Eine Klimaaktivistin der Letzten Genration in Deutschland wurde in der Nacht von der Polizei aus dem Bett geholt, ihre Wohnung durchsucht, weil die Staatsanwaltschaft von einer terroristischen Vereinigung ausging. Es stellte sich heraus, dass die Staatsanwalt falsch lag. Es war eine Kriminalisierung von friedlichen Protesten der Letzten Generation. Sie geht jetzt zu einer Therapeutin, um dieses Trauma zu heilen.
Ich erlebte, dass einige auch in Österreich kriminalisiert wurden, sogar ausgewiesen werden sollten. Einige wollten die Verwaltungsstrafe nicht bezahlen, weil sie es als eine Schikane sahen, wenn sie auf tausende Hitzetoten aufmerksam machten und dafür bestraft werden. Sie gingen ins Gefängnis, bis die Strafe gezahlt war.
Auch der Jesuit Jörg Alt verweigerte die Bezahlung und musste ins Gefängnis, weil er sich in Deutschland weigerte, die Vorschreibung zu bezahlen.
Klimaaktivisten erleben immer wieder schmerzhafte Enttäuschungen. Die Letzte Generation wurde gegründet, weil die großen Demonstrationen von Fridays for Future nichts bewirkten. Dies war die erste schmerzhafte Enttäuschung.
In der ersten Phase hoffte man, dass sich immer mehr der Bewegung anschließen. Als das nicht der Fall war, erlebten viele die zweite schmerzhafte Enttäuschung und einige gingen von der Letztem Generation weg.
Die übrigen gaben die Hoffnung nicht auf und machten weiter. Aber sie bekamen immer weniger Unterstützung und sie lösten die Letzte Generation auf. Es war die dritte schmerzhafte Enttäuschung.
Diese drei Enttäuschungen waren deswegen schmerzhaft, weil man die Katastrophen sah und Hoffnung in die Vernunft der Menschen setzte. Aber man sah, dass die Mitmenschen weiter unvernünftig handelten, obwohl immer mehr Menschen starben und unter den Katastrophen litten.
Ich sehe die Proteste als prophetisches Handeln.
Der Prophet Elija wurde von König Ahab und seiner Frau Isebel verfolgt, weil er sie des Mordes anklagte.
Der Prophet Jeremia wurde von den Beamten des Königs Zidkia in eine schlammige Zisterne geworfen, weil er den Untergang Jerusalems voraussagte.
Der Prophet Johannes der Täufer wurde geköpft, weil er Umkehr predigte und die Ehe von Herodes Antipas kritisierte.
Jesus wurde gefoltert und ans Kreuz geschlagen, weil er den Anbruch des Reiches Gottes verkündete, zu Nächstenliebe aufrief, die Opfer im Tempel ablehnte und den Untergang Jerusalems voraussagte.
Stefanus wurde gesteinigt und getötet, weil er Gott nicht im Tempel sah und Jesus als den Erlöser bekannte.
Schon in der Antike wurden die Überbringer einer schlechten Nachricht getötet. Natürlich ist es eine schlechte Nachricht, wenn durch die Treibhausgase die Erde unbewohnbar wird. Das will man nicht hören und bringt die Überbringer der Nachricht um.
Blaise Pascal bringt den Kampf der Gewalt gegen die Wahrheit auf den Punkt:
„Es gibt einen langen, seltsamen Kampf, wenn die Gewalt die Wahrheit zu unterdrücken sucht. Doch alle Anstrengungen der Gewalt können die Wahrheit nicht schwächen und dienen nur dazu, ihren Glanz zu erhöhen.“
Aber er sagt auch: „Alles Licht der Wahrheit vermag der Gewalt keinen Einhalt zu tun, es reizt sie nur noch mehr in ihrem Zorn.“
Dies hat Jesus erleben müssen. Je mehr Licht auf die Wahrheit fiel, umso mehr reizte es den Zorn der Gewalt.
Aber die Anstrengung der Gewalt erhöht nur den Glanz der Wahrheit. So kommt nach dem Kreuz die Auferstehung.
Die Menschheit tötet sich durch Kriege und Naturzerstörung selbst. Ein kollektiver Suizid.
Baut danach Christus eine neue Schöpfung auf? Mit wem?
