Sie bringt eine großartige systemische Analyse der Klimakrise.
Warum reagiert die Gesellschaft nicht mit der Entschlossenheit und Eile auf die Klimakrise, welche die physikalischen Fakten gebieten?
Der große Crash
Ich finde die systemische Analyse von Verena Winiwarter sehr gelungen. Aufgabe der Klimabewegung sieht sie darin, auf die Grenzen und Katastrophen hinzuweisen und keine Lösungen anzubieten (Wir streiken bis ihr handelt). Die funktionale Ausdifferenzierung der Gesellschaft bleibt bestehen, solange die fossilen Energieträger wie Erdöl, Kohle und Erdgas vorhanden sind. Dann kommt es zu einer Transformation. Ich würde es aber Crash nennen oder wie es Kurt Vonnegut sagt, Cold Turkey (Quelle: Verena Winiwarter, Der Weg zur klimagerechten Gesellschaft, S.64).
Bis dorthin müssen diese Funktionssysteme (Wirtschaft, Bildung, Politik, Religion, Wissenschaft, Kunst, Recht, Sport, Gesundheit, Militär, Polizei, Massenmedien, inklusive der psychischen Systeme) mit den Schwierigkeiten und Katastrophen wie Überschwemmungen, Hitzewellen, Dürre, Steigung des Meeresspiegels, Verringerung des Nahrungsangebotes, Aussterben von Arten u.a. zurecht kommen.
Meiner Ansicht nach zögern sie den Crash oder den Cold Turkey hinaus.
Cold Turkey
Ich bringe einen wichtigen Einschub: Verena Winiwarter las bei einem Treffen 2022 einen Essay von Kurt Vonnegut vor, der mit dem englischen Begriff für den kalten Drogenentzug „Cold Turkey“ überschrieben ist. Er schreibt, nachdem er über seine Erfahrungen mit Drogen, vor allem Nikotin berichtet hat: „Aber ich sage Ihnen eines: Ich hatte einmal ein High, das nicht einmal Crack-Kokain erreichen konnte. Da habe ich meinen ersten Führerschein gemacht! Achtung, Welt, hier kommt Kurt Vonnegut. Und mein Auto damals, ein Studebaker, wie ich mich erinnere, wurde, wie fast alle Transportmittel und andere Maschinen heute, und elektrische Kraftwerke und Öfen, von den am meisten missbrauchten und süchtig machenden und zerstörerischen Drogen von allen angetrieben: fossilen Brennstoffen. Als Sie hier ankamen, auch als ich hier ankam, war die industrialisierte Welt bereits hoffnungslos abhängig von fossilen Brennstoffen, und sehr bald wird es davon keine mehr geben. Cold Tukey. Darf ich Ihnen die Wahrheit sagen? Ich meine, das sind keine Fernsehnachrichten, oder? Hier ist, was ich für die Wahrheit halte: Wir sind alle Süchtige nach fossilen Brennstoffen in einem Zustand der Verleugnung und stehen kurz vor dem kalten Entzug. Und wie so viele Süchtige, die kurz vor dem kalten Entzug stehen, begehen unsere Führer jetzt Gewaltverbrechen, um das Wenige zu bekommen, das von dem übrig ist, wovon wir abhängig sind.“
Klimaänderung in nur einer Minute erklärt, für diejenigen, die nicht daran glauben
Wir müssen etwas tun, um den Trend umzukehren und unseren Kindern eine bessere Welt zu hinterlassen
#Climatechange explained in only one minute, for those that don't believe in it We must do something to revert the trend and leave a better world to our kids pic.twitter.com/PFTP2jwgVY
Sicherlich habe ich nicht vor, mich auf eine viel befahrene Straße zu setzen und mich anzukleben. Das heißt aber noch lange nicht, dass mich die Entwicklung unseres Klimas kalt lässt. Nur missfällt mir die Methode des Anklebens – aber mit welcher anderen Methode kann man noch Aufmerksamkeit erregen, aufrütteln – vieles wurde schon probiert, „nix hat’s g’nutzt“.
„Meine“ Methode ist: Aufklärung über die Fakten und deren Folgen. Besser gesagt: Aufzeigen von Fakten (geschieht in den Medien ohnedies: derzeit „der Lake Powell trocknet aus“), wesentlich wäre es, die Ursachen, aber auch die Folgen davon klar aufzuzeigen.
Die Politik allerdings muss ziemlich dringend Taten setzen, nicht nur in Österreich, in Europa, der Klimawandel macht an Grenzen nicht halt. Und jetzt schaut’s so aus, als ob dieser Wandel langsam (oder plötzlich) wirklich irreversibel wird.
Damit kommen z.B. zwei Begriffe ins Spiel, der Rückkoppelungseffekt und die Kipppunkte. (Ich gebe zu, es klingt nicht einfach und ist es auch nicht)
Rückkopplungsmechanismen sind Prozesse, die ausgehend von der Änderung eines Faktors Änderungen anderer Faktoren anstoßen, die wiederum auf den ersten Faktor verstärkend (positive Rückkopplung) oder abschwächend (negative Rückkopplung) zurückwirken. Höhere Temperaturen der Atmosphäre erwärmen z.B. auch den Ozean, der dadurch weniger CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen kann, wodurch sich diese weiter erwärmt (positive Rückkopplung). Höhere Temperaturen verstärken aber auch das Pflanzenwachstum, wodurch mehr CO2 aus der Atmosphäre für die Photosynthese verbraucht wird, was für die Atmosphäre einen Abkühlungseffekt bedeutet (negative Rückkopplung).
Sand ist nach Wasser der wichtigste Rohstoff, vor allem für die Bauindustrie, und die nimmt nicht jeden Sand. Jeden Tag karren LKWs Tonnen von Strandsand davon, saugen riesige Schwimmbagger den Meeresboden rund um den Globus ab, bunkern den Sand in ihren Kielräumen und verkaufen ihn teuer an Baufirmen: Der Sand schwindet, und mit ihm die Strände. Quelle: Christa Chorherr Sand, wie Sand am Meer
Sand steckt in vielen unserer Produkte, von denen man es nicht vermuten würden: etwa in Seife, in Reinigungsmitteln, in jedem Computer. Glas wird aus Sand hergestellt. Aber vor allem: Stahlbeton, der wichtigste Baustoff heutzutage. Unsere Städte sind buchstäblich aus Sand gebaut, denn Beton besteht zu zwei Dritteln aus Sand. Und für jede Tonne Beton werden mehrere Tonnen Sand benötigt.
Überall ist Sand versteckt, im Computer und im Handy, in der Pflanzenzucht, in Farben und Klebstoffen, aber auch Keramik und Ziegel gäbe es ohne Sand nicht. Fast nur aus Sand besteht Glas, nämlich zu 75 Prozent. Doch auch in der Jeansherstellung geht nichts ohne ihn, mit Sandstrahlen wird der Stoff ausgeweicht und gebleicht.
Ich habe erschreckt wahrgenommen (ZIB1 auf ORF 2, am 19.02.2023), dass viele Atlantikstrände Europas bedroht sind. Durch den Anstieg des Meerwassers werden sie immer kleiner und könnten in absehbarer Zeit verschwunden sein. Die gezeigte Karte hat es verdeutlicht. Ich gebe zu, mir war das nicht so bewusst.
Klimakrise und Erosion gefährden Europas Küsten bzw. Strände. Bis 2035 könnte die Hälfte der Strände verschwunden sein! Wir kennen Sie, die Strände in der Normandie, wo die Landung der Alliierten 194 4 stattgefunden hat, die Strände in der malerischen, mystischen Provence, auf der Isle de Re, in der Gegend von Biarritz. Alle die uns lieb gewordenen Strände sind bedroht, in Frankreich, Spanien, Portugal England und Schottland etc.
Was sind nun die Ursachen für diesen Anstieg des Meeres: Die Region rund um die nördliche Polkappe erwärmt sich schneller als der Rest der Welt: Von 1971 bis 2019 ist die globale Durchschnittstemperatur der Arktis um 3,1 Grad Celsius gestiegen. Zum Vergleich: Laut dem neuesten Weltklimabericht hat sich der Planet als Ganzes aufgrund des Klimawandels um 1,1 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter erwärmt. Die Erwärmung in der Arktis fällt aber größer aus. Die durchschnittlichen Temperaturen in den arktischen Regionen werden auch weiterhin mindestens zweimal so schnell ansteigen wie die globale Durchschnittstemperatur.
CORVALLIS, Ore. – Eine internationale Zusammenarbeit unter der Leitung von Wissenschaftlern der Oregon State University hat 27 Beschleuniger der globalen Erwärmung identifiziert, die als verstärkende Rückkopplungsschleifen (Kipppunkte, Feedback Loops) bekannt sind, darunter einige, von denen die Forscher sagen, dass sie in Klimamodellen möglicherweise nicht vollständig berücksichtigt werden.
Sie stellen fest, dass die Ergebnisse, die heute in der Zeitschrift One Earth veröffentlicht wurden, die Dringlichkeit erhöhen, auf die Klimakrise zu reagieren, und politischen Entscheidungsträgern einen Fahrplan bieten, der darauf abzielt, die schwerwiegendsten Folgen eines sich erwärmenden Planeten abzuwenden. Beispiele im Bild: A. Verringerung der Meereis-Rückstrahlung B. Auftauen des Permafrosts C. Schwelende Waldbrände in Mooren D. Waldbrände E. Wolkeneigenschaften F. Austrocknen und Wüstenbildung G. Waldsterben H. Insektenbefall I. Verringerung der Schneedecke-Rückstrahlung
In der Klimawissenschaft sind verstärkende Rückkopplungsschleifen Situationen, in denen eine klimabedingte Veränderung einen Prozess auslösen kann, der noch mehr Erwärmung verursacht, was wiederum die Veränderung verstärkt.
Ein Beispiel wäre die Erwärmung in der Arktis, die zum Schmelzen des Meereises führt, was zu einer weiteren Erwärmung führt, da Meerwasser die Sonnenstrahlung absorbiert und nicht reflektiert.
Die 56 Loops (20 physikalische, 21 biologische, 15 menschliche Loops, von den 41 ersteren sind 27 verstärkende, 7 ausgleichende und 7 unsicher Loops):
Ich mag Linsen und Humus. Begonnen hat es damit, dass mir meine Schwester vom Ernährungskompass von Bas Kast vorgeschwärmt hat. Sie hat mich angesteckt und ich habe meine Ernährung auf Linsen und Kichererbsen statt Fleisch und Käse umgestellt. Ich esse jetzt kaum Fleisch und fühle mich fantastisch. Von den Milchprodukten konsumiere ich Joghurt und Buttermilch zum Müsli-Frühstück und einen Schuss Milch zum Kaffee. Hartkäse lasse ich auch wegen dem schlechten Cholesterin weg.
Ich finde, man kann den Fleischkonsum und Käsekonsum auch wegen der Klimakrise weglassen. In dem Standardartikel steht:
‚Wer auf Hülsenfrüchte setzt, schützt außerdem die Umwelt. Um die gleiche Menge Eiweiß aus Rindfleisch zu generieren wie aus Hülsenfrüchten, verbraucht man nämlich sechsmal mehr Wasser. Für ein Kilo Rindfleisch sind 46 Quadratmeter Platz nötig, für ein Kilo Bohnen oder Erbsen nur 3,6 Quadratmeter. Und bei der Produktion von einem Kilo Rindfleisch entsteht 36-mal so viel CO2 wie bei einem Kilo Kichererbsen. Der Anbau verbessert außerdem die Bodenqualität und hilft, Düngemittel zu reduzieren. Knieli weiß: „Hülsenfrüchte sind Stickstoffbinder, sie waren früher wichtiger Bestandteil in der Fruchtfolge. Das heißt, sie bringen Stickstoff in den Boden ein, der sonst durch synthetische Düngemittel zugeführt wird.“‚ –
Düngemittel sind Treibgas-Schleuder: Dünger als Klimakiller schreibt der Spiegel. ‚Wird Stickstoff (N) nicht von Pflanzen aufgenommen, kann daraus im Boden Lachgas entstehen, das in die Atmosphäre entweicht. Lachgas ist ein 300 Mal stärker wirkendes Treibhausgas als Kohlendioxid und trägt sechs bis sieben Prozent zum weltweiten Treibhauseffekt bei. Es hält sich rund 120 Jahre in der Atmosphäre.‘
Michaela Knieli bringt auch köstliche Rezepte, eine Risipisi-Pfanne, ein indisches Linsendal und Brownies mit Kidneybohnen. Quelle: Hülsenfrüchte-kleine Retter …
Die Arktisforscher tagen eine Woche lang in der Wiener Universität. Die Arktis ist dramatisch bedroht vom Klimawandel. Eine Thema wird von 17. bis 24. Februar 2023 das Schmelzen des Eises sein. Wenn das Eis schmilzt, erwärmt sich das Wasser schneller. Auch die arktischen Wettereinbrüche waren in Nordamerika und Nordostasien durch die Veränderung des Jetstreams zu spüren. Quellen: ORF 700 Arktisforscher tagen in Wien Arctic Science Summit Week (ASSW)
Wissen4Future Teil 5: Klimawandel und WirtschaftProf. Dr. Sigrid Stagl von der WU Wien erklärt zunächst Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, Kennzahlen des Wohlstandes, des Kapitalismus und seine Kollision mit den endlichen Grenzen unseres Planeten.
Danach berichtet Prof. Dr. Karl Steininger vom Wegener Center der UNI Graz über die Kosten des Nicht-Handelns, soziale Ungleichheit in Bezug auf Verursachung des Klimawandels und die Betroffenheit durch die Folgen sowie mögliche Ansätze zum Wandel.
Bei beiden geht es um eine Einführung in die Ökonomie die Erklärung von Kapitalismus & Marktwirtschaft, die Frage ob das BIP als Wohlfahrtsmaß tauglich ist. Es geht um die Rebound Effekte und die Entkoppelung des BIP von X. Sie erklären die planetarischen Grenzen, die sozialen Grundlagen, die Kosten des Nicht-Handel
Der Bodentrockenheitsindex von Anfang Februar 2023 zeigt jene Regionen, die einen dramatischen Sommer erwarten lassen. Die Erwärmung ist auf dem europäischen Festland viel schneller als global. Der Boden wird schneller warm als das Wasser. Der Schnee würde die Sonnenstrahlen reflektieren. Aber der fehlt. Polen, Irland, Großbritannien, Schweiz, Frankreich und Norditalien erleben einen äußerst trockenen Winter. Aber auch die anderen Länder haben Gebiete, in denen extrem wenig Niederschlag vorhanden ist.
Copernicus ist das Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union, das sich mit unserem Planeten und seiner Umwelt „zum größtmöglichen Nutzen aller europäischen Bürger“ befasst. Es bietet Informationsdienste auf der Grundlage von satellitengestützter Erdbeobachtung und In-situ-Daten (Nicht-Weltraumdaten) an. Es bringt eine Übersicht über die Trockenheit in Europa.
Auch die Alpen mit ihren Gletschern haben zu wenig Schnee und Wasser, sodass für die Stromerzeugung große Schwierigkeiten auf uns zukommen.
In Österreich sehen wir eine Austrocknung des Bodens rund um die Steirischen Alpen. Das Trinkwasser ist in vielen Gemeinden nicht gesichert. Im Osten Österreichs sind der Zicksee und Wiener Neustädter Seen ausgetrocknet.
Ursache der Erwärmung ist der vom Menschen gemachte Treibhauseffekt. CO2, Methan, Lachgas und immer mehr Wasserdampf lassen langwellige Wärmestrahlen nicht in den Weltraum, lassen hingegen die kurzwelligen Sonnenstrahlen auf den Boden und das Wasser durch. Dadurch erwärmte sich die bodennahe Luft weltweit bis jetzt um 1 Grad Celsius und die bodennahe Luft in Europa um 2 Grad Celsius. CO2 entsteht bei fast jedem Verbrennungsvorgang, Methan entsteht vor allem durch Gasausscheidung von Rindern und Schweinen.