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem Umweltökonomie, Ökologische Ökonomie und Nachhaltigkeitsforschung. Er ist einer der führenden Wachstumskritiker im deutschen Sprachraum. Der VCÖ (Verkehrsclub Österreichs) interviewte ihn: https://vcoe.at/news/details/niko-paech-direkt-gefragt

Ruinöses Konsumieren

Er sagt, dass das ruinöse Konsumieren nicht zum Menschenrecht deklariert werden soll. Das Projekt der Moderne sei gescheitert. Es ist an den Auswirkungen des modernen Lebensstil gescheitert. Weil es sich auf Freiheit konzentriert und Verantwortung vergisst. Die radikale Selbstverwirklichung für alle begründet diese schlimme Entwicklung ins Chaos.

Niko Paechs Konzept erinnert an Ingolfur Blühdorn, der in seinen Büchern „Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit. Warum die ökologische Transformation der Gesellschaft nicht stattfindet“ und „Unhaltbarkeit. Auf dem Weg in eine andere Moderne“ das Scheitern des ökoemanzipatorischen Projekts beschreibt.

Untergang der Zivilisation

Die entsprechenden materiellen Mittel an Mobilität, Konsum, Technologie etc. besiegeln den Untergang der Zivilisation. Auch technologische Lösungen versagen.

Quelle: https://vcoe.at/news/details/niko-paech-direkt-gefragt Das Gespräch führte Petra Sturm und Bernhard Hochleitner

Es gibt auch interessante Videos von Niko Paech:

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Herr Steurer, was können wir tun?

Klimaschutz 2.0 ist Zivilisations- und Demokratieschutz.

Interview mit Reinhard Steurer, Professor für Klimaschutz in Wien von Simon Welebil auf fm4

Reinhard Steurer: Sich einzugestehen, dass es nicht gut ausschaut, dass wir tatsächlich in eine katastrophale Entwicklung gehen, setzt manche Prioritäten neu. Zum einen steht dann an erster Stelle eben Demokratie- und Zivilisationsschutz.

Wählen

Zum anderen ist es in so einer Situation noch wichtiger, keine Verleugner zu wählen. Das hat man in Spanien ganz deutlich gesehen, im Raum Valencia hat die Region Verleugner in die Regierung gewählt mit der Konsequenz, dass die auf diese Hochwasserkatastrophe nicht reagiert haben. Naja, irgendwie logisch: Wenn ich glaube, es ist kein Problem, die Krise gibt es gar nicht, dann werde ich, wenn sie kommt, auch nicht angemessen darauf reagieren. Das heißt, keine Verleugner zu wählen ist schon deswegen wichtig, damit, wenn die Notsituation kommt, Politiker besser damit umgehen können.

Renaturierung

Dann gibt es ein paar andere Dinge, die gerade deswegen umso sinnvoller sind, wie zum Beispiel Renaturierung. Je katastrophaler die Entwicklung wird, je größer und häufiger die Hochwässer werden, umso wichtiger ist es zum Beispiel, den Flüssen mehr Raum zu geben, weil wir es mit klassischem Hochwasserschutz nicht mehr hinbekommen.

Keine Straßen bauen

Ein weiteres Feld, wo es ganz wichtig wäre, endlich zur Vernunft zu kommen, ist, keine weiteren Straßen zu bauen, weil es wird uns ein Lobau-Tunnel mit Autobahn in 50 Jahren nicht mehr viel bringen, wenn uns die fruchtbaren Ackerflächen fehlen. Das sind dann so Dinge, wo Klimaschutz 1.0 und Klimaschutz 2.0 konform gehen, aber die Prioritäten sind dann zum Teil schon neu aufgestellt.
https://fm4.orf.at/stories/3045406/