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  • Kulturkampf: Klimapolitik produziert ihre Gegner

    Die Erhitzung des Planeten ist keine Glaubensfrage: Populäres Graffiti des britischen Streetart-Künstlers Banksy. (Bild: Duncan Hull/Flickr)

    Populismus

    Klimapolitik als Treibstoff der Klimawandelleugner

    Hinter dem weltweiten Erstarken des Anti-Klimaschutz-Netzwerks stehen nicht allein fossile Geschäftsinteressen, wie neue Forschungsergebnisse nahelegen. Stattdessen kommen klimaskeptische Organisationen besonders in Ländern mit einer ambitionierten Klimapolitik vor.

    von  David Zauner

    https://www.klimareporter.de/gesellschaft/klimapolitik-als-treibstoff-der-klimawandelleugner?s=09

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  • Die große Transformation

    Wer wissen will, wie unsere Gesellschaft tickt und warum die Trumps leichter als früher an die Macht kommen, kann sich den Vortrag von Prof Ingolfur Blühdorn hier anhören. Über Immanuel Kant, das autonome Subjekt, die 5 großen Transformationen, die Katastrophe des ökoemanzipatorischen Projekts und: Was kommt jetzt?
    https://youtu.be/0PiwgU9MPeU?feature=shared

  • Niederösterreichs Heimatlied

    Josef Wagner schrieb das Lied „Is wo a Landl“ für seine Heimat Niederösterreich mit seinen vier Viertel und der Wachau. Er wäre von der Gestapo 1938 verhaftetet worden, wenn er nicht im Krankenhaus St. Pölten im Sterben gelegen wäre. Paul Herzbach hat eine Melodie dazu komponiert und das Lied hat es in den Rang einer inoffiziellen Landeshymne geschafft. Wir haben es in der Schule gelernt.

    Der Chor der Chorszene Niederösterreich eröffnete den 8. NÖ Trachtenball mit „Is wo a Landl“: https://www.youtube.com/watch?v=UXF2Ct8PWvU
    Erich Zib mit seinem Ensemble: https://www.youtube.com/watch?v=qKDrtLCi4Rw

    Is wo a Landl:
    Is wo a Landl, net z’groß und net z’kloan; åba für uns akrat recht wiar i moan. S’Lånd håt vier Viertel, sunst wars jå net ganz; und wos di hindrahst, a niads voller Glånz. Daß d’net lång råtn muaßt, Brüaderl, i nenns: Des is mein Österreich unter der Enns, des is mein Österreich unter der Enns.

    Mostviertel:
    Mostviertl låcht wiar a Kinerl im Tram: rundum de Baurnhöf, de blüahradn Bam, Ötscher und Sunntaberg stengan in Ruah, guckan in Leutn ban Årbeitn zua. Woast, wo des Fleckerl is? Brüaderl, i kenns: Des is mein Österreich unter der Enns, des is mein Österreich unter der Enns.

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  • Klimaschutz ist sichernd, konservativ und reparierend

    Lebensbedingungen auf der Erde müssen gesichert werden. 

    Klimaschutz bedeutet ja nicht, dass nur das Klima als solches geschützt wird, sondern dass die Lebensbedingungen auf der Erde geschützt werden, damit wir als Menschheit überleben können. Die grüne Bewegnung hat das Überleben als ihre Forderung übernommen und mit Freiheit, Selbstbestimmung, Autonomie und immer besseren Leben für alle verbunden. Sie hat dabei auch die Hoffnung, dass die Gesellschaft gerechter wird. Einige Linke haben damit auch erwartet, dass wirtschaftlich der Kapitalismus zusammenbricht und politisch in allen Bereichen mehr Demokratie möglich wird. Alle diese Forderungen und Hoffnungen gehen auf die Aufklärung mit dem autonomen Subjekt zurück und haben sich in der modernen Welt nicht erfüllt. Ja, sie haben den Blick auf den Treibhauseffekt und den Artentod verstellt und durch Überforderungen die Vorrangigkeit der Sicherung des Überlebens behindert.

    Ich lese gerade das Buch „Unhaltbarkeit- auf dem Weg in eine andere Moderne“ von Ingolfur Blühdorn, Professor für Soziale Nachhaltigkeit an der Wirtschaftsuniversität Wien. Die Politik der Nicht-Nachhaltigkeit führe zu einer doppelten Unhaltbarkeit – der Unhaltbarkeit westlicher Konsumgesellschaften und zugleich der des Projekts ihrer Ökologisierung. Die spätmodernen Gesellschaften entwickeln sich hin zu einer anderen Moderne, jenseits liberal-demokratischer Normen und jenseits der Glaubenssätze vom mündigen Bürger. Der Abschied von diesen Werten habe traumatische Konsequenzen.

    Ingolfur Blühdorn

    In einem Vortrag in Freiburg 2024 beschreibt Blühdorn die Folgen dieser Politik der Nicht-Nachhaltigkeit:
    https://www.youtube.com/watch?v=kD8nEyfhPE0

    Bei seinem Buch komme ich zu dem vorläufigen Ergebnis, dass die Konsumgesellschaft mit ihrem Ressourcenverbrauch an Grenzen stößt, die aber nicht zu anderen Wertvorstellungen führen.

    Aufgabe wird es zwar sein, das Überleben zu organisieren. Dies ist aber nicht das primäre Ziel der Gesellschaft. Das Überleben zu sichern, zu planen und die Zerstörungen zu reparieren muss weder von Linken, noch von Rechten, noch von den in der Mitte gemacht werden. Es wird einfach notwendig sein und von Parteien und Organisationen gemacht werden, die zufällig gerade die Möglichkeit und die Macht haben. Die Handlungen sind im Grunde konservativ, bewahrend, absichernd (kein CO2, Methan) und reparierend. Welche Werte die BewohnerInnen haben, wird ebenfalls kontingent zufällig sein, sollen aber das Bewahren, Sichern, Anpassen und das ständige Reparieren nicht behindern. Das läuft dann unter neuer Moderne.

    Es kann sein, so verstehe ich Blühdorn, dass die Werte der Aufklärung wie Freiheit, autonomes Selbst, Emanzipation und immer besseres Leben für alle die Sicherung der Lebensgrundlagen verhindern. Es könnte sein, dass die Vision eines einfachen Lebens mit einer Kultur des gemeinschaftlichen Miteinanders eine Lösung sein kann.

    Katastrophen lösen eine Welle von Hilfsbereitschaft aus, verebben aber bald wieder. Wertvorstellungen bekommen hingegend eine Kontinuität, wenn sie als Glaubenssätze ritualisiert vergegenwärtigt werden. Da ist Religion eine große Hilfe.

  • Saudek: Warum die sozial-ökologische Wende ausbleibt und was Kirche tun kann

    Der Philosoph Daniel Saudek fragt, warum die sozial-ökologische Wende der reichen Gesellschaften trotz der sich drastisch verschärfenden Probleme wie Ungleichheit, Klimakrise und Artensterben ausbleibt und welche Rolle die Kirche bisher gespielt hat und künftig spielen sollte.

    Ausführlicher unter: https://www.forum-grenzfragen.de/anthropozentrik-am-ende/

  • Sonne und Wind gehören allen

    »Die erneuerbaren Energiequellen lassen sich – im Gegensatz zum fossilen System – kaum monopolisieren. Sie sind überall auf der Erde vorhanden und versprechen nicht Macht und Reichtum für wenige. Die Sonne scheint und die Winde wehen für die Gerechten und die Ungerechten. Wer sie nutzt, erntet Früchte, die allen gehören von den Energieströmen der Sonne und der Erde, die niemandem gehören.«
    Johannes Schmidl, Physiker und Autor. Über die Würde der Gletscher

    Johannes Schmidl nennt drei Arten von Feuer. Das erste ist das natürliche Feuer, das von Blitzen ausgelöst wird. Das zweite Feuer ist das von uns Menschen gezähmte Feuer, wenn wir zum Beispiel Holz verbrennen. Das dritte Feuer ist das fast nicht sichtbare Feuer, wenn Benzin im Auto verbrannt wird. Es bringt den zusätzlichen fossilen Treibhausefekt, der die Oberfläche der Erde in den letzten Jahrzehnten ganz schnell aufgeheizt hat.

    Johannes Schmidl, geboren 1963 in Lienz, ist in Heiligenblut am Großglockner aufgewachsen. Damals wie heute gilt dessen Gletscher, die Pasterze, als längster Gletscher der Ostalpen. Nach dem Studium der Physik und Philosophie an der TU in Graz und der Umweltschutztechnik an der Universität für Bodenkultur in Wien beschäftigte er sich intensiv mit dem Thema Energiewende. In Nepal erarbeitete er ein Energiekonzept für den Makalu-Barun-Nationalpark, in Tibet war er für Eco Himal Italien tätig, zudem betreute er Energiepartnerschaften mit den Ländern Mittel- und Osteuropas. Aktuell ist er für den Dachverband „Erneuerbare Energie Österreich“ tätig. Schmidl stellt sich die Frage, warum wir trotz allem Wissen und trotz technischer Lösungen die dringend notwendige Energiewende nicht umsetzen. In seinem aktuellen Buch „Über die Würde der Gletscher“ gelingt es ihm, eine Verbindung zwischen Poesie, persönlicher Erzählung und naturwissenschaftlicher Darstellung herzustellen. Im Gespräch mit Andreas Obrecht betont er, dass die sinnliche Erfahrung von bedrohlichen Veränderungen uns dahinführe, zu glauben, was wir wissen, und in der Folge zu tun, was wir immer noch können.

    Johannes Schmidl, befasste sich zumindest 25 Jahren mit verschiedenen Aspekten des Themas »Energie«, arbeitete 1993 bis 1995 mit Unterbrechungen für die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit in Nepal, 2001 in Tibet für Eco-Himal Italia. Er bekam den Ö1 Essaypreis 2000. Mit seiner Familie lebt er in Wien.
    ORF Im Gespräch 6.12. 2024.
    ORF Im Gespräch 12.12.2024.
    Johannes Schmidls Bücher: Energie und Utopie, Die Kalte Fusion, Bauplan für eine Insel. Die Würde der Gletscher

  • Prof. Rahmstorf: Die letzte Eiszeit lehrt uns 5 Punkte

    Nach einem halben Jahrhundert der Forschung sind die Klimaveränderungen seit der Eiszeit weitgehend entschlüsselt. Sie enthalten fünf wichtige Botschaften für den modernen Klimawandel, die wir nicht ignorieren dürfen.

    Zum Beispiel Klimasensibilität, Ausstieg aus dem Erfahrungsbereich der Zivilisationsgeschichte, Anpassung der Tier- und Pflanzenarten, CO₂ aus den Weltmeeren, Nord- Südwippe, Meeresspiegelanstieg.

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/was-die-eiszeit-ueber-den-klimawandel-lehrt-a-cfce2e0b-564d-4887-949d-ab3bafec4363?sara_ref=re-so-app-sh

  • Flugverkehr: Gesundheit und Nahrungssicherheit

    Die Steuersätze für Flugtickets in Österreich müssen wegen der negativen Auswirkung auf die Gesundheit und die Lebensmittelproduktion erhöht werden.
    Es beträgt die Flugabgabe seit 1. September 2020 12 Euro je Passagierin/Passagier. Diese Abgabe muss wegen dem schädlichen CO2 Ausstoß auf 120 Euro erhöht werden.
    Für jene Flüge, bei denen sich die Entfernung zwischen dem inländischen Abflughafen und dem Zielflugplatz auf weniger als 350 km beläuft, beträgt die Flugabgabe 30 Euro je Passagierin/Passagier. Diese Abgabe muss wegen dem schädlichen CO2 Ausstoß auf 300 Euro erhöht werden.
    Es geht darum, die Gesundheit und die Nahrungssicherheit zu erhalten.
    Die anderen Länder werden aufgefordert, diesem Beispiel zu folgen.

    Initiative für Gesundheit und Nahrungssicherheit

  • Steyler Missionare beten vor OMV für Opfer der Erderwärmung

    Orden kündigt Stationengottesdienst am 14. September entlang der OMV-Raffinerie Schwechat an – Weitere Akzente während der „Schöpfungszeit“ ab 1. September.

    Wien, 22.08.2024 (KAP) Ihre Anteilnahme mit den Opfern der Erderhitzung bekundet die Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare mit einer bemerkenswerten Initiative zur „Schöpfungszeit“: Entlang der OMV-Raffinerie Schwechat – einem der Brennpunkte für fossile Energie in Österreich – soll am 14. September ein Stationengottesdienst unter dem von Ephraim Kishon inspirierten Titel „Nicht so laut vor Jericho…“ gefeiert werden, kündigte der seit langem in der Klimaschutzbewegung aktive Pater Franz Helm an.

    Zu den Opfern der Erderwärmung zählen die Steyler Missionare die zunehmende Zahl jener, die durch die Extrem-Wetterereignisse ihr Eigentum oder sogar ihr Leben verlieren, ebenso die vielen Pflanzen- und Tierarten, die sich an die rasche Klimaveränderung nicht anpassen können und aussterben.

    „Wir planen, der Opfer zu gedenken und für sie zu beten und zugleich Gott zu bitten, dass die so dringende Änderung unserer Lebensweise und der Umbau unseres Wirtschaftens gelingen möge“, erklärte der für den Gottesdienst verantwortliche Helm. „Bei all dem sehen wir uns selbst als Teil des Problems, denn wir alle sind derzeit von fossilen Energieträgern und Rohstoffen abhängig.“

    Treffpunkt für den Stationengottesdienst ist am Samstag, 14. September, um 15.15 Uhr am Bahnhof Mannswörth. Der Weg führt anschließend entlang der Danubiastraße.

    Aufruf „Wählt das Leben!“

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  • Die Elektromobilität hat Zukunft

    Die Diskussion begann, als Josef Christian Aigner in der Furche gegen die Elektromobilität als Allheilmittel gegen die Klimakrise anschrieb. (Furche 32, 2024), Dagegen schrieb Johannes Schmidl eine Replik.

    Josef Christian Aigner „erhebt in seinem Artikel den Vorwurf, die Elektro-(Auto-)Mobilität werde engstirnig als Allheilmittel zur CO₂-Reduktion gepriesen, demgegenüber bleibe die Gesellschaft gänzlich unaufgeklärt über die Schattenseiten der für die Akkus in den Elektroautos notwendigen Lithiumproduktion. Elektromobilität ist ein Element im großen Technologie- und Methodenkoffer, mit dem man die Klimakrise eindämmen und letztlich verhindern will. Sie ist sicher kein „Allheilmittel“, wie es Aigner in den Raum stellt, genauso wenig wie Windenergie, Geothermie, Pelletsheizungen, Photovoltaik usw. eines sind. Niemand behauptet ernsthaft, ein „Allheilmittel“ gegen die Klimakrise zu haben.“

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