Der schwedische Meteorologe Nils Gustav Ekholm beschäftigte sich mit den Ursachen der Klimaschwankungen in der Erdgeschichte. Als wichtigsten Faktor sah er 1901 den sich verändernden Gehalt der Atmosphäre an Kohlendioxid an. Für die Zukunft erwartete er einen deutlichen Anstieg der mittleren Temperatur auf der Erde innerhalb weniger tausend Jahre, verursacht durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe und den damit verbundenen Eintrag von Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre.
Dass sich das Klima ändert und sich die Erde erwärmt, wissen wir schon sehr lange. „Wir haben 25 Jahre verloren. Hätten wir damals sofort reagiert, wären wir nicht in der Lage, in der wir heute sind,“ klagt ein Klimaforscher.
Nach Joseph Fourier, Eunice Newton Foote, John Tyndall und Svante Arrhenius erforschte der schwedische Meteorologe Nils Gustav Ekholm die Ursachen der Klimaschwankungen in der Erdgeschichte. Als wichtigsten Faktor sah er 1901 den sich verändernden Gehalt der Atmosphäre an Kohlendioxid (CO2) an. Für die Zukunft erwartete er einen deutlichen Anstieg der mittleren Temperatur auf der Erde innerhalb weniger tausend Jahre, verursacht durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe und den damit verbundenen Eintrag von Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre.
Der Kanadier Guy Steward Callendar erforschte in den 1930er-Jahren, wie stark die CO2-Konzentration in der Atmosphäre zugenommen hat. Er stellte fest, dass die Erde sich pro Jahr um 0,005 Grad Celsius erwärmt – zu viel für einen natürlichen Klimawandel, aber auch in seinen Augen ein positiver Effekt.
1941: Erste Warnungen vor der Klimaveränderung
Ein paar Jahre später, mitten im zweiten Weltkrieg, beschäftigte sich der junge deutsche Meteorologe Hermann Flohn im Reichsamt für Wetterdienst mit der Frage, wie Menschen das Klima verändern. Er erforscht die Wirkung von Städten, Stauseen und Wäldern auf das lokale Mikroklima und die Industrie-Emissionen wie CO2, aber auch Staub und Ruß. Angesichts der Komplexität der Zusammenhänge warnte Flohn 1941: „Mit einem Fortschreiten dieser sehr langsamen Erhöhung der Temperatur … muss gerechnet werden. Damit wird aber die Tätigkeit des Menschen zur Ursache einer erdumspannenden Klimaänderung, deren zukünftige Bedeutung niemand ahnen kann.“
Wissenschaft bleibt skeptisch gegen anthropogenen Klimawandel
Aber auch danach zweifeln Forscher noch lange, ob die Klimaerwärmung tatsächlich auf menschlichen Einfluss zurückzuführen ist. Noch sind Messungen zum CO2-Gehalt der Atmosphäre schwierig und natürliche CO2-Quellen wie verrottende Pflanzen werden als viel wirksamer erachtet. 1957 stellen die Forscher Roger Revelle und Hans Suess jedoch fest, dass der Anteil des CO2-Isotops aus fossilen Quellen – Kohle etwa – in der Atmosphäre gestiegen ist und auch nicht im vermuteten Maße von den Ozeanen wieder aufgenommen wird: „Die Menschheit führt derzeit ein groß angelegtes geophysikalisches Experiment durch.“ Revelle und Suess, 1957.
Ein Jahr darauf beginnt unter Mitwirkung von Revell die systematische Erforschung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre, am Observatorium auf dem Vulkan Mauna Loa in Hawaii. Ab da ist es messbar: Jahr für Jahr steigt der CO2-Gehalt. Bis heute hat er seit 1958 um etwa ein Viertel zugenommen.
Die Menge und Wirkung anderer Treibhausgase wie Methan bleibt der Forschung jedoch zunächst weiterhin unbekannt. Ab den 1970er-Jahren werden mit Flugzeugen systematisch Luftproben aus den höheren Schichten untersucht.
Ab 1960: Immer mehr Daten und neue Technik liefern erste Klima-Modelle
Ab den 1960er-Jahren gibt es immer mehr Messdaten für Treibhausgase. Auch die Computertechnik macht Fortschritte. Erste Klima-Modelle entstehen: Computerprogramme berechnen das komplexe Geschehen in der Atmosphäre. Viele Prozesse können sie noch nicht abbilden– aber sie liefern Argumente.
1971: Die erste große Warnung vor irreversiblen Folgen
1971 meldet sich zum ersten Mal die Deutsche Physikalische Gesellschaft zu Wort, nach einem aufrüttelnden Vortrag von Hermann Flohn bei der Jahrestagung. Und warnt davor, dass der Klimawandel unumkehrbar sein könnte: „Geht aber die Industrialisierung und die Bevölkerungsexplosion ungehindert weiter, dann wird spätestens in zwei bis drei Generationen der Punkt erreicht, an dem unvermeidlich irreversible Folgen globalen Ausmaßes eintreten.“ DPG, 1971.
1985 meldet sich die Deutsche Physikalische Gesellschaft ein zweites Mal zu Wort – diesmal deutlicher. Sie warnt: Durch die stark zunehmenden Treibhausgas-Emissionen könnte die Welt-Durchschnitts-Temperatur in den nächsten 50 bis 100 Jahren um mehrere Grad ansteigen, die Meeresspiegel um fünf bis zehn Meter steigen. „Um die drohende Klimakatastrophe zu vermeiden, muss bereits jetzt wirkungsvoll damit begonnen werden, die weitere Emission der genannten Spurengase drastisch einzuschränken. Wenn diese Einschränkungen aufgeschoben werden, bis in vermutlich 1 bis 2 Jahrzehnten deutliche Klimaveränderungen sichtbar werden, wird es aller Voraussicht nach bereits zu spät sein.“ DPG, 1985
Erst im vierten Sachstandbericht des IPCC im Jahr 2007 gilt der Klimawandel wirklich als gesetzt und nicht mehr widerlegbar. „Die Haupt-Schlussfolgerung ist, dass die Erwärmung des Klimas jetzt eindeutig ist, eindeutig, und das wird offensichtlich durch Beobachtungen der Luft- und Ozean-Temperaturen, Schnee- und Eis-Schmelze, Anstieg des Meeresspiegels.“ Susan Solomon, Leiterin der Arbeitsgruppe ‚Physikalische Grundlagen‘ für den Klimabericht 2007
Als eindeutig anthropogen, menschgemacht, wird der Klimawandel erst im folgenden Bericht des Weltklimarates bezeichnet, sieben Jahre später.
Vor 130 Jahren, 1896 konnte Svante Arrhenius erstmals die globale Erwärmung durch das Verbrennen von Kohle berechnen. Er bekam später den Nobelpreis für Chemie. Davor aber berechnete er, dass die Industrie beim Kohleverbrennen so viel CO2 ausstoße, dass Schweden Mittelmeerklima bekommt.
Er freute sich über die Erwärmung, wie er zehn Jahre später schrieb: „Durch Einwirkung des erhöhten Kohlensäuregehaltes der Luft hoffen wir uns allmählich Zeiten mit gleichmäßigeren und besseren klimatischen Verhältnissen zu nähern, besonders in den kälteren Teilen der Erde; Zeiten, da die Erde um das Vielfache erhöhte Ernten zu tragen vermag zum Nutzen des rasch anwachsenden Menschengeschlechtes.“ Svante Arrhenius, 1906
Ein sehr guter Überblick über die Klimakatastrophe:
Ich wurde gefragt, wieviel CO2 in der Atmosphäre menschengemacht ist und wieviel natürlicher Kreislauf ist. Nun, es sind 28,57 %. Wir haben jetzt 420 ppm CO2. Vor 1950 waren es 800.000 Jahre lang maximal 300 ppm. Das heißt wir haben seit 1950 120 ppm in die Atmosphäre geworfen. Damit haben wir global die Temperatur um 1,5 Grad C erhöht.
Das erscheint nicht viel, aber das CO2 in der Atmosphäre ist wie Salz in der Suppe. Zuviel Salz macht die Supper ungenießbar. So ist es auch bei zuviel CO2 in der Atmosphäre. Die Erde wird unbewohnbar.
Einen sehr guten Überblick bringt die obige Dokumentation.
Der menschengemachte Klimawandel und die Geschichte der Klimaforschung
Dass sich das Klima ändert und sich die Erde erwärmt, wissen wir schon sehr lange. „Wir haben 25 Jahre verloren. Hätten wir damals sofort reagiert, wären wir nicht in der Lage, in der wir heute sind,“ klagt ein Klimaforscher.
Vor zwei Jahrhunderten wird der Treibhauseffekt entdeckt
Schon vor rund 200 Jahren beschreibt Joseph Fourier als erster den Treibhauseffekt, ohne den auf der Erde ein eisiges, lebensfeindliches Klima herrschen würde:
„So steigt die Temperatur durch das Dazwischentreten der Atmosphäre, weil die Wärme in Form von Licht ungehindert in die Luft eindringt – aber dann daran gehindert wird, wieder zurückzukehren, nachdem sie in Wärme umgewandelt wurde.“ Joseph Fourier, 1824
Kohlendioxid als Treibhausgas seit den 1850er-Jahren bekannt
Die Amerikanerin Eunice Foote experimentiert in den 1850er-Jahren mit Wasserdampf und Kohlendioxid (CO2) und stellt fest, dass letzteres die Temperatur steigen lässt. Sie kommt zu dem Schluss, dass „eine Atmosphäre mit diesem Gas unserer Erde eine hohe Temperatur verleihen“ würde. Um 1862 erforscht der Brite John Tyndall den natürlichen Treibhauseffekt und stellt neben CO2 weitere Treibhausgase fest. Und er bringt Schwankungen der CO2-Konzentration in Verbindung mit den Eiszeiten.
Nahezu-Echtzeit-Updates wichtiger globaler Klimavariablen vom Copernicus Klimawandeldienst (C3S). Die aktuelle Oberflächenlufttemperatur sehen wir hier: https://pulse.climate.copernicus.eu/. Es gibt die absolute Temperatur und die abweichende Temperatur zum Durchschnitt der vergangenen Jahre (Anomalien). März 2024:
Copernicus ist das Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union. April 2024:
Wir brechen jetzt schon 1,5 Grad! Wenn das so weitergeht, werden wir bald 2, dann 3 Grad Erwärmung haben. Das wäre ein Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen. Das sind reine Messungen, keine Ideologie.
Der Statistiker Grant Foster hat fünf Datensätze zusammengefasst und kam zu einem neuen Ergebnis. Er schreibt: Bereits im Jahr 2011 habe ich zusammen mit Stefan Rahmstorf (Foster & Rahmstorf 2011, im Folgenden FR11) einen Artikel verfasst, in dem wir die globale Temperatur angepasst haben, um (so gut wir konnten) den Einfluss von Faktoren zu beseitigen, von denen wir wussten, dass sie nur vorübergehend waren und nicht menschengemacht. Konkret handelt es sich dabei um Vulkanausbrüche (deren Aerosole den Planeten abkühlen), die El-Niño-Südoszillation (ENSO, die die Welt in ihrer positiven El-Niño-Phase erwärmt und in ihrer negativen La-Niña-Phase abkühlt) und Sonnenschwankungen (wenn die Sonne heißer oder kälter ist, so auch die die Erde). Diese exogenen Faktoren führen dazu, dass die globale Temperatur schwankt, aber nicht wirklich etwas bewirkt; durch die Beseitigung ihres Einflusses wird der Teil der globalen Erwärmung klarer.
Ich habe meine Methode hierfür aktualisiert und den Zeitraum, den sie abdeckt, erweitert, daher möchte ich einige der Änderungen an der Methodik mit Ihnen teilen. Aber bevor ich das tue, komme ich gleich auf den Punkt. Es werden viele Schwankungen der globalen Temperatur entfernt, so dass die jährlichen Durchschnittswerte seit 1950 für fünf wichtige globale Temperaturdatensätze wie folgt aussehen:
In Großbritannien läuft ein Prozess gegen die Klimaaktivistin und Musikstudentin Cressie Gethin. Der bekannte BBC-Fernsehmoderator Chris Packham kam überraschend als Zeuge zum Prozess gegen die Just Stop Oil-Unterstützerin, der eine zehnjährige Haftstrafe droht
Der BBC-Fernsehmoderator und angesehene Naturforscher Chris Packham sagt heute im Krongerichtsprozess gegen die Just Stop Oil-Unterstützerin Cressie Gethin aus. Er hat eine Erklärung veröffentlicht, in der er Cressies Vorgehen unterstützt.
Heute, Mittwoch, der 14. Februar 2024, ist der achte Tag des Prozesses gegen Cressie wegen öffentlicher Belästigung. Sie erscheint am Isleworth Crown Court vor Richter Duncan. Cressie, 22, eine Musikstudentin aus Hereford, muss bei einem Schuldspruch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen.
Cressie kletterte am 20. Juli 2022 auf ein Autobahnportal über der M25, zwei Tage nachdem die Netto-Null-Strategie der Regierung für rechtswidrig erklärt wurde und einen Tag nachdem Großbritannien mit 40,3 Grad Celsius die höchste Temperatur aller Zeiten verzeichnete, ein Meilenstein, den Wissenschaftler zuvor angenommen hatten unmöglich. [1] [2]
Bevor Packham das Crown Court in Isleworth betrat, sprach er mit Medienvertretern. Er machte heute diese Bemerkung:
„Wegen Cressie und anderen Just Stop Oil-Demonstranten saß ich schwitzend auf der Straße M25. Hatte ich Unannehmlichkeiten? Nun, das ist ein relativer Wert. Ich kam zu spät zur Arbeit, aber mein Haus brannte nicht ab. Ich ertrank nicht in einer Überschwemmung, wurde nicht durch eine Hungersnot vertrieben oder wurde als Klimaflüchtling von meiner Familie getrennt. Ich saß gerade auf der M25, einer Position, die ich und Millionen andere jeden Tag im Jahr einnehmen. Nicht wegen der Demonstranten, sondern weil unser Verkehrssystem aufgrund einer Panne oder eines tragischen Unfalls kaputt, überlastet oder ins Stocken geraten ist.“
Cressie Gethin: Denken Sie an die tödliche Hitzewelle von 40 °C, an den Obersten Gerichtshof, der die rechtswidrige Klimapolitik der Regierung aufdeckte, und an die Tausenden von Menschen, die an Hitzschlag starben.
„Also habe ich meine ‚Unannehmlichkeiten‘ für immer genutzt … Ich habe mir die Beweggründe der Demonstranten vorgestellt, warum sie ein so großes körperliches Risiko eingegangen sind und darüber hinaus das Risiko einer Inhaftierung eingegangen sind. Ich stellte mir vor, wie verängstigt sie gewesen sein mussten, als sie an einem Gerüst festhielten. Ich habe auch über ihre Botschaft nachgedacht und darüber, wie sie in einer rekordverdächtigen Hitzewelle – in der die Netto-Null-Politik unserer Regierung ihren Zweck nicht erfüllt – dafür gelobt werden sollten, dass sie einen lebenswichtigen Alarm ausgelöst haben. Ich kam zu dem Schluss, dass meine „Unannehmlichkeiten“ völlig gerechtfertigt waren.“
„Ich gehe vor Gericht, um Cressie Gethin zu unterstützen, weil ich nicht glaube, dass sie ein faires Verfahren bekommt. Ich denke ebenso wie die UN, dass die britischen Protestgesetze und die Verurteilung von Demonstranten ungerecht und drakonisch sind und im Widerspruch zu unseren grundlegenden Menschenrechten stehen. Ich denke, wir sind Zeugen unverhältnismäßiger, rachsüchtiger Hexenverfolgungen, die darauf aus sind, einige der mutigsten Menschen der Gesellschaft zu bestrafen, nur weil sie gezwungen sind, darum zu kämpfen, die Wahrheit zu sagen. Diese Prozesse sind beschämend, erniedrigend und undemokratisch. Ich fordere den Richter, die Staatsanwaltschaft und ihre Zeugen heraus: Gehen Sie nach Hause und erzählen Sie jemandem, den Sie kennen: einem Sohn, einer Tochter, einem Neffen oder einer Nichte, die unter 25 Jahre alt ist, was Sie heute getan haben, und fragen Sie sie dann, ob sie stolz auf Sie sind ‚”.
Der Psychologe und Nachhaltigkeitsforscher Thomas Brudermann schrieb auf Twitter: Habe für Focus Online über Klimawandelverleugnung geschrieben. Wie erwartet hat meine Mailbox schon freundlichere Tage gesehen.
Ich habe seinen Artikel mir angesehen und fand ihn sehr hilfreich, die jetzige Situation zu verstehen. Er beginnt mit der Feststellung, dass die Klimaforscher schockiert sind, dass ihre Befürchtungen viel früher Realität wurden. Das Jahr 2023 brachte Hitzerekorde, Starkregen, Überflutungen und große Waldbrände. Aber immer mehr Menschen verfallen den Klimawandelleugnern.
In den Sozialen Medien heißt es immer mehr „Klimahysterie“ und „Alles Blödsinn und Betrug“. Einige fragen sich: Ist diese Realitätsverweigerung nicht völlig absurd?
Für den Psychologen ist die Zunahme von Klimaleugnungs-Extremen mit der Zunahme von Sichtbarwerden der Klimawandelfolgen nicht überraschend. Es deckt sich mit den Studien zur Verhaltenswissenschaft.
Es ist angesichts der Zunahme der Extremereignisse wahrnehmbar, dass die Warnungen der Klimaexperten zutreffen. „Wie viele Beweise braucht es noch?“ könnte man fragen. Das könnte doch alle überzeugen.
zweitens die gestiegene Politik- und Wissenschaftsskepsis in der Bevölkerung
drittens die Hyperaktivität aggressiver Wissenschaftsverleugnungsorganisationen, die ihre Botschaften gut auf Weltbilder und Lebenseinstellungen abstimmen.
Zum Ersten: Menschen lieben das, was ihre Meinung bestätigt. Beispiele, die ihre Meinung ins Wanken bringt, ist schmerzhaft und benötigt kognitive Energie.
Zum Zweiten: Jene, die sich als Verlierer in der Gesellschaft sehen, lehnen sehr oft Politik und Wissenschaft ab. Begonnen hat das in der Zeit der Pandemie, als sich verschiedene wissenschaftsfeindliche und politikfeindliche Gruppen herauskristallisiert haben. Die haben mit dem Klimathema ein neues Betätigungsfeld gefunden.
Das Spektrum der verschiedenen Weltbilder haben da ihre Leugnungen herausgebildet: das konservative, das nationale und das wirtschaftsliberale Weltbild. Brudermann verweist auf den Kommunikationsexperten Carel Mohn: Wenn Weltbilder und Fakten in Konflikt geraten, dann unterliegen die Fakten.
Zum Dritten: Es gibt dann die „hyperaktiven, beinahe aggressiv-nervösen“ Verleugner-Organisationen, die diese Weltbilder benutzen. Das sind private Medien und Lobbyverbände der fossilen Firmen, die Skepsis der Menschen mit ihren Lügen bedienen und ihre Weltbilder bestätigen.
Theodor Seidels Kommentar dazu finde ich sehr erhellend: Umweltschutz
Es wäre wirklich schlimm, wenn wir uns getäuscht hätten mit der menschengemachten Klimaerwärmung. Dann hätten wir 2050 begrünte Innenstädte mit richtig sauberer Luft zum Atmen. Lärm und Gestank wäre nicht mehr vorhanden. Wir hätten keine Massentierhaltung mehr und würden gesünder leben, weil Fleischkonsum unattraktiv ist. Der Regenwald wäre in seiner ganzen Pracht und Nutzen immer noch vorhanden. Die Ozeane wären sauberer, wir würden erneuerbare Energie zum Nulltarif beziehen und nicht das Geld den Ölmultis in den Rachen schmeißen. Wir hätten wieder gute Böden weil es nur noch ökologische Landwirtschaft gibt. Ja, die Folgen wären schlimm, wenn wir uns getäuscht hätten. https://www.focus.de/230076571?commentId=f02fcc02-00fe-4cc8-ab53-d4fa8e12ad4a
Viele setzen beim Thema Klimawandel auf Wunschdenken. Ein Gastkommentar von Michael Praschl im Kurier 11.08.2023.
Aktuell werden häufig diejenigen, die sich für wissenschaftlich belegte, überlebenswichtige Klimaschutzmaßnahmen engagieren, als Extremisten bezeichnet – nicht nur die „Klimakleber“, deren Methodik auch ich nicht befürworte. Wer unangenehme Wahrheiten ausspricht, gilt oft als radikaler Extremist.
UN-Generalsekretär Guterres – von Rechtspopulisten bereits als Extremist bezeichnet – spricht solche Wahrheiten aus: „Die aktuelle Klimapolitik führt bis zum Ende des Jahrhunderts zu einer Erderwärmung von 2,8 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Wir rasen sehenden Auges auf eine Katastrophe zu – mit zu vielen, die auf Wunschdenken, auf unerprobte Technologien und Wunderlösungen setzen. Es ist Zeit, aufzuwachen und aufzustehen.“ Er stellt auch die Frage, ob nicht eher die Länder, die weiterhin fossile Brennstoffe produzieren, die echten Klimaextremisten sind. Leider werden die 2,8 Grad Temperaturerhöhung möglicherweise bereits Mitte des Jahrhunderts erreicht.
Im Gegensatz dazu meint beispielsweise die ÖVP wörtlich: „Das gebetsmühlenartige Verteufeln von Verbrennermotoren ist eine reine ideologiegetriebene Verbotskultur von Schein-Klimaaktivisten.“ Nachdem hier die Wissenschaft ignoriert und den Menschen suggeriert wird, dass alles durch Technologie gelöst wird (z. B. E-Fuels) und niemand sein Verhalten ändern muss, kann man das durchaus als extremistisch bezeichnen. Auf das Wissen der vielen hochkompetenten Experten im Klimaschutz-/Verkehrsministerium wird bewusst verzichtet.
Die FPÖ leugnet – wortgleich mit der AfD – entweder den Klimawandel generell (Leugner Typ A), oder den menschlichen Einfluss darauf (Leugner Typ B). Viele lassen sich dadurch tatsächlich ködern, weil sie bei Nichtexistenz der Erderhitzung ja nichts am eigenen Verhalten ändern müssten und auch keinerlei Schuld auf sich geladen hätten. Das würde ich sogar als radikal-extremistisch bezeichnen.
In Pressbaum, NÖ fand eine zukunftsweisende Veranstaltung statt. Hanna Zemlic, eine Schülerin des Wienerwaldgymnasiums brachte die harten Fakten zur Klimakrise und Prof. Helga Kromp-Kolb stellte Handlungsoptionen vor. Die Situation in vielen Ländern wird immer dramatischer: Menschen leiden unter der Dürre, der Trockenheit, dem Starkregen mit den Überschwemmungen, den Hitzewellen und dem Meeresanstieg.
Die Ursache ist der Treibhauseffekt, bei dem immer mehr Treibhausgase die Wärmestrahlen abhalten, ins Weltall zu gehen. Die Verbrennung von fossilen Stoffen wie Erdöl, Kohle und Erdgas erzeugt diese Gase, allem voran CO2 und Methan. Die Sonnenstrahlen kommen jedoch durch und erhitzen die Atmosphäre. Dadurch wird das Klima sehr schnell heiß und chaotisch. Die Natur kann sich nicht so schnell anpassen und viele Tierarten und Pflanzenarten sterben aus. Der gute Boden mit dem Humus wird extrem zerstört und wir verlieren die Lebensgrundlage.
Die Referentinnen sagten auch, was wir dagegen machen können. Einerseits müssen wir uns an die Erhitzung und an die Extremereignissen anpassen. Andererseits müssen wir den CO2- und Methan-Ausstoß auf Null bringen. Damit können wir die Erhitzung hinauszögern. Leider bleibt dieses CO2 für die nächsten 500 bis tausend Jahre in der Atmosphäre und lässt die Wärmestrahlen weiter nicht durch. Umso wichtiger ist, jetzt zu handeln.
In der anschließenden Diskussionen kamen viele Überlegungen auf, die auf ein einfaches und gutes Leben abzielten. Sehr wichtig war, dass viele Jungen mit ihren Wünschen zu Wort kamen. Der Konsens: Ein einfaches Leben kann sehr bereichernd sein. Man kann mit weniger Konsum, weniger Autos, weniger Flugreisen, weniger Fleisch und weniger Statussymbolen glücklich sein und die Zukunft lebenswert gestalten.
Hanna Zemlic, eine Schülerin des Wienerwaldgymnasiums Tullnerbach hat zu diesem Vortrag eingeladen. Sie sagte: Der Klimawandel – ein ausgelutschtes Thema? Nein, denn unser Klima betrifft uns alle, jeden einzigen von uns. Das Problem ist nur: der Klimawandel ist sehr komplex. Deshalb verstehen viele Menschen nicht, wie problematisch die Erderwärmung wirklich ist. Genau deshalb werde ich am 16. 06. 2023 im Hotel Wiental um 19:00 zusammen mit der Meteorologin und Klimaforscherin Prof. Kromp-Kolb einen Vortrag halten. Am Programm stehen ein fachlicher Überblick – Was ist der Treibhauseffekt? Was sind die Ursachen des Klimawandels? Was hat der Mensch damit zu tun? Was sind die Auswirkungen? – und die daraus zu folgernden Handlungskonsequenzen – was zu tun ist.
Im Anschluss haben Sie dann die einmalige Möglichkeit, Ihre Fragen direkt an die Expertin, Helga Kromp-Kolb zu stellen.
Der Titel des Vortrags ist „Klima-Wand – Was jetzt?“. Die Klimawand steht metaphorisch für die kommenden Konsequenzen der Klimakatastrophe. Diese werden uns vor den Kopf stoßen, wie eine Wand. Rekordtemperaturen und Hitze machen sommerliche Bewegung im Freien für viele unmöglich. Vermehrte Naturkatastrophen – Hitze, Dürre, Hochwasser – und Ressourcenknappheit stellen uns vor globale Herausforderungen. Man kann nicht als Einzelperson die ganze Welt verändern, aber man kann doch einen wichtigen Beitrag leisten. Deswegen: Kommen Sie zu meinem Vortrag!
Hanna Zemlic Schülerin des Wienerwaldgymnasiums Tullnerbach
Mitveranstalter ist der Arbeitskreis „Zukunft der Erde“, die „Science Academy Niederösterreich“ und das „Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit“ der Universität für Bodenkultur Wien. Nach dem Vortrag und der Diskussion gibt es auch die Möglichkeit einer Umweltberatung durch einen Umweltberater Niederösterreichs, DI Fritz Brandstetter. Veranstaltung aufFacebook. Veranstaltung auf der Stadtgemeinde Pressbaum
„Es gibt keinen Wandel, es gibt aber eine Wand, weil viele politische Akteure keine Änderung wollen. Sie stellen eine Wand auf.“ Mag. Hannes Daxbacher
Der Mathematiker Eliot Jacobson, Ph.D. beschäftigte sich jahrelang mit der Klimakrise. Er listet die 40 wichtigsten Auswirkungen des Klimawandels auf. Einige sind wirklich interessant, einige sind meiner Ansicht nach überprüfungsbedürftig.
1. Saurer Regen durch Verbrennen von Kohle und Erdöl (Benzin, Diesel, Heizöl). 2. Algenblüte. Es vermehren sich die Algen im Frühling explosionsartig. 3. Asche und Rauch schädigt die Lunge und den Boden 4. Bienensterben und Bestäubungsverlust 5. Klimaflüchtlinge & Migration 6. Korallenbleiche durch Erwärmung des Meerwassers 7. Ernteausfälle 8. Entwaldung 9. Wüstenbildung 10. Krankheiten, Pandemien (Pflanzen & Tiere)
Immer wieder führen Populist:innen teils wirre Klimamythen als Argument an, um nichts gegen die Klimakatastrophe tun zu müssen. Statt zu handeln, soll so der bequeme Status quo gewahrt werden. Dabei handelt es sich eben wirklich um nicht mehr als um Mythen. Egal, ob gesagt wird, dass sich das Klima schon immer geändert habe, dass sich Tiere doch anpassen können oder dass CO₂ gut für Pflanzen sei. Das ist ein Unsinn.
Es schaut so aus, als ob manche den Kopf in den Sand stecken.
Seit 60 Jahren steigt die Temperatur so stark an, wie wir es noch nie gekannt haben. Lange Zeit bis 1900 fiel die Temperatur kontinuierlich. Aber dann kletterte die Temperaturskala steil nach oben. Zwischen 1950 und 1970 stabilisierte sich die Temperatur kurz, weil die Atmosphäre durch die Industrie verschmutzt wurde. Nach der Reinigung der Luft kam es wieder zu einem rasanten Anstieg.
Aber kann man sich auf die Klimaforschung verlassen? Manche behaupteten: „Die berühmte „Hockeyschläger“-Kurve ist eine Fälschung“. Fakt ist aber: Die Aussage der oft kritisierten „Hockeyschläger“-Kurve wird durch viele unabhängige Studien bestätigt. (Zitiert aus: klimafakten.de)
Die Temperatur der letzten tausend Jahre auf der Nordhalbkugel
Die ursprüngliche sogenannte „Hockeyschläger“-Studie aus dem Jahr 1998 war tatsächlich nicht fehlerfrei. Doch eine verbesserte Neuauflage sowie etliche ähnliche Untersuchungen mit historischen Klimadaten aus Korallen, Stalagmiten, Baumringen, Bohr- und Eiskernen bestätigen die ursprüngliche Schlussfolgerung, dass das 20. Jahrhundert das wärmste seit mindestens zweitausend Jahren war und der Temperaturanstieg beispiellos schnell geht.
Die US-Forscher Michael Mann, Raymond S. Bradley und Malcolm K. Hughes veröffentlichten 1999 eine Studie (Mann et al. 1999) für die Baumringe, Eisbohrkerne, Korallen und andere Aufzeichnungen von der Nordhalbkugel der Erde verwendet wurden. Ihre Rekonstruktion ergab, dass die globale Temperatur über die letzten zweitausend Jahre erst allmählich abgenommen hatte, im 20. Jahrhundert aber in einen scharfen Aufwärtstrend gewechselt ist.
Seit etwa 1950 hat die Erdmitteltemperatur in einem Tempo zugenommen, wie es seit mindestens 2.000 Jahren für keine andere 50-Jahres-Periode beobachtet wurde. Mit diesem Phänomen befasst sich die Forschung des Treibhaus-Effektes.
Klimaänderung in nur einer Minute erklärt, für diejenigen, die nicht daran glauben
Wir müssen etwas tun, um den Trend umzukehren und unseren Kindern eine bessere Welt zu hinterlassen
#Climatechange explained in only one minute, for those that don't believe in it We must do something to revert the trend and leave a better world to our kids pic.twitter.com/PFTP2jwgVY
Die Arktisforscher tagen eine Woche lang in der Wiener Universität. Die Arktis ist dramatisch bedroht vom Klimawandel. Eine Thema wird von 17. bis 24. Februar 2023 das Schmelzen des Eises sein. Wenn das Eis schmilzt, erwärmt sich das Wasser schneller. Auch die arktischen Wettereinbrüche waren in Nordamerika und Nordostasien durch die Veränderung des Jetstreams zu spüren. Quellen: ORF 700 Arktisforscher tagen in Wien Arctic Science Summit Week (ASSW)
Ein bekanntes Ehepaar, das jedes zweite Monat Fernreisen macht, erklärte mir am Wochenende, dass die Menschen auf der Erde keine Zukunft mehr haben. Denn niemand macht etwas gegen den Klimawandel. Ich denke aber, dass jeder und jede viele kleine oder große Schritte auf dem Weg der Transformation machen und die Rahmenbedingungen unterstützen kann.
Ich erhalte gerade den Newsletter KLIMAKLARTEXT des Standards mit aktuellen Artikeln zum Klimawandel:
Am Klimaschutzpaket von Joe Biden stört die EU vor allem die Buy-American-Klauseln, die amerikanische Unternehmen bevorzugen. Von der Leyen kontert mit dem Green Deal Industrial Plan der EU. Wichtige Fragen für die Zukunft: Kommt Ihr nächstes E-Auto, die effiziente Solaranlage, aus Europa? Entstehen Millionen neue Jobs in klimafreundlichen Branchen?
Diese Seiten bringen Vorträge der Wissenschaftler*innen in Österreich. Einfach die unterstrichenen Worte anklicken und den Vortrag auf Youtube ansehen.
Physikalische Grundlagen des Klimawandels:
Wissen4Future Teil 1: Physikalische Grundlagen Prof. Dr. Douglas Maraun vom Wegener Center für Klima und globalen Wandel der Universität Graz. Er erklärt die Energiebilanz, den Treibhauseffekt, das Klima der Vergangenheit, und stellt die aktuellen Forschungen zum Jetstream, zu dem Extremwetter, und den Kipppunkten vor.
Direkte Konsequenzen für das Leben auf der Erde:
Wissen4Future Teil2: Direkte Konsequenzen Prof. Dr. Herbert Formayer von der Universität für Bodenkultur Wien ist Experte für numerische Meteorologie und (lokale) Klimamodellierung. Er hielt den zweiten Vortrag des Wissen4Future Klima- und Biodiversitäts- Grundkurses zum Thema „Direkte Konsequenzen des Klimawandels“. In seinem Vortrag geht er auf den lokalen Anstieg der Hitze sowie Trends hin zu mehr Trockenheit, Schneelagenverringerung und Extremwetter in Österreich anhand konkreter Beispiele, wie etwa dem Neusiedlersee, ein. Ebenso wird klar dargelegt, wie sich die jetzigen klimatischen Veränderungen stark von jenen unterscheiden, welche es historisch auf der Erde gab.
Er zeigt die Temperaturerhöhung, die Hitzewellen, die Trockenheit. Er bringt als Beispiel die Geschichte des Neusiedlersees. Er zeigt den Meeresspiegelanstieg, die Schneeverhältnisse, die Starkniederschläge und die Gewitterwahrscheinlichkeit. Er geht auch auf die Behauptung ein, das Klima habe schon immer geschwankt. Er zeigt die Forschung zu den Tipping Points: das Arktische Meereis, der Permafrost, der Amazonas Regenwald und zieht die Schlussfolgerungen.
Wie kann die Klimaneutralität erreicht werden?
Der APCC Special Report Strukturen für ein klimafreundliches Leben ist eine bewertende Zusammenfassung aktueller Forschung zur Transformation hin zu Strukturen die klimafreundliches Handeln und somit Leben allen ermöglicht. Vorgestellt bei einem Pressegespräch mit Klimaschutzministerin Leonore Gewessler sowie Arbeitsminister Martin Kocher von Karl Steininger und Andreas Novy am 28.11.2022.
Szenarien zur Erreichung der Klimaneutralität in Österreich bis 2040: NetZero2040 ist ein vom Austrian Climate Research Program gefördertes Projekt und wird von BOKU, österreichischer Energieagentur und dem IIASA durchgeführt.
Rund 80 Forscher_innen aus ganz Österreich trafen sich am 6. und 7. Juli 2022 in Innsbruck zu einem ersten großen Arbeitstreffen rund um die Erstellung des 2. Sachstandsberichts zum Klimawandel in Österreich.
Was mich bewegte, mich mit dem Klimawandel und dem Artensterben auseinanderzusetzen, war die Dringlichkeit der Änderungen. Je mehr ich mich in die Materie vertiefte, umso dringlicher wurden Änderungen der Rahmenbedingungen und des persönlichen Lebensstils. 40 Milliarden Tonnen CO2 bläst unsere Lebensweise pro Jahr in die Atmosphäre. Dieses CO2 bleibt in der Atmosphäre. Nach 1000 Jahren sind vom CO2 noch etwa 15 bis 40 Prozent in der Atmosphäre übrig. Dieses CO2 ist im Verhältnis zur übrigen Luft gering, aber zusammen mit Methan bewirkt es, dass alle 10 Jahre die Temperatur auf der Erde 0,5 Grad Celsius wärmer wird. Und das über die nächsten 100 und 500 Jahre. Das haben schon die Fachleute der Ölfirma Exxon Mobil Anfang der 70er Jahre berechnet.
Nun sagen einige, ich fahre nur mit öffentlichen Verkehrsmittel. Da kann ich ohnehin sündigen und nach Thailand fliegen. Das ist eine typische Ausrede. Denn ein Fluggast, der von Graz nach Barcelona fliegt, verbraucht eine Tonne CO2. Das ist soviel, wie eine Buche braucht, um 80 Jahre zu wachsen und eine Tonne CO2 zu speichern. Warum gibt es diese Ausreden?
Ausreden verringern die Notwendigkeit der Veränderung. „Es wird schon nicht so arg werden.“ Manche bleiben gerne in gewohnten Bahnen. „Wir habe das immer schon so gemacht.“ In der Wirtschaft heißt das „business as usual“, „bau“. Veränderungen brauchen vor allem geistigen Aufwand. Den gibt es dann, wenn wir Veränderungen gerne tun oder wenn uns ein Ereignis zum Überleben zwingt. Den Klimawandel können wir durch kleine oder große Schritte verringern oder es zwingen uns am Ende Katastrophen alles zu ändern, damit wir gerade noch überleben. Ich bin dafür, dass wir in kleinen Transformationen die Katastrophen verhindern.
Gibt es am Ende Katastrophen? Was passiert, wenn die Temperatur global sich um 3-4 Grad erhöht? Viele Regionen sind dann wegen der Hitze unbewohnbar und in den anderen Regionen gibt es stärkste Niederschläge und Tornados. Physiker und Klimatologen können durch Computersimulationen die Varianten immer besser berechnen. Syukuro Manabe erhielt 2021 dafür den Nobelpreis der Physik. Er teilt sich ihn mit dem deutschen Forscher Klaus Ferdinand Hasselmann und dem Italiener Giorgio Parisi. Die ausgefeilten Berechnungen sind die Grundlagen des Sechsten Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC 2022. Demnach ist es nach wie vor möglich, die globale Erwärmung auf 1,5°C bis 2100 zu begrenzen. Dafür sind allerdings eine sofortige globale Trendwende sowie tiefgreifende Treibhausgas-Minderungen in allen Weltregionen und allen Sektoren nötig. Quelle: Umweltbundesamt 13.05.2022