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  • Milliarden von Toten

    Peter Kalmus ist einer, der von Milliarden von Toten in der Klimakatatrophe spricht.

    Er kann recht haben.

  • Es hat begonnen. Harald Lesch bringt die Klimaänderung auf den Punkt

    Hier die Ursachen, die zur Katastrophe führen. Das sollen alle wissen. Er hielt den Vortrag am 11.12. 2024 in der Universität Stuttgart. Er ist voll aktuell. Seitdem hat sich nichts geändert. Mit der Hitze beginnt es jetzt.

  • Papa Franziskus: Kain, wo ist dein Bruder? Die Moral in Zeiten der Erhitzung

    Der Ethiker und Moralphilosoph Josef Bordat beschäftigt sich seit Jahren mit der Moral in der Klimakrise. Ein zentrales Rundschreiben von Papst Franziskus war Laudato Si‘. Bordat schreibt in seiner Untersuchtung „Zur Konzeption von Verantwortung und Technik in Laudato si‘“ über den zentralen Begriff „Verantwortung“ und stellt die Frage, ob dies nicht zu einer Überforderung des Menschen und eine uneinlösbare Verantwortungshybris kommen kann. Interessant ist die Lösung.

    Josef Bordat: „Seit dem Versagen Kains in der Sorge um seinen Bruder Abel („Bin ich der Hüter meines Bruders?“, Gen 4, 9) und der damit grob missachteten Pflicht des Menschen gegenüber Gott ist die Verantwortung auch ein Kernkonzept für eine Moralität, die in jüdisch-christlicher Tradition steht – immer mit der Grenze, dass dem Menschen nicht zugemutet werden darf, in seinem „Hüteramt“ die Gebote Gottes zu brechen.“

    Wer hat konkret die Verantwortung?

    Josef Bordat: „Hier holt Papst Franziskus in Laudato si‘ den Begriff ab: Analog zum Liebesgebot lassen sich die Verantwortung gegenüber Gott, gegenüber dem Nächsten und gegenüber mir selbst unterscheiden, wobei mit der Verantwortung gegenüber den Mitmenschen, die noch gar nicht leben (im Zuge der so genannten „intergenerationalen Gerechtigkeit“) rasch das besagte Problem der Überforderung auftritt. Wie geht Franziskus damit um? Der Papst sieht die Verantwortung zunächst als eine Haltung, die Einzelne eingedenk konkret erfahrbarer Not annehmen sollen. So braucht es „Dramen unserer Brüder und Schwestern“ (Nr. 25), so wird Verantwortung „zugewiesen“ von denen, die hier und jetzt „die schlimmsten Folgen zu tragen haben“ (Nr. 161) oder auch die Gefahr des Aussterbens bereits existierender Arten (Nr. 42), um das Verantwortungsbewusstsein (oder auch das „Verantwortungsgefühl“, Nr. 25) zu wecken, so werden spezifische „Verantwortungsträger“ benannt, die zum Handeln aufgerufen sind (Nr. 129, Nr. 135), insbesondere der „Politiker“ (Nr. 181) oder der „Verbraucher“ (Nr. 206). Hier geschieht eine konkrete Zuschreibung, die zu überschaubaren Verantwortlichkeitsstrukturen führt.“

    In der Verantwortung vor Gott, dem die Erde gehört, sind wir eingebunden. Auch wenn die Klimawandelfolgen später eintreten?

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  • Gesunde Ernährung

    Menschen mit vegetarischer Ernährung erkranken seltener an verbreiteten Krebsarten, berichtet die bisher größte Studie zu fleischloser Kost und Krebs.
    https://de.euronews.com/gesundheit/2026/02/27/grosse-studie-vegetarische-ernahrung-senkt-risiko-fur-mehrere-krebsarten

    Vegetarian diets and cancer risk: pooled analysis of 1.8 million women and men in nine prospective studies on three continents
    https://www.nature.com/articles/s41416-025-03327-4

    Die große Langzeitstudie von 1,8 Millionen Menschen über 16 Jahren wurde in Nature veröffentlicht.

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  • Hoimar von Ditfurth: Die Folgen sind einschneidend

    Der Klimawandel und seine Auswirkungen waren schon 1978 ein Thema. In der ZDF-Sendung „Querschnitt“ (Eine Art Vorgängersendung von Leschs Kosmos) hat ihn Hoimar von Ditfurth erklärt. Er zitiert Berechnungen, dass 2050 die Durchschnittstemperatur etwa 2 bis 3 Grad mehr betragen wird. Das sind auch heute schon die neuesten Berechnungen. Wenn wir unser Gehirn nicht einsetzen, wird die Menschheit aussterben.

    Für die Schule: 2050 kommt die Durchschnittstemperatur, wenn nichts dagegen passiert, etwas 2 bis 3 Grad: https://schule.zdf.de/video/hoimar-von-ditfurth-querschnitt-1978-ueber-co2-und-klimawandel-100

    Harald Lesch über Hoimar von Ditfurth, die Geschichte der Klimaforschung und die politischen Ziele.

  • Warnung im zweiten Weltkrieg vor CO2

    Professor Hermann Flohn

    Mitten im zweiten Weltkrieg, beschäftigte sich der damals junge deutsche Meteorologe Hermann Flohn im Reichsamt für Wetterdienst mit der Frage, wie Menschen das Klima verändern. Er erforscht die Wirkung von Städten, Stauseen und Wäldern auf das lokale Mikroklima und die Industrie-Emissionen wie CO2, aber auch Staub und Ruß. Angesichts der Komplexität der Zusammenhänge warnte Flohn 1941: „Mit einem Fortschreiten dieser sehr langsamen Erhöhung der Temperatur … muss gerechnet werden. Damit wird aber die Tätigkeit des Menschen zur Ursache einer erdumspannenden Klimaänderung, deren zukünftige Bedeutung niemand ahnen kann.“

    Hermann Flohn (1912 – 1997) gehörte auf dem Gebiet der Klimaforschung zu den Pionieren. Er hat die Möglichkeit eines menschengemachten Klimawandels bereits in seiner Habilitation 1941 beschrieben, und in seinem Aufsatz „Die Tätigkeit des Menschen als Klimafaktor“ für die Zeitschrift für Erdkunde veröffentlicht.

    Er schildert 1994 im Süddeutschen Rundfunk die Entdeckung des menschengemachten Klimawandels durch die Wissenschaft. Er erinnert an den Chemiker Guy Steward Callendar, der ihn motivierte, sich mit dem CO2 stärker zu befassen. 1971 gab es eine Konferenz auf einer Insel in der Nähe von Stockholm, bei der Physiker aus aller Welt sich intensiv über die Erderwärmung austauschten. Die UNO Organisation
    World Meteorological Organization (WMO) hat 1979 eine Konferenz einberufen. Hermann Flohn war zur Vorbereitung in Genf. Er „war erstaunt, dass dies so rasch und intensiv vor sich ging. … konnte es mir eigentlich nicht vorstellen, dass dieses Thema schon 1991 nachher in Rio zu einer politischen Weltkonferenz führte.“ Skeptisch war er, weil die Materie für die Politiker eine langfristige Perspektive erforderte, die Politik nicht so leicht aufbringt. Das bewahrheitete sich in den nächsten Jahrzehnten.

    Quellen: SWR Hermann Flohn
    More: History in American Institute of Physics.
    Mehr: Bayerische Akademie der Wissenschaften
    Wikipedia Hermann Flohn

  • Guy Steward Callendar: Da muss man es doch nachweisen können

    Guy Steward Callendar

    Der englische Ingenieur studierte Mechanik und Mathematik, forschte zu Dampf, Druck und Batterien. Bis 1938 sammelte er Temperaturdaten aus aller Welt und sah, dass sich die Temperaturen in den 50 Jahren davor kontinuierlich erhöhten. Er stellte sie in Zusammenhang mit der Erhöhung der CO2 Konzentration dieser Jahre und berechnete einen Temperaturanstieg von 0,003 °C pro Jahr. Seine Arbeit ging in die Wissenschaftgeschichte als Callendar-Effekt ein.

    Einen sehr gute Artikel finden Sie auf Wetterblog.at. Der Callendar-Effekt | wetterblog.at https://share.google/eivVAyIqOBCv6ieYg:

    „In seiner Freizeit (!) analysierte er die Temperaturdaten von 200 Wetterstationen weltweit und kam so 1938 zum Schluss, dass sich die Oberflächentemperatur der Erde zwischen 1890 und 1935 um etwa 0,3° erwärmt hat – was im ersten Moment nicht nach sonderlich viel klingt, in der Tat aber einen signifikanten Anstieg darstellt.“

    Callendar baute auf die Arbeit einiger Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts auf, darunter Svante Arrhenius und Nils Gustaf Ekholm. Zum Thema globale Erwärmung, Infrarot-Strahlung und das vom Menschen eingebrachte Kohlendioxid veröffentlichte er in den Jahren zwischen 1938 und 1964 zehn größere und 25 kürzere wissenschaftliche Artikel. Andere, wie der kanadische Physiker Gilbert Plass, erweiterten in den 1950er und 1960er Jahren auf Basis von Callenders Arbeit diese Studien.

    Dies führte schließlich zu Charles Keelings Messungen am Mauna-Loa-Observatorium ab 1958, die sich als wegweisend für die Weiterentwicklung der Theorie der anthropogenen globalen Erwärmung erwiesen. 

    Quellen:

    Guy Stewart Callendar – Wikipedia https://share.google/DSM7o0YRjjAsm7Ihj

    https://de.wikipedia.org/wiki/Guy_Stewart_Callendar

  • Vor 125 Jahren: „Das CO2 heizt auf“

    Der schwedische Meteorologe Nils Gustav Ekholm
    beschäftigte sich mit den Ursachen der Klimaschwankungen in der Erdgeschichte. Als wichtigsten Faktor sah er 1901 den sich verändernden Gehalt der Atmosphäre an Kohlendioxid an. Für die Zukunft erwartete er einen deutlichen Anstieg der mittleren Temperatur auf der Erde innerhalb weniger tausend Jahre, verursacht durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe und den damit verbundenen Eintrag von Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre.

    On the Variations of the Climate of the Geological and Historical Past and Their Causes. (PDF; 50,8 MB) In: Quarterly Journal of the Royal Meteorological Society. Band 27, 1901, S. 1–61

    Nils Gustaf Ekholm – Wikipedia https://share.google/TcoGkpqyXedjjBJEM

  • Drei Nachweise

    Stefan Krauter bringt drei zentrale Arten von Nachweisen für die menschengemachte Klimakrise: 

    1. Physik: CO₂, Methan und andere Gase absorbieren Wärmestrahlung; dieser Treibhauseffekt ist seit dem 19. Jahrhundert experimentell bestätigt. [1]
    2. Messdaten: Die Konzentration von CO₂ in der Atmosphäre ist seit 1750 um rund 40–50% gestiegen, fast vollständig durch Verbrennung fossiler Energieträger und Entwaldung. [2][3]
    3. Attribution: Klimamodelle bilden die Erwärmung nur korrekt ab, wenn menschliche Treibhausgasemissionen einbezogen werden; ohne sie bleibt der Temperaturanstieg aus. [4][5]

    Der Weltklimarat IPCC kommt deshalb zum Schluss, dass es „eindeutig“ ist, dass der Mensch Atmosphäre, Ozeane und Land erwärmt hat und dass menschliche Aktivitäten mit mindestens 95% Wahrscheinlichkeit die Hauptursache der Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind. [6][3][5]

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  • Wie lange wissen wir das schon?

    Der Klimawandel ist schon lange bekannt

    Dass sich das Klima ändert und sich die Erde erwärmt, wissen wir schon sehr lange. „Wir haben 25 Jahre verloren. Hätten wir damals sofort reagiert, wären wir nicht in der Lage, in der wir heute sind,“ klagt ein Klimaforscher.

    Weiterlesen: Die Geschichte der Klimaforschung auf ARD alpha https://ardalpha.de/s/5DxBDmS

    Nach Joseph Fourier, Eunice Newton Foote, John Tyndall und Svante Arrhenius erforschte der schwedische Meteorologe Nils Gustav Ekholm die Ursachen der Klimaschwankungen in der Erdgeschichte. Als wichtigsten Faktor sah er 1901 den sich verändernden Gehalt der Atmosphäre an Kohlendioxid (CO2) an. Für die Zukunft erwartete er einen deutlichen Anstieg der mittleren Temperatur auf der Erde innerhalb weniger tausend Jahre, verursacht durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe und den damit verbundenen Eintrag von Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre.

    Der Kanadier Guy Steward Callendar erforschte in den 1930er-Jahren, wie stark die CO2-Konzentration in der Atmosphäre zugenommen hat. Er stellte fest, dass die Erde sich pro Jahr um 0,005 Grad Celsius erwärmt – zu viel für einen natürlichen Klimawandel, aber auch in seinen Augen ein positiver Effekt.

    1941: Erste Warnungen vor der Klimaveränderung

    Ein paar Jahre später, mitten im zweiten Weltkrieg, beschäftigte sich der junge deutsche Meteorologe Hermann Flohn im Reichsamt für Wetterdienst mit der Frage, wie Menschen das Klima verändern. Er erforscht die Wirkung von Städten, Stauseen und Wäldern auf das lokale Mikroklima und die Industrie-Emissionen wie CO2, aber auch Staub und Ruß. Angesichts der Komplexität der Zusammenhänge warnte Flohn 1941: „Mit einem Fortschreiten dieser sehr langsamen Erhöhung der Temperatur … muss gerechnet werden. Damit wird aber die Tätigkeit des Menschen zur Ursache einer erdumspannenden Klimaänderung, deren zukünftige Bedeutung niemand ahnen kann.“

    Wissenschaft bleibt skeptisch gegen anthropogenen Klimawandel

    Aber auch danach zweifeln Forscher noch lange, ob die Klimaerwärmung tatsächlich auf menschlichen Einfluss zurückzuführen ist. Noch sind Messungen zum CO2-Gehalt der Atmosphäre schwierig und natürliche CO2-Quellen wie verrottende Pflanzen werden als viel wirksamer erachtet. 1957 stellen die Forscher Roger Revelle und Hans Suess jedoch fest, dass der Anteil des CO2-Isotops aus fossilen Quellen – Kohle etwa – in der Atmosphäre gestiegen ist und auch nicht im vermuteten Maße von den Ozeanen wieder aufgenommen wird: „Die Menschheit führt derzeit ein groß angelegtes geophysikalisches Experiment durch.“ Revelle und Suess, 1957.

    Ein Jahr darauf beginnt unter Mitwirkung von Revell die systematische Erforschung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre, am Observatorium auf dem Vulkan Mauna Loa in Hawaii. Ab da ist es messbar: Jahr für Jahr steigt der CO2-Gehalt. Bis heute hat er seit 1958 um etwa ein Viertel zugenommen.

    Die Menge und Wirkung anderer Treibhausgase wie Methan bleibt der Forschung jedoch zunächst weiterhin unbekannt. Ab den 1970er-Jahren werden mit Flugzeugen systematisch Luftproben aus den höheren Schichten untersucht.

    Ab 1960: Immer mehr Daten und neue Technik liefern erste Klima-Modelle

    Ab den 1960er-Jahren gibt es immer mehr Messdaten für Treibhausgase. Auch die Computertechnik macht Fortschritte. Erste Klima-Modelle entstehen: Computerprogramme berechnen das komplexe Geschehen in der Atmosphäre. Viele Prozesse können sie noch nicht abbilden– aber sie liefern Argumente.

    1971: Die erste große Warnung vor irreversiblen Folgen

    1971 meldet sich zum ersten Mal die Deutsche Physikalische Gesellschaft zu Wort, nach einem aufrüttelnden Vortrag von Hermann Flohn bei der Jahrestagung. Und warnt davor, dass der Klimawandel unumkehrbar sein könnte: „Geht aber die Industrialisierung und die Bevölkerungsexplosion ungehindert weiter, dann wird spätestens in zwei bis drei Generationen der Punkt erreicht, an dem unvermeidlich irreversible Folgen globalen Ausmaßes eintreten.“ DPG, 1971.

    Weiterlesen: Die Geschichte der Klimaforschung auf ARD alpha https://ardalpha.de/s/5DxBDmS

    1985 meldet sich die Deutsche Physikalische Gesellschaft ein zweites Mal zu Wort – diesmal deutlicher. Sie warnt: Durch die stark zunehmenden Treibhausgas-Emissionen könnte die Welt-Durchschnitts-Temperatur in den nächsten 50 bis 100 Jahren um mehrere Grad ansteigen, die Meeresspiegel um fünf bis zehn Meter steigen. „Um die drohende Klimakatastrophe zu vermeiden, muss bereits jetzt wirkungsvoll damit begonnen werden, die weitere Emission der genannten Spurengase drastisch einzuschränken. Wenn diese Einschränkungen aufgeschoben werden, bis in vermutlich 1 bis 2 Jahrzehnten deutliche Klimaveränderungen sichtbar werden, wird es aller Voraussicht nach bereits zu spät sein.“ DPG, 1985

    Klaus Heinlot s://www.br.de/radio/bayern2/import/audiovideo/geschiche-klimawandel-klimaforschung-100.html

    Erst im vierten Sachstandbericht des IPCC im Jahr 2007 gilt der Klimawandel wirklich als gesetzt und nicht mehr widerlegbar. „Die Haupt-Schlussfolgerung ist, dass die Erwärmung des Klimas jetzt eindeutig ist, eindeutig, und das wird offensichtlich durch Beobachtungen der Luft- und Ozean-Temperaturen, Schnee- und Eis-Schmelze, Anstieg des Meeresspiegels.“ Susan Solomon, Leiterin der Arbeitsgruppe ‚Physikalische Grundlagen‘ für den Klimabericht 2007

    Als eindeutig anthropogen, menschgemacht, wird der Klimawandel erst im folgenden Bericht des Weltklimarates bezeichnet, sieben Jahre später.